Stoppok spielt Mitsing-Klassiker

Huckingen..  Es dauert eine Dreiviertelstunde, da verabschiedet sich Stefan Stoppok zum ersten Mal. „Die Konzerte werden immer kürzer, die Tickets dafür immer teurer“: Das Publikum zieht mit – und fordert lautstark „Zugabe“. Und natürlich liefert Stoppok, der erst neulich mit dem Kleinkunstpreis in der Sparte „Lied/Chanson“ ausgezeichnet wurde: Ein paar Lieder von der aktuellen Platte „Popschutz“, und natürlich zahlreiche Klassiker zum Mitsingen. Die rund 400 Fans, die sich im „Steinhof“ eingefunden haben, sind textsicher. Musikalisch rockt der Barde auf hohem Niveau. Unterstützt wird er von „Sebel“ am Schlagzeug und Reggie Worthy am Bass.

„Was gibt’s Schöneres, als bei so einem Wetter einen Abend in geschlossenen Räumen zu verbringen“, frotzelt der Sänger. Allerdings: Auch drinnen wird das Bier in nullkommanix warm. Ein Kühlschrank wär’ gut. Aber der olle „Kühli“ ist ja kaputt: „Mein Freund der Kühlschrank – ja dann man tau. In dir, da stand mein letztes Bier, jetzt stehst du ziemlich lauwarm hier.“ Andere Lieder verlieren auch nach Jahren noch nicht ihren aktuellen Bezug: „Denk da lieber nochmal drüber nach“, schleudert Stoppok all jenen entgegen, die rechte Parolen grölen.

Mit Blick auf die Urlaubsplanung singen alle mit, was „Willi Moll in Afrika“ erlebt: „Bei der Ankunft im Hotel hat Willi gleich entdeckt: Die Wirklichkeit sieht anders aus als Fotos im Prospekt.“ Stoppok kommt jedenfalls zu dem Schluss: „Dein Land ist das Rheinland, Willi, da ist es gemütlich. Afrika ist zu verschieden und zu weit südlich.“

Kurz bevor sich Stoppok dann wirklich verabschiedet, fordert er noch ein paar Zwischenrufer auf, sich zu beteiligen. „Ausziehen“, brüllt einer. Stoppok pariert: „Das ist das Gute am Älterwerden, sowas hört man immer seltener.“