Straßen in Duisburg-Wanheim werden immer sauberer

Timm (links) und Patrick Stobbe vom Bürgerverein packten mit an.Fotos:Lars Fröhlich
Timm (links) und Patrick Stobbe vom Bürgerverein packten mit an.Fotos:Lars Fröhlich
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der SPD-Ortsverein und der Heimat- und Bürgerverein Wanheim riefen am Wochenende wieder zum gemeinsamen Aufräumen des Stadtteils auf.

Wanheim..  Pünktlich um zehn Uhr am Samstagmorgen versammelten sich die Helfer an der Wanheimer Straße / Ecke Atroper Straße. Hier warteten schon Hartmut Ploum, der SPD-Ortsvereinsvorsitzende für Wanheim-Angerhausen, und Ratsherr Werner von Häfen auf ihre freiwilligen Müllsammler. Die hatten an diesem Tag richtiges Glück, blauer Himmel und Sonnenschein ließen sozusagen keine Schmutzecke im Dunkeln.

„Die Situation hier in Wanheim hat sich in den letzten Jahren verbessert. Als wir angefangen haben, sind fast drei Container voll geworden. Heute sind wir bei einem“, sagt Ploum. Das spricht dafür, dass die Aktion, die im Jahr 1999 von beiden Vereinen ins Leben gerufen wurde, Einzug in die Köpfe der Bürger genommen hat. Natürlich gibt es immer noch einige Stellen, an denen Menschen einfach illegal ihren Müll entsorgen, auf diese wurde am vergangenen Wochenenden besonders wertgelegt.

So zogen die insgesamt zehn Helfer bewaffnet mit dicken Handschuhen, Müllbeuteln und Müllzangen los. Die Ziele der Helfer: der Franzosenweg, der Friedhof, der Honnenpfad und die Wanheimer- und Atroper Straße.

„Über Matratzen bis zu Bettdecken haben wir schon alles gefunden. Es ist unglaublich, was die Leute einfach so entsorgen“, sagt Ploum. „Einmal haben wir auch echt gedacht, dass wir eine Leiche gefunden haben. Aber zum Glück waren es nur Fleischabfälle, die einer eingebuddelt hatte. Da sieht man, wie die Leute mit der Müllentsorgung umgehen“, fügt der SPD-Ortsvorsitzende hinzu.

Toilettenbrille im Gebüsch gefunden

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren habe sich die Lage im Stadtteil allerdings erheblich gebessert, finden die Saubermacher. Dennoch zeigt sich die gebürtige Wanheimerin Henrike Meybohm besorgt. „Ich helfe hier jedes Jahr mit, und nicht nur das, ich gehe hier auch privat mal die Straße runter und sammel den Müll auf“, sagt die 52-Jährige. „Es ist unglaublich was die Menschen entsorgen, vor ein paar Tagen habe ich hier eine Toilettenbrille gefunden. Ich meine, wieso wirft man die einfach ins Gebüsch?“, fragt die Helferin.

„Das ist wirklich ein großes Thema, da muss hier noch einiges passieren“, sagt Eckhard Gutman. Auch der 69-Jährige hat sich Arbeitshandschuhe übergestreift und echauffiert sich über die Dreistigkeit der Menschen. „Die kommen im Schutz der Dunkelheit, zum Beispiel zur Grünfläche am Friedhof, und schmeißen da einfach ihren Müll hin. Und keinen interessiert es.“

Weiter erklärt er, dass die Wirtschaftsbetriebe hier schon viel tun würden. „Wenn ich eine vermüllte Ecke sehe, rufe ich die an, und die sind sofort zur Stelle, um alles wegzuräumen“, sagt der Rentner. Aber die Verursacher treffe man natürlich nicht an. Die würde man selten erwischen, und bei solchen Saubermachaktionen seien diese Leute auch nicht dabei.

Gegen 13 Uhr waren die Müllbeutel der Helfer gefüllt und die Wanheimer Straßen vom Dreck befreit. Außergewöhnliche Funde hatten die freiwilligen Helfer an diesem Samstag nicht zu vermelden, aber dennoch hoffen sie, mit ihrer Aktion an die illegalen Müllentsorger zu appellieren, ab sofort die vorgesehenen Entsorgungsplätze zu nutzen.