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Tempo-30-Schild am Sittardsberg in luftiger Höhe

27.10.2012 | 05:45 Uhr
Tempo-30-Schild am Sittardsberg in luftiger Höhe
Das 30er Schild an der Ecke Altenbrucher Damm/Sittardsberger Allee hängt sehr hoch und ist für einige Autofahrer schlecht zu erkennen.Foto: Michael Dahlke

Süd.   Die Einrichtung einer nächtlichen Tempo-30-Begrenzung auf der Sittardsberger Allee sorgt für Ärger. Das neue 30er-Verkehrsschild wurde ungünstig angebracht. Und es gab bereits Geschwindigkeitskontrollen.

Wer nachts im Süden mit dem Auto unterwegs ist, dem könnten die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgefallen sein. Vorausgesetzt, die Verkehrsteilnehmer haben ihre Augen in Richtung Himmel gerichtet. Denn anfangs der neuen 30er-Strecke an der Sittardsberger Allee hängen die Verkehrszeichen in einer Höhe von fast drei Metern.

Kontrollen auf Sittardsberger Allee

Leserin Marion Thiel hat sich über die Einrichtung der Tempo-30-Schilder geärgert. Ihr und noch einigen Lesern mehr ist vor allem die unglückliche Anbringung an einem Ampelmast ein Dorn im Auge. Selbst wenn Verkehrsteilnehmer geradeaus von der Düsseldorfer Landstraße darauf zufahren, ist das Verkehrszeichen leicht zu übersehen. Erst recht kritisch ist es für Kfz-Fahrer, wenn sie vom Altenbrucher Damm rechts auf die Sittardsberger Allee abbiegen. Höchstens im Augenwinkel könnte ihnen die nächtliche Tempogrenze auffallen.

Was bei den Lesern unserer Zeitung noch zusätzlich für Verdruss gesorgt hat, waren Tempokontrollen , die die Stadt Duisburg im neu geschaffenen Tempo-30-Bereich bereits vorgenommen hat. Manch ein Verkehrsteilnehmer fühlte sich davon verschaukelt.

Stadt will nachbessern

Umstrittenes Tempolimit

Die Einführung von nächtlichen Tempogrenzen dient dem Lärmschutz. Da langsamerer Verkehr leiser ist, ist dies für die Stadt günstiger als neuer und teurer Flüsterasphalt.

Kritik wurde jedoch bei der Einrichtung einer entsprechenden Zone auf der Sittardsberger Allee laut. Sie gehört zum Vorbehaltsnetz, das die Feuerwehr häufig als Einsatzweg nutzt. Die Rettungskräfte, die sich darauf berufen, das übliche Tempo nicht wesentlich überschreiten zu dürfen, hegten die Befürchtung, zu spät am Einsatzort zu sein.

Stadtsprecherin Susanne Stölting bestätigt, dass es nach der Einführung des nächtlichen Tempolimits Radarkontrollen auf der Sittardsberger Allee gegeben hat. Doch Autofahrer, die das Schild am Sittardsberg womöglich übersehen hatten, wären nicht unwissend in die Messung geraten. „Die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer wurde auf Höhe der Arlberger Straße vorgenommen“, so die Sprecherin. Vom Sittardsberg bis zum Messpunkt kämen Autofahrer noch an vielen weiteren Tempo-30-Schildern vorbei. Weil bis zum Messpunkt noch mehrere Querstraßen entlang der Sittardsberger Allee liegen, müssen nach deren Einmündungen immer wieder Schilder darauf hinweisen.

Dennoch sieht die Stadtverwaltung Nachbesserungsbedarf. Zwar bleibt das Schild am Sittardsberg auf drei Metern Höhe. Dafür gibt es laut Stölting nach oben hin keine Grenze. „Es darf nur nicht unter 2,20 Metern angebracht werden“, sagt sie. Am Sittardsberg soll jedoch ein weiteres Schild auf der anderen Straßenseite montiert werden, damit auch vom Altenbrucher Damm aus die Tempogrenze eindeutig zu erkennen ist.

Stefan Rebein


Kommentare
21.12.2012
23:04
Tempo-30-Schild am Sittardsberg in luftiger Höhe
von HeinzLMann | #4

Generell finde ich es unschön, dass die Zahl der Schilder mit zeitlicher Begrenzung zunimmt. Auf manchen Strecken ist es der Kindergarten von 8-12, dann die Ganztagsschule von 7-17 Uhr, ganz zu schweigen von Parkverbotsschildern in der Innenstadt mit "Wertktags von 8-18 Uhr", wo man sich immer wieder fragt, ist Samstag nun ein Werktag oder nicht, Mo-Fr 8-18 Uhr gilt dann auch Feiertags.
Auch Zonenschilder nehmen überhand. Zone 30, Umweltzone, Zonenparken... wenn noch eine Zonenart dazukommt - wer kann dann noch zu jeder Zeit noch alle 3-4 Zoneneigenschaften auf seiner aktuellen Fahrtstrecke nennen?
Wie kann man sich am besten gegen diesen Wahnsinn wehren?

29.10.2012
18:16
Hängt es noch höher!
von Bully51 | #3

Man merkt, dass man in einer Stadt wohnt, die von Rot/Grün regiert wird: Tempo 30 auf einer Hauptdurchgangsstraße, die große Stadtteile an die Stadtautobahn anbindet.
Geht´s noch? Als Lärmschutzmaßnahme großer Blödsinn, weil ein ruhig im 3. Gang dahingleitender PKW bei 50 km/h bekanntermaßen deutlich weniger Lärm abgibt, als ein PKW, der sich abends mit 30 km/h im 2. Gang hochtourig von Ampel-Rot zu Ampel-Rot vorwärtskämpft. Und sooo schlecht ist die Fahrbahnqualität auch nicht, dass man aus diesem Grunde Tempo 30 bräuchte.

1 Antwort
Tempo-30-Schild am Sittardsberg in luftiger Höhe
von HeinzLMann | #3-1

Ich denke, man muss nicht erwarten, nach Verlassen der Autobahn auf einer gut ausgebauten Hauptstraße Tempo 30 vorzufinden. Lärmschutz? Ich habe gehört, dass Feldversuche in Süddeutschland bereits die Wirkungslosigkeit belegt haben. Ferner steht in der StVO, dass Tempo30 Zonen nicht auf wichtigen Durchfahrtstraßen eingerichtet werden dürfen. Jetzt will man das wohl durch einen neuen Schilderwald von Einzelschildern umgehen....
Wenn dies jetzt das Ergebnis der Umsetzung einer weiteren fragwürdigen EU-Richtlinie (s. Glühbirnenverbot, Umweltzonen etc.) ist, frage ich mich, wie lange die Bevölkerung das noch mit sich machen läßt. Wahrscheinlich ist es eine Fördermassnahme der Schilderindustrie ....
Eine gute Idee wäre es doch, nach 22h die Sittardsberger Alle nur im 1. Gang zu befahren. Wenn genügend Leute mitmachen, werden die Schilder hoffentlich von genervten Anwohnern selber abgehängt ...

29.10.2012
08:48
Tempo-30 im Dorf
von Kravattenmuffel | #2

Man muss neidvoll attestieren, dass die „Stadt“ Duisburg an ihrem Ansinnen, zum zweitgrößten Dorf der Region zu werden, kräftig arbeitet. Es ist wirklich nur noch eine Frage der Zeit.
Lärmschutz lautet das Zauberwort. Für vernünftige Straßen fehlt das Geld, ein paar Schilder sind billiger. Aber warum gerade hier? Es gibt schlechtere, lautere Straßen im Duisburger Süden.

Ich fordere gleiches Recht für alle: 40%, weniger Eisenbahnlärm nachts, 40% weniger Industrielärm (HKM, Befesa usw.), wenn denn die Minderung so einfach zu benennen wäre.

27.10.2012
12:07
Zweierlei Maß: Düsseldorfer Landstraße vs. Sittardsberger Allee
von schuchardt1972 | #1

Mit Erstaunen muss ich feststellen, dass auf Sittardberger Allee ein Abschnitt als Tempo 30 ausgewiesen wird. Als besorgter Vater habe ich mich in der Vergangenheit (siehe http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/sued/ueberweg-jetzt-gibt-es-haeufiger-gruenes-licht-id5175382.html) dafür eingesetzt, die Fußgängerampel Düsseldorfer Landstraße / Albertus-Magnus-Straße, die u.a. auf dem Schulweg zur Albert-Schweitzer-Grundschule liegt, sicherer zu machen. Folge hiervon war, dass die Schaltzeiten der Fußgängerbedarfsampel vor dem morgendlichen Schulbeginn um 8 Uhr reduziert wurde. Eine von mir - angesichts Schüler, die häufig bei "Rot" über die Fußgängerampel gehen - geforderte generelle Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 km/h wurde mit dem Argument der "Vorbehaltwege für Feuerwehr und Rettungswege" abgelehnt. Offensichtlich misst hier die Stadt Duisburg mit zweierlei Maß: Die Nachtruhe auf der Sittardsberger Allee scheint ein höheres Gut zu sein, als die Sicherheit von Schulwegen...

1 Antwort
Tempo-30-Schild am Sittardsberg in luftiger Höhe
von Demokrat | #1-1

Vermutlich wurde die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Sittardsberger Allee bevorzugt eingeführt, weil dort ein "wichtiger" Mensch (Stadtpolitiker, oder dergl.) wohnt. Vielleicht sollte Sie auch ein Amt bei einer der stadtregierenden Parteien - z.B. bei der weltverschlimmbessernden Fraktion der Grünen - anstreben, damit Ihrem Anliegen genüge getan wird.

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