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Tagespflege will ins "Emmaus"

13.10.2009 | 10:52 Uhr

Die evangelische Auferstehungsgemeinde will ihr Gemeindehaus an einen Pflegedienst verkaufen

Die evangelische Auferstehungsgemeinde Duisburg-Süd hat für ihr Gemeindehaus „Emmaus” an der Korbmacherstraße mindestens einen ernsthaften Interessenten: den Pflegedienst „erfolgreich pflegen”, der bislang in Mülheim an der Ruhr tätig ist. Georg Szalek, einer der beiden Betreiber, stellte sich jetzt bei einer Informationsveranstaltung in Mündelheim vor. Zuvor aber berichtete Pfarrer Rainer Kaspers über den Stand der Dinge. „Es wird so oder so am 31. Dezember geschlossen”, so der Pfarrer. Denn die Landeskirche habe der Entwidmung des Gotteshauses zugestimmt.

Die imVorfeld angeforderte Gebäude-Strukturanalyse für die Gemeinde, so der Pfarrer, sei als schlüssig bewertet worden. Danach konzentriert sich die Gemeinde künftig auf zwei Zentren in Huckingen und Ungelsheim und zwei dortige Kindergärten, die gemeinsam ein Familienzentrum bilden (wir berichteten). In Hüttenheim wird zudem das frühere Pfarrhaus für Begegnungen vorgehalten. „Auch in Mündelheim dürftenwir wieder auf Suche nach Räumlichkeiten gehen”, sagt Rainer Kaspers. Wenn der Mülheimer Pflegedienst seinen Sitz nach Mündelheim verlegt, wird das aber gar nicht nötig sein. Denn auch der Pflegedienst ist an einer Kooperation mit der Gemeinde interessiert. Er möchte das Gemeindehaus für die Tagespflege umbauen. Bei dieser neuartigen Form der Pflege werden Pflegebedürftige tagsüber professionell betreut, während sie abends wieder zu den Angehörigen gebracht werden. Nach einer Reform der Pflegeversicherung wird seit 2008 Extrageld für Leistungen der Tagespflege gezahlt.

„Wir müssen nur einen Ausgang für Rollstuhlfahrer und ein behindertengerechtes WC schaffen”, berichtete Georg Szalek. Ansonsten sei das Haus als „offenes Haus” geplant, könne die Gemeinde den großen Tagesraum bei Bedarf abends und an Wochenenden auch für größere Veranstaltungen nutzen. Die Wert des Gemeindehauses liegt übrigens bei rund 380 000 Euro. Die Gemeinde selbst will sich im Untergeschoss des Hauses einmieten. Die Umbaukosten dort bezifferte Rainer Kaspers jetzt auf 50 000 Euro: „Wir müssen eine Wand herausnehmen und das WC erweitern.” Evangelische Gottesdienste können künftig in der katholischen Dionysius- Kirche stattfinden. „Ich werbe ausdrücklich dafür”, appellierte Kaspers an die rund 1 000 evangelischen Christen in Mündelheim. „Ein Gemeindehaus alleine macht keinen Sinn.” Gemeindearbeit stehe und falle mit dem Gottesdienst”, erklärte er. Allerdings werde es eine drei- bis viermonatige Übergangszeit geben, bis das Gemeindehaus wieder verfügbar ist. Der Pflegedienst jedenfalls hat schon sein Herbstfest an der Korbmacherstraße gefeiert.

Martin Kleinwächter

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