Von Flinten-Uschi und Thomas, die Misere

Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv

Huckingen..  Im Münsterland und in Ostwestfalen sorgt „Storno“ seit Jahren für ausverkaufte Häuser. Warum das so ist, wurde den Besuchern im Steinhof am Freitag Abend schnell klar. Die drei vielseitigen Entertainer überzeugten mit ihrem Programm „Sonderinventur“ auch jenseits der „westfälischen Grenze“ das Publikum auf der ganzen Linie.

Das satirische Trio spielte sich dabei die Bälle zu, dass es eine wahre Freude war. Das war bestes politisches Kabarett, locker, leicht und voller Esprit, wie man es noch aus guten alten TV-Kabarett-Tagen der namhaften Ensembles in Erinnerung hat.

Den überraschend klaren Wahlsieg David Camerons kommentierte Funke so: „Das hätte unsere Kanzlerin auch gerne. Wir sollten sie krönen: „Angie, the first.“ Die drei waren sich einig, dass die Deutschen am liebsten eine Mischung aus Helene Fischer und Helmut Kohl zum Kanzler hätten, so eine Art „Birne Helene“. Zur etwaigen Nachfolge Merkels grübelte das kabarettistische Dreigestirn intensiv, ohne dabei so richtig fündig zu werden. Ob „Thomas, die Misere“ oder „Flinten-Uschi, die den Stahlhelm direkt in ihre Frisur eingebaut hat“ - so richtig überzeugend schien keine Lösung.

Superaktuell war „Storno“ auch beim Thema Lokführerstreik. Streikführer Claus Weselsky bezeichneten sie als Christian Anders der Gewerkschaften („Es fährt kein Zug nach nirgendwo“). Die Parteien bekamen ebenfalls ihr Fett weg, die AFD bezeichneten die Kabarettisten als „Alte Naive für Deutschland“, ihren Chef Bernd Lucke als „Mensch gewordener Kinderriegel“.

Wiederkommen dringend erwünscht

Das Publikum war begeistert, so auch die Mülheimerin Cornelia Nesemeyer: „Das war einfach geniales Kabarett, dazu unglaublich aktuell.“ Zum Schluss gab’s lang anhaltenden Beifall. Das Steinhof-Team sollte ein dickes Ausrufungszeichen hinter der Storno-„Sonderinventur“ machen. Wiederkommen dringend erwünscht!