Vom Isenbügeler Kopf in die Welt

Der Duisburger Funkamateur Johannes Amchewicz funkt auf dem Isenbügeler Kopf in Heiligenhaus auf Ukw. Zweimal im Jahr verbringen die Funker hier ein langes Wochenende.
Der Duisburger Funkamateur Johannes Amchewicz funkt auf dem Isenbügeler Kopf in Heiligenhaus auf Ukw. Zweimal im Jahr verbringen die Funker hier ein langes Wochenende.
Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus/Süd.. Es ist so genannter Fieldday – und besser hätten es die neun Amateurfunker aus Duisburg nicht treffen können auf dem Isenbügeler Kopf. Denn der fast wolkenlose Himmel beschert ihnen diesmal ausgezeichnete UKW-Reichweiten und damit gute Chancen, möglichst viele Funkkontakte beim Fieldday-Wettbewerb bestätigt zu bekommen.

Während Dieter Mausbach im Zelt nebenan am Kurzwellen-Funkgerät die Stellung hält, packen Fritz Bensberg und Heinz Schweer beim Aufbau der UKW-Antenne mit an. „Die ist selbst gebaut“, berichtet Schweer stolz. Wie es überhaupt die Geräte der Funker in den seltensten Fällen in Geschäften gibt. Das Elektrobasteln macht neben dem Funken den Reiz der Sache aus.

Und noch mal so viel Spaß haben die Mitglieder des Duisburger Ortsverbands des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC), wenn sie ihr Hobby in freier Natur ausüben können. Zweimal im Jahr sind sie dabei zu Gast bei einem befreundeten Heiligenhauser. Der nennt auf dem Isenbügeler Kopf einen kleinen Garten sein eigen. Hier zelten die Duisburger jeweils am ersten Wochenende im Juni und am ersten Wochenende im September.

„Seit bald 20 Jahren machen wir das“, lacht Fritz Bensberg. Und erklärt Grundsätzliches zum Thema: „Auch fürs Funken braucht man einen Führerschein, die Amateurfunklizenzurkunde. Die bekommt man, wenn man entsprechendes Wissen über die Technik, die Funkabwicklung und die Gesetze nachgewiesen hat.“ Zum Beispiel in einer Ausbildung beim DARC.

Von der Bundesnetzagentur gibt es dann das Rufzeichen, bestehend aus der Länderkennung und einer Ziffer- und Buchstabenkombination. Es gilt international und macht den Funker unverwechselbar. „Mit der Lizenz darf man auf den staatlich genehmigten Kanälen funken und seine Sende- und Empfangsgeräte selbst bauen.“

Bensberg (64), der schon in jungen Jahren gerne mit dem Lötkolben hantierte, kam Anfang der 1970er Jahre zu den Funkern. Beruflich war er schließlich vorbelastet, er arbeitete bei der Telekom. Auch Heinz Schweer (70) hat als Informatiker Ahnung vom Metier. Zum Duisburger Verein stieß der Amateurfunker vor einem Jahr, ist seit wenigen Monaten Pressereferent. Das stille Fleckchen auf dem Isenbügeler Kopf hat er schon ebenso schätzen gelernt wie seine Kollegen: „Ein wunderbarer Ort!“ Die Duisburger laden deshalb immer Freunde und Bekannte in ihr Zeltlager ein. „So ist der Schichtdienst am Funkgerät unterhaltsamer“, meint Jürgen Wölke.

Der 66-Jährige übt sein Hobby übrigens nicht nur im Rheinland aus. Den Winter verbringt er regelmäßig auf den Philippinen – und schwärmt von den tollen Funkerkontakten nach Australien, Sibirien und China. „Die Funker waren die ersten, die das Erdbeben auf Haiti gemeldet haben“, hebt Wölke einen wichtigen Punkt hervor, warum die netzunabhängige Kurzwellen-Kommunikation im Handy- und Internetzeitalter keineswegs passé ist.