Vom Mit- und Gegeneinander der Religionen

Krefeld-Linn..  Im Museum Burg Linn an der Rheinbabenstraße laufen zurzeit die Aufbauarbeiten für die neue Ausstellung „Krefeld und die Religionsfreiheit. 400 Jahre Toleranz in einer niederrheinischen Stadt“.

Dr. Christoph Dautermann, stellvertretender Museumsleiter, stellt darin die Geschichte verschiedener Religionsgemeinschaften in Krefeld dar, aber auch deren Konflikte im Zusammenleben. Dafür erhielt er diverse Leihgaben, zum Beispiel eine bislang nicht in einem Museum ausgestellte Beschneidungsbank. Der so­genannte „Elias-Stuhl“ stammt aus dem Jahre 1765 und wird von der Jüdischen Gemeinde Krefeld zur Verfügung gestellt. Unter den Exponaten befindet sich auch eine erste vollständige Übersetzung des Korans ins Deutsche aus dem Jahre 1840 von Rabbiner Dr. Lion Ullmann, der von 1836 bis 1843 in der Krefelder Gemeinde tätig war.

„Daneben zeigen wir weitere hochwertige und seltene Leihgaben, die wir von Museen und Einrichtungen noch erhalten werden“, sagt Dautermann. So kehrt für die Dauer der Ausstellung aus dem Landesmuseum Bonn eine Ehrenurkunde der Krefelder Juden für den Mennoniten Hermann von Beckerath zurück. „Diese Urkunde, eine Dauerleihgabe des Stadtarchivs Krefeld für das Bonner Museum, übergab die jüdische Gemeinde dem Landtagsabgeordneten von Beckerath als Zeichen der Dankbarkeit für dessen Einsatz zur Gleichberechtigung der Juden in Preußen“, so Dautermann.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 25. Januar, eröffnet und ist Teil des Ausstellungsprojekts „Himmelwärts – religiöses Leben an Rhein und Maas“.