Ungelsheimer Garten bringt 180 Kilogramm Kartoffeln ein

Auf 170 Quadratmetern wachsen Zwiebeln, Kartoffeln, Buschbohnen,
Auf 170 Quadratmetern wachsen Zwiebeln, Kartoffeln, Buschbohnen,
Foto: Eva Adler
Was wir bereits wissen
Fast 180 kg Kartoffeln haben Renate und Horst Schedler geerntet. Die ökologisch angebaute Selbstversorgung macht ihnen Spaß und schmeckt.

Ungelsheim..  Überall auf dem Boden der Garage liegen Kartoffeln. Dicke Knollen, kugelige Kartöffelchen, mittelgroße Exemplare. Alle haben sie eine rote, glatte Schale. Etwa 150 bis 180 Kilo hat Renate Schedler in diesem Jahr geerntet. Nun trocknen sie, bevor sie zur Lagerung in den kühlen Keller wandern.

Für den Eigenbedarf baut die Ungelsheimerin Gemüse an. „Bis Ende Oktober kommen wir mit dem Kartoffelvorrat hin“, sagt sie. Nicht nur sie und ihr Mann Horst werden satt. „Auch für meine Tochter, ihren Mann und unsere zwei Enkelsöhne reichen die Kartoffeln.“

Etwa 170 Quadratmeter groß ist ihre Ackerfläche im heimischen Garten. Dort kann sie im Laufe der Saison nicht nur Frühkartoffeln, sondern auch Buschbohnen, Zwiebeln, Karotten, Salat, Zucchini und Knoblauch ernten. Der Kräutergarten nebenan liefert Bärlauch, Estragon, Minze, Maggikraut und mehr. Zwar mache der Gemüsegarten viel Arbeit. „Dafür ist alles ökologisch angebaut – und schmeckt wunderbar“, sagt auch ihr Mann Horst Schedler.

Schon Anfang März beginnt für Renate Schedler die Saison. „Dann fahre ich in die Baumärkte und kaufe Pflanzkartoffeln“, erzählt sie. Die kommen für vier Wochen auf ein Eiertablett. Sind die Triebe da, heißt es: ab auf’s Feld. Beim Einpflanzen hilft Horst Schedler seiner Hobbygärtnerin. „Dieses Jahr haben wir die Kartoffeln direkt nach Ostern in die Erde gesetzt. Davor war das Wetter zu schlecht.“ Nach einem weiteren Monat zieht Renate Schedler den sogenannten Häufelpflug durch den Boden. Das Gartenwerkzeug häuft die Erde zu kleinen Hügeln, in denen die Kartoffelpflanzen wachsen und austreiben können.

Tipps vom Nachbarn als Starthilfe

Wie sie die Saat am besten säht, welche Saatfolge sie zu beachten hat, kurz: worauf sie achten muss – das hat Renate Schedler sich überwiegend selbst angeeignet. „Das bringt die Erfahrung, das kommt mit der Zeit“, sagt die Gärtnerin. „Anfangs hatten wir einen Portugiesen als Nachbarn“, erinnert sie sich, „der hat mir auch ein paar Tipps gegeben.“ Wenn es nicht regnet, heißt es am Abend: gießen.

Das geht einfach mit dem Schlauch. Vor Jahren haben die Schedlers einen Brunnen gebaut. Sechs Meter geht er in die Tiefe, neun weitere Meter reicht das Rohr, durch das die Pumpe das Wasser an die Oberfläche befördert. „Wenn wir im Urlaub sind, kommt meine Tochter jeden Tag vorbei“, sagt Renate Schedler. Zusätzlich zum Brunnenwasser fangen die Schedlers über die Dachrinne ihres Hauses das Regenwasser auf und sammeln es in großen blauen Fässern. „Die Leitung hat mein Mann gebaut, er war ja Dachdecker.“

Ratschläge zu Garten und Küche

Renate Schedler zieht nicht nur das Gemüse Leckere Gerichte zaubert sie mit den Zutaten aus dem Garten ebenfalls. Kartoffelsalat, Kartoffelstampf, Zucchinischeiben in Paniermehl gewälzt und angebraten – Küchentipps hat sie genauso viele parat wie Ratschläge zur Gartenpflege. Zum Mittag will sie Salat machen.

„Da warte ich gar nicht, bis die Köpfe dick sind, sondern pflanze einfach direkt einen kleinen Setzling nach“, erklärt sie. „Aus einem Tütchen Samen kann ich 1000 Pflänzchen ziehen“, sagt sie. „Wir können so viel Salat essen, bis er uns aus den Ohren wieder rauskommt“, sagt ihr Mann lachend.