Überlebenswichtig
17.04.2008 | 17:48 Uhr 2008-04-17T17:48:00+0200
Der Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks und die Co-Pipeline sind für den Chempark Krefeld-Uerdingen unverzichtbar im internationalen Wettbewerb, betont sein Leiter, Dr. Stefan Dresely
Von Martin Ahlers
Die Realisierung der Pläne von Trianel zum Bau eines Steinkohlekraftwerks auf dem Gelände des Chempark Krefeld Uerdingen sei „unverzichtbar zur Sicherung des Standortes und der Arbeitsplätze sowie der Wirtschaftskraft der Region”. Das betonte gestern Chemparkleiter Dr. Stefan Dresely, Leiter des Chempark. Die Gegner des Projekts im Duisburger Süden und im Westen befürchten zusätzliche Belastungen durch Emissionen und Immissionen eines Steinkohlekraftwerks. Sie befürworten den Betrieb einer neuen Anlage mit Gas.
„Sie bekommen heute kein günstiges Kraftwerksgas”, hält Dr. Dresely dem entgegen. „Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile kann es nur eine Entscheidung für das geplante Kraftwerk geben.” Der Chempark-Leiter verwies in diesem Zusammenhang auf Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der sich beim Unterbezirksparteitag der SPD für das Projekt ausgesprochen habe.
Bei den Immissionen sei eine Zusatzbelastung entweder „messtechnisch nicht erfassbar” oder sie liege weit unter den Grenzwerten, sagte Dresely. Er strebe einen Konsens mit der Politik und den Betroffenen an, „damit wir nicht gegen jemanden das Projekt realisieren.” Er verwies auf die Kohlelagerung in Silos oder in einhausten Halden zur Staubvermeidung. Das seien Zugeständnisse, die in den Foren-Dikussionen mit den Kraftwerksgegnern vereinbart wurden.
Im Dezember hatte Trianel einen Genehmigungsantrag für das Steinkohlekraftwerk bei der Bezirksregierung eingereicht. „Die derzeit diskutierte Variante für den Bau hält alle Vorgaben und Festsetzungen des Bebauungsplans ein, wie er derzeit gilt”, glaubt Dr. Stefan Dresely. Geprüft werden müsse noch seitens der Stadt, ob die Kohleverladung im Krefelder Hafen erfolgen könne. Mit dem Umschlag über den Duisburger Hafen und die Anlieferung per Bahn gebe es aber eine Alternative.
Das Genehmigungsverfahren könne im Frühjahr 2009 abgeschlossen sein, glaubt Dr. Dresely, rund drei Jahre soll die Bauzeit betragen, die Investition für die 750-Megawatt-Anlage soll sich auf über eine Milliarde Euro belaufen.
Überlebenswichtig für den Chempark, so Dr. Dresely, sei auch die CO-Pipeline. Er hoffe, dass durch Nachbesserungen im Planfeststellungsbeschluss die Bedenken des Oberverwaltungsgerichts ausgeräumt werden können. Einen „Plan B” für den Fall jahrelanger Verzögerungen durch den Rechtsstreit habe der Chempark nicht. „Derzeit kommen wir noch klar”, so Dr. Dresely mit Verweis auf die in Uerdingen bestehende Anlage zur Kohlevergasung.
01:35
Alles ist wichtig in unserer Gesellschaft: Geld, Luxus, Status und Rang, ein gutes Medienecho, gute Beziehungen zu anderen Menschen und juristischen Formen wie Firmen und Verwaltungen etc. Diese Leute, die sich Verantwortliche schimpfen, ob in der Politik oder in einem Unternehmen wie BAYER sollten jedoch eines nicht vergessen, wir haben nur ein Leben, eine Gesundheit, einen Planeten Erde und nur noch im umweltpolitischen Sinne nur noch eine Chance, das RICHTIGE zu tun.
DAS IST WICHTIG und nichts anderes.
07:45
Ja Herr Dr. Dresley, kommen Sie den Leuten doch mal was entgegen…
Wie wäre es denn mit verbilligtem Strom aus dem Hause Bayer, für alle, die im Dunstkreis (mal wörtlich gemeint) des künftigen Kraftwerks leben müssen? Sagen wir mal 50 %?
Und wie wäre es mit 50%gem Nachlass auf Bayer-Medikamente für alle Betroffenen im Gefahrenbereich der Pipeline?
Jeder Mensch ist käuflich, es kommt nur auf die Summe an.
Mit etwas Phantasie müsste das doch zu machen sein… :-))))))
(Bevor da falsche Verdächtigungen aufkommen: dieser Beitrag ist ironisch gemeint und deckt sich absolut nicht mit meiner tatsächlichen Meinung zu Kraftwerk und Pipeline)
22:36
Vielleicht möchte Herr Dr. Dresley ja im Angerbogen ein repräsentatives Grundstück erwerben und dort, auf der CO-Pipeline und in der Nähe des Haupt-Aufschlagpunktes der Kohlekraftwerk-Emission, künftig als Vorzeige-Bürger mit den Folgen seiner Entscheidungen leben?!
Er strebt einen Konsens mit der Politik und den Betroffenen an um nicht gegen jemanden das Projekt realisieren zu müssen? Ich lach mich tot.
Dann braucht er nur in Uerdingen eine eigene CO-Produktion zu installieren und auf die Pipeline verzichten (und damit den Vertrag mit Linde canceln - 2004(?) hat Bayer mit Linde vereinbart in Worringen eine CO-Produktion aufzubauen um damit alle Chemparks zu versorgen - für die Firma Linde ein Rentenvertrag) und statt ein Kohlekraftwerk ein GuD (Gas- und Dampf)-Kraftwerk bauen. Bei 1 Mrd. Kosten dürften die maginalen Mehrkosten für einen Weltkonzern wie Bayer doch zu stemmen sein.