Kommentar

Viele Schritte gegen die Unsicherheit

Duisburg ist nicht Islam-feindlich. Christen und Muslime leben friedlich in ihrer gemeinsamen Stadt. Die vielen Einrichtungen, die am Montag die geplante Pegida-Demonstration im Dunkeln stehen lassen, beweisen das.

Duisburg ist aber auch nicht Islam-freundlich. Um einen Islam-feindlichen Spruch zu hören, reicht – leider – ein Gang durch den Hauptbahnhof.

Noch ist der Umgang zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zum Teil geprägt von Skepsis. Eine Skepsis des Abtastens, nicht der Ablehnung. Eine Skepsis, die auf Unsicherheit beruht: Welche Werte vertritt die andere Religion?

Pegida will sich diese Unsicherheit zunutze machen. Die Bewegung schürt Ängste vor einer angeblichen Islamisierung des Abendlandes. Wird Duisburg islamisiert, weil in Hüttenheim eine Moschee entsteht?

Die Antwort geben am Samstag Christen und Muslime. Indem sie gemeinsam gegen Pegida und den islamistischen Terror marschieren, zeigen sie, dass diese Frage ins Leere zielt. Auf dem Spaziergang gehen die Teilnehmer nicht nur von Moschee zu Kirche. Gleichzeitig legen sie viele Schritte zurück: weg von der Unsicherheit.

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