Unruhe beim SPD-Ortsverein Duisburg-Wedau

Mit einer Fahrrad-Sammelaktion für die Flüchtlinge an der Masurenallee war Diana Huber zunächst gut angekommen.
Mit einer Fahrrad-Sammelaktion für die Flüchtlinge an der Masurenallee war Diana Huber zunächst gut angekommen.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA
Was wir bereits wissen
Die ehemalige Vorsitzende Diana Huber der SPD Wedau schied überraschend aus dem Vorstand aus. Inzwischen gibt es einen neuen Vorstand.

Wedau..  Ziemlich belanglos las sich die kurze Meldung in dieser Zeitung im März: Neuer Vorstand bei der SPD Wedau. Damals hatte der Ortsverein gemeldet, dass Lothar Langanki zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Der Name von Diana Huber, seiner Vorgängerin, tauchte darin gar nicht mehr auf. Dabei war sie erst ein Jahr zuvor, im März 2014, noch für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Überhaupt war sie erst im Januar 2012, von außerhalb kommend, dort in den Sattel gehoben worden. Sie hatte sich gleich mächtig ins Zeug gelegt. Mit ei­ner Fahrrad-Sammelaktion für die Asylsuchenden an der Masurenallee hatte sie Schlagzeilen gemacht. Aber danach war es ruhig um sie geworden.

Wenige Wochen nach ihrem überraschenden Ausscheiden aus dem Vorstand in Wedau erklärte sie auf Nachfrage der Redaktion, sie habe neue Prioritäten setzen müssen. Schließlich habe sie zwei kleine Kinder. „Ich bleibe ja im Unterbezirksvorstand, also auf Stadtebene, und wirke in der neuen AG für Mi­gration mit“, sagte die 33-Jährige damals als Grund für ihren überraschenden Ausstieg in Wedau. Und dann berichtete sie noch, bei dieser Gelegenheit habe man gleich überlegt, einen neuen Vorstand zu wählen.

Vertrauen der Genossen verloren

Tatsächlich hat Diana Huber in den drei Jahren ihres Wirkens offenbar das Vertrauen der Wedauer Genossen verloren. Manfred Roloff (76) ist einer ihrer Kritiker. Er schildert die Vorgänge hinter den Kulissen nämlich ganz anders. „Die Fahrrad-Aktion war klasse“, sagt er. Aber der eigentlichen politischen Arbeit sei die junge Frau nicht gewachsen gewesen. „Es gab auf einmal keine Runden Tische mehr“, sagt er. Damit habe sich die SPD seinerzeit an die Spitze bei der Diskussion über die Erneuerung Wedaus gestellt. Vorstandssitzungen seien fortan nicht mehr für alle Mitglieder zugänglich gewesen, so Roloff. Auch einige neu hinzugekommene Aktive seien unzufrieden gewesen, zum Beispiel Mitglieder der Bürgerinitiative für einen bürgernahen Denkmalschutz.

Diana Huber stellt es anders dar. „Es gab Runde Tische“, sagt sie. Und es habe offene und nicht-öffentliche Vorstandssitzungen gegeben. Im übrigen gebe es in jedem Ortsverein Mitglieder, die unzufrieden seien.

„Wir wollten nur Antworten auf unsere Fragen nach all dem“, fährt Manfred Roloff fort. „Wir haben nie den Rücktritt gefordert.“ Und so habe er mit einigen Mitstreitern die Einberufung ei­ner außerordentlichen Mitgliederversammlung beantragt.

Dafür konnte Diana Huber nicht mehr sorgen. Denn da war sie mit einem Teil des Vorstandes bereits zurückgetreten. „Es waren sechs oder sieben Leute, die nicht im Vorstand mitwirken wollten“, sagt Diana Huber.

Der Ortsverein stand auf dem Spiel

Dass das alles Alarmzeichen waren, was den Zustand des heute rund 80 Mitglieder starken Ortsvereins angeht, räumt auch Jörg Lorenz, der Geschäftsführer der Duisburger SPD ein. Man habe jedenfalls handeln müssen. Und so habe die damit beauftragte Landtagsabgeordnete Sarah Philipp die verlangte Sondersitzung durchgeführt.

Aus Sicht von Manfred Roloff stand damals die Zukunft des kleinen Ortsvereins auf dem Spiel. Ohne Vorstand wäre er für die Auflösung reif gewesen. „Die Kernfrage war also die: Gibt es noch Kandidaten für die wichtigsten Vorstandsposten?“ Und diese Frage sei von der Versammlung positiv beantwortet worden. Ein neues Team um Lothar Langanki trat an, zunächst probehalber für ein Jahr. Zwar habe der Kassierer seitdem gewechselt. „Ansonsten läuft wieder alles normal“, freut sich Jörg Lorenz.