Tanzen wie im Orient
29.11.2007 | 19:00 Uhr 2007-11-29T19:00:37+0100Sarah Krenz aus Wanheim ist leidenschaftliche Bauchtänzerin. Am letzten Wochenende, beim internationalen Wettbewerb "Bellydancer of the World" in Homberg, feierte sie ihren bislang größten Erfolg
Für die meisten Menschen ist der Bauchtanz eine nette Nebensächlichkeit aus dem Fernsehen. Sarah Krenz (22) aus Wanheim hat sich diesem Sport seit ein paar Jahren verschrieben. Am letzten Wochenende, beim Wettbewerb "Bellydancer of the World" (Bauchtänzer der Welt) in der Homberger Glückhaufhalle, kam sie damit groß raus. Sie belegte im Duo-Tanz (mit Partnerin Annika Splitek) Platz Eins unter sechs teilnehmenden Paaren in der Stilrichtung "klassisch", gehörte der besten von insgesamt vier Formationen in der Stilrichtung "klassisch" an. Und im Solotanz belegte sie unter 13 Teilnehmerinnen in der Stilrichtung "Fantasy" immerhin Platz Sechs.
"Es ist eine Entspannung vom Alltag", sagt die Briefzustellerin, "mal etwas ganz anderes." Und es verschaffe Körpergefühl. "Man kann einmal richtig weiblich sein", sagt die junge Frau.
Durch ihre Mutter, die ebenfalls leidenschaftlich tanzt, kam die Wahl-Wanheimerin als 15-Jährige zum Bauchtanz. Vor ihrem Umzug nach Duisburg vor zwei Jahren ging sie diesem Sport in einem Turnverein in Erkrath nach. Seitdem ist für sie das "Zentrum für Orientalische und Internationale Tanzkunst" von Tänzerin Leyla Jouvana in Stadtmitte das Maß aller Dinge. Dort trainiert sie einmal pro Woche in der Showtanzgruppe, belegt außerdem den Masterkurs. Und an den Wochenenden lässt sich Sarah Krenz dort in Workshops von internationalen Bauchtanz-Künstlern selbst zur Tanzlehrerin ausbilden.
"Ich möchte selbst gebucht werden", bei Geburtstagen, Hochzeiten oder Firmenfeiern, sagt sie. "Und ich möchte auch unterrichten." Dafür sucht sie bereits einen Raum. "Ich möchte das Ganze aber langsam angehen", fügt sie hinzu. Sarah Krenz weiß, dass es eine Vielzahl von Galas und Show-Aufführungen und Angeboten in Tanzstudios gibt - und eben auch Wettbewerbe wie den in Homberg.
Dabei räumt sie mit dem Klischee auf, Bauchtanz spiele sich nur zu Flötenmusik und nur um einen Schlangenkorb herum ab. "Es gibt langsame und flotte Rhythmen", sagt sie, moderne und traditionelle Klänge, manchmal mit Gesang im Hintergrund. Auch auf reine Rhythmen wird bauchgetanzt.
Dabei von Männern lustvoll beäugt zu werden, hat sie bislang nicht gestört. "Ich bin noch nie belästigt worden", sagt sie. Appetit zu machen, sei schließlich erlaubt. "Ich achte darauf, dass man nicht zuviel sieht".
Ihr FreundTa Stephan Ax, wie sie Briefzusteller von Beruf, organisiert ihre Auftritte. Vor dem Erfolg als "Bellydancer" in Homberg war es ihre erste Show, die sie im Sommer beim "Römerfest" in Wanheim zusammen mit ihrer Partnerin Annika zum Besten gab: zweimal 30 Minuten Bauchtanz vor rund 100 Zuschauern. Dazu hat das Paar gemeinsam mit dem Wirt vom "Römerimbiss" eigens einen kleinen Werbering ins Leben gerufen.
Bei so einer Show, sagt sie, sei es ja mit dem Einstudieren des Tanzes und seiner Figuren nicht getan. Eine kleine Bühne müsse her, auch eine Kulisse. Es gelte, die Musikauswahl zu treffen und die einzelnen Stücke genau auf die jeweilge Choreographie abzustimmen.
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