Tanz-Workshop im Jugendzentrum Wanheim

Die 10-jährige Joenn Koffer gibt alles bei ihrem Auftritt. Die anderen Kids schauen ihr gespannt zu.
Die 10-jährige Joenn Koffer gibt alles bei ihrem Auftritt. Die anderen Kids schauen ihr gespannt zu.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Wie zwei Tanzlehrer Bewegung in das Jugendzentrum Angertaler Straße und Kinder zum Träumen bringen.

Wanheim..  Orhan Fejzulovic deutet vom Seitenrand mit seinen Armbewegungen die nächsten Tanzschritte an. Die Kinder schielen zu ihm rüber. Die Mädels wackeln zu den orientalischen Klängen gekonnt mit den Hüften – wie Bauchtänzerinnen. Die Jungs üben sich in Breakdance – zu harten Hip-Hop-Beats. Tosender Applaus von stolzen Eltern.

Die etwa siebenminütige Aufführung ist das Resultat von einer Woche Tanztraining. Tanztraining, das im Jugendzentrum an der Angertaler Straße in Wanheim in der letzten Osterferienwoche stattfand. Das Kulturrucksack-Tanzprojekt der Stadt Duisburg hat es möglich gemacht: Tanzen wie die großen Idole aus dem Fernsehen. Rund 20 Kinder zwischen zehn und 14 Jahren hatten sich für den Workshop, der von engagierten Künstlern durchgeführt wurde, angemeldet.

Eine von ihnen ist die Zehnjährige Joann Koffer. Joann hat es im Blut. Seitdem sie vier Jahre alt ist, tanzt sie – unter professioneller Anleitung in einer Tanzschule. Tänzerin zu werden, ist ihr größter Traum. „Schau’n wir mal“, sagt die Mama. „Bis dahin ist es ja zum Glück noch ein bisschen hin.“ Gespannt und mit Handy-Fotokamera ausgestattet verfolgt Mama Nicole den coolen Auftritt ihrer Kleinen. Eine Kleine, die auf der Tanzfläche wie eine ganz Große ist. „Ich bin sehr stolz“, erzählt die Mutter nach der Aufführung.

Schokolade als Dankeschön

Stolz ist auch die tanzbegeisterte Joann. Dass sie schon Erfahrung im Bereich „Videoclip-Dance“ und Jazz hat, beschert ihr einen Soloauftritt. „Am Anfang war ich schon ein wenig aufgeregt“, gibt die Zehnjährige zu. Doch davon ist beim Auftritt nichts zu sehen. Spaß gemacht hat ihr der Tanzlehrgang. Gerade, weil die Tanzlehrer – oder wie man heute sagt: Choreographen – viel Herzblut in das Projekt gesteckt haben. Der Grund dafür, dass sich die Zehnjährige am Ende mit Schokolade bedankt.

Darüber freuen sich der 32-jährige Fejzulovic und seine Kollegin Lisa Kuhles. Für die Beiden bedeutet Tanzen Leben. Kuhles ist gelernte Tanz- und Sozialpädagogin. Sie brachte den Kids orientalischen Tanz und Balkan-Beats bei. Tänzer Orhan hat sich auf Hip-Hop, Salsa, Breakdance und Streetstyle spezialisiert. Tanzrichtungen, die besonders gut bei den Jungs ankommen. Trotz Minderheit rocken sie die Tanzfläche und imponieren ihre Eltern mit Freestyle-Einlagen. Bis auf die freien Tanzstücke, die gewollt in die Abfolge eingeplant waren, wurde die Choreographie eine Woche lang für jeweils zwei Stunden pro Tag eingeübt. „Die Kinder konnten eigene Ideen mit einbringen“, erzählt die 40-jährige Kuhles. Sie ist begeistert vom Engagement der Kleinen und freut sich, dass neben dem Tänzerischem auch andere Dinge gelehrt werden: „Das gemeinsame Miteinander wird gefördert, genauso wie Grundwerte wie beispielsweise Disziplin.“

Für Tanzlehrer Fejzulovic ist die Arbeit mit Kindern das Schönste an seinem Job. „Ich betreue viele Multikulti-Tanzprojekte. Das macht einfach Spaß“, berichtet er.