Steinbergs Kabarett-Mix kommt im Steinhof an

La Signora, „die schwarze Witwe der Volksbelustigung“, hier bei einem Auftritt in Moers.
La Signora, „die schwarze Witwe der Volksbelustigung“, hier bei einem Auftritt in Moers.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
René Steinberg und seine Gäste aus der Kabarett- und Comedy-Szene.

Huckingen..  Regelmäßig lädt René Steinberg Gäste aus der Kabarett- und Comedy- Szene zu seinem Mix aus Kurzauftritten und Gesprächen ein. Knapp 200 Kleinkunstfreunde freuten sich am Mittwochabend im Huckinger Steinhof nicht nur auf den durch diverse WDR-Hörfunk-Formate („Die von der Leyens“, „Tatort mit Till, Herbert und Udo“) bekannt gewordenen Gastgeber, auch die eingeladenen Carmela de Feo („La Signora“) und Jens Neutag versprachen einen kurzweiligen Abend.

Aktuelle Themen vor Gastauftritten

Bevor seine Gäste allerdings zu Wort kamen, ging René Steinberg auf die aktuellen Geschehnisse ein und ließ weder das Elfmeterschießen der Bayern gegen den BVB im Pokal-Halbfinale („Guten Rutsch an alle Bayern-Fans“) noch die Posse um das gefechtsuntaugliche G36-Waffen der Bundeswehr aus („die Gewehre hat die von der Leyen jetzt bei Ebay eingestellt“). Danach hieß es dann „Bühne frei“ für Jens Neutag. Der Wuppertaler Kabarettist und Autor präsentierte Ausschnitte aus seinem aktuellen Solo-Programm „Das Deutschland-Syndrom“, mit dem er Donnerstag nächster Woche auch im Steinhof auftritt.

Als ehemaliger SPD-Ortsvereinsvorsitzender trauerte Jens Neutag dabei den alten Zeiten nach, als man noch frühmorgens „vor der Schicht“ Wahlkampf für Willy Brandt machte. Danach sei es ständig mit der Partei bergab gegangen. Gerhard Schröder habe der Partei schließlich den Rest gegeben, mittlerweile sei „Putins Gasableser ja der einzige deutsche pro-russische Separatist“.

La Signora, die „schwarze Witwe der Volksbelustigung“, war in den Steinhof zum „Männerwichteln“ gekommen. Seit Jahren ist Carmela de Feo auf der Suche nach dem Mann ihrer Träume, begegnet ist ihr der auch im Huckinger Steinhof nicht.

Das zierliche, urkomische Energiebündel aus Oberhausen trauert den Zeiten nach, als Männer noch echte „Machos“ waren und nicht, wie heute, „ihre Finger in Olivenöl tauchen und für ihre Liebste opulente Drei-Gang-Menüs zaubern“. „So wat wie jetzt hattet früher nich gegeben“, merkte La Signora, „der Durchlauferhitzer der Liebe“, beim Anblick der zahlreichen Männer im Publikum bedauernd an.

Umso trauriger für die herrlich frivole Signora, die freimütig bekannte, dass „Untertage die Grubenlampe bei ihr noch lange nicht erloschen sei“.