Verkauf auf 18 Wochenmärkten

Schnaps? In diesem Fall schon; der englische „Stinking Bishop“ wird mit einem Schnaps gewaschen, der einen ähnlich klangvollen Namen trägt: „Naked Lady on the Field“. Raffinieren nennen Fachleute diesen Vorgang, bei dem die Laibe während des Reifungsprozesses regelmäßig gewendet und mit Flüssigkeit bepinselt werden. Der Name des Käses braucht Käufern übrigens nicht zu stinken, stellt Ludwig klar: „Man sagt nicht stinkt, man sagt immer duftet. Je schlimmer es duftet, desto besser schmeckt es.“

Ein gutes Zeichen also, dass es im Verkaufsraum dezidiert nach Käse, sagen wir: duftet. Es ist der einzige Ort in Duisburg, an dem die Note der Ludwigs in der Luft liegt, dabei verkaufen sie ihren Käse jede Woche auf 18 Märkten, der mobile Handel ist ihr Hauptstandbein. Aber: „Mittlerweile sind wir auf keinem Markt mehr in Duisburg“, sagt der Inhaber. Um Moers, im Bergisch-Rheinischen Land finden sie mehr Abnehmer – und natürlich im Norden Düsseldorfs. Dort, wo das Unternehmen gegründet wurde: von René Ludwigs Urgroßvater 1930 in Angermund.

Zurück im Lager beißt der Urenkel in ein Stück Käse. Diesen Geschmack bietet ihm noch nicht mal ein Stück frisch aus dem privaten Kühlschrank. „Das Klima in Ihrem Kühlschrank beeinflusst den Geschmack“, erklärt er. Und gibt den Tipp: „Sie sollten Ihren Käse atmen lassen.“ Also nicht in die Tupperdose einsperren, sondern nur einhüllen in Spezialpapier, das es beim Käsekauf dazu gibt. Auch wenn der Kühlschrank dann nach Käse stinkt, ach nein, duftet. Ist ja schließlich die Duftmarke guten Geschmacks.