Tamilen feiern Jubiläum

Vyramuthu Sivarajah plant seit Wochen das tamilische Kinder- und Kulturfest anlässlich seines Magazin-Jubiläums.
Vyramuthu Sivarajah plant seit Wochen das tamilische Kinder- und Kulturfest anlässlich seines Magazin-Jubiläums.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Wanheimer Tamile Vyramuthu Sivarajah feiert das 25-jährige Bestehen seines Magazins. Das Heft soll Sprache, Tradition und Kultur bewahren - aber auch Waisernkindern aus Sri Lanka helfen.

Wanheim..  Vyramuthu Sivarajah ist zeitlich stark eingespannt. Neben seinem Beruf als Lagerist im Casino Duisburg organisiert der Tamile das 25-jährige Jubiläum seines Magazins „Mann – Erde“. Ein kunterbuntes Fest mit rund 300 Gästen ist geplant. Traditionelle Speisen, Trachten und indischer Tanz sollen an die Heimat erinnern.

1983 zog Sivarajah von Sri Lanka nach Deutschland. Sieben Jahre später gründete er seine eigene Zeitschrift. Jeden zweiten Monat erscheint das Werk – geschrieben in tamilischer Sprache. Rund 120 Abonnenten aus ganz Deutschland zählen zu seinem Leserkreis. Die Auflage ist im Vergleich zu den Anfangsjahren zurückgegangen. Sivarajah erklärt: „Das Internet bietet heutzutage so viele Möglichkeiten, um an Informationen aus dem Heimatland zu kommen. Auch im Fernsehen kann man tamilische Sender empfangen. Deshalb ist die Nachfrage nach dem Magazin zurückgegangen.“

Menschlichkeit im Fokus des Heftes

Einschüchtern lässt sich der 61-Jährige davon nicht. Im Gegenteil. Obwohl die Produktion der Zeitung für ihn ein Minusgeschäft bedeutet, denkt er nicht daran, sich aus der Journalismus-Branche zurückzuziehen. Für ihn bedeutet „Mann – Erde“ mehr als nur Geschichten, mehr als nur Heimat, mehr als nur Kultur. „Mir geht es nicht um das Heft an sich, sondern darum, auf Probleme in der Heimat hinzuweisen und humanitäre Hilfe anzuregen“, betont der Tamile. In jeder Ausgabe ruft er seine Leser zu Spenden auf. Spenden, die zurück in seine Heimat Sri Lanka fließen. Nach dem Tsunami und den vielen Unruhen und Kriegen im Land wurden Waisenhäuser errichtet, die auf Hilfe angewiesen sind. „Das Leid und die vielen Opfer gehen mir nicht aus dem Kopf“, sagt der 61-Jährige. Damit sich jeder Geldgeber sicher sein kann, dass die Spenden ankommen, werden in dem Magazin Rechnungen und der E-Mail-Schriftverkehr abgedruckt. Auch Patenschaften an Waisenkinder vermittelt der Wanheimer. Bisher konnten sich zwölf Kinder aus Sri Lanka über eine Patenschaft freuen.

Menschlichkeit bedeutet dem Chefredakteur und Herausgeber von „Mann – Erde“ viel. „Natürlich geht es im Heft darum, die eigene Sprache, Tradition und Kultur zu bewahren, aber die menschlichen Aspekte und das gemeinsame Miteinander stehen deutlich im Fokus“, betont Sivarajah und fügt hinzu: „Das Leben aller Menschen, egal welcher Herkunft, Rasse und Religion, beginnt und endet auf der Erde.“ Daher auch der Name des Magazins: „Mann“ ist das tamilische Wort für Erde.

Für den 61-Jährigen ist der Journalismus nur noch eine ehrenamtliche Tätigkeit. In Sri Lanka arbeitete er als Redakteur. Als er als Asylant nach Deutschland kam, musste er seinen Traumberuf aufgeben – der Sprache wegen. Doch seinen Traum von einer besseren Heimat lebt er weiter – auch im weit entfernten Duisburg.