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Kohlenmonoxid

Ungewollte Aktualität

15.02.2012 | 15:40 Uhr
Ungewollte  Aktualität
IDr. Gottfried Arnold. Foto: Sergej Lepke /WAZ Fotopool

Süd.Eine ungewollte Aktualität hat die Pressekonferenz der Pipeline-Gegner am Dienstag in Hilden bekommen. Durch ausströmendes Kohlenmonoxid, dieser Stoff soll durch die Pipeline von Bayer Material Science von Dormagen nach Uerdingen strömen, wurden Opfer und Retter wie berichtet bei einem Brand in Dortmund verletzt und mussten in die Druckkammer für CO-Vergiftete in die Düsseldorfer Uniklinik gebracht werden.

Dr. Gottfried Arnold, Kinder- und Jugendarzt im Ruhestand, unterstrich in Hilden noch einmal die Ablehnung vieler Ärzte, auch aus dem Duisburger Süden haben sich viele Kinderärzte gegen die Pipeline ausgesprochen, da nach Meinung von über 310 Ärzten aller Fachrichtungen die Risiken bei einem Unfall an der Pipeline nicht zu beherrschen sind.

Gerade zwei bettlägerige Patienten, so Dr. Arnold, könnten bei einem Unfall in Düsseldorf behandelt werden. „Das Gift ist farblos und geruchlos, deswegen merken Opfer oft gar nichts von der drohenden Gefahr. Schon bei Gesunden treten nach drei Minuten irreversible Hirnschäden auf, Kranke, Kinder und Schwangere sind noch stärker gefährdet“, ergänzt Dieter Donner von der Bürgerinitiative Stopp Bayer-CO-Pipeline.

„Die Rettungsmöglichkeiten bei einem Massenunfall sind völlig unzureichend“, stellt Dr. Arnold fest. Feuerwehren dürften ihre Kräfte nur zehn Minuten im umluftunabhängigen Atemschutzanzügen in eine CO-Wolke schicken, die örtliche Feuerwehr im Kreis Mettmann verfüge nur über einen Notarzt- und zwei Krankenwagen, schildert der Mediziner das Szenario weiter und kommt zur Schlussfolgerung: „Aufgrund dieses menschenverachtenden Gefahrenpotentials appellieren wir nachdrücklich an die Firma Bayer, das CO-Pipeline-Projekt aufzugeben.“

Die Initiativen präsentierten bei der Pressekonferenz anlässlich fünf Jahre Planfeststellungsbeschluss CO-Pipeline weiter von TÜV-Untersuchungen gestütztes Material. Demzufolge würde es bei einem Unfall an der Pipeline nach einer Stunde im Umkreis von rund 300 Metern keine Überlebenden geben, in einem weiteren Kreis von rund 800 Metern würden die Anwohner schwere gesundheitliche Schäden davontragen. „Es wird immer darauf verwiesen, dass die örtlichen Feuerwehren eingreifen“, so Dieter Donner aus Hilden. „Aber der Alarm geht zuerst bei der Bayer AG ein. Und wie diese das bewertet und wann Bayer weitere Schritte einleitet, weiß niemand.“

Florian Müller

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