Stadt Duisburg weitet Radarkontrollen noch aus

Der Negativrekord bisher: Ein Autofahrer war viermal so schnell unterwegs wie erlaubt.
Der Negativrekord bisher: Ein Autofahrer war viermal so schnell unterwegs wie erlaubt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bürger aus dem Duisburger Süden haben der Stadt mehr als 50 Raser-Straßen gemeldet. Aus zwei Stadtteilen kam allerdings gar keine Meldung.

Duisburg.. Die Angerhauser Straße in Huckingen ist eigentlich eine Spielstraße; im Amtsdeutsch verkehrsberuhigte Zone. Kinder sollen hier ungefährdet spielen können. Statt mit einem Ball spielten dort aber wohl des öfteren einige Autofahrer mit dem Gaspedal. Grund genug für Anwohner, der Stadt die Stelle als möglichen Blitzerpunkt zu melden. Der Messwagen rückte an – und maß viermal so viel Tempo wie erlaubt; 40 statt der zugelassenen zehn Kilometer pro Stunde. Die Angerhauser Straße ist eine von 51 Stellen, die Süd-Einwohner der Stadt genannt haben.

Online-Formular

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Stadt das sogenannte Bürgeranliegen an die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung eingeführt. Ziel der Aktion sei es, Raser zur Raison zu bringen, ließ die Verwaltung damals verlauten. Seitdem können besorgte Bürger dem Ordnungsamt per Online-Formular Bescheid geben, auf welcher Straße es besser mal blitzen sollte. Das Amt prüft dann einen Einsatz und schickt einen der fünf städtischen Messwagen hin, wenn es eine tatsächliche Gefahrenstelle erkennt.

82 Bewohner des Duisburger Südens haben inzwischen versucht, Raser durch eine solche Meldung auszubremsen. Genannt haben sie fast alle Stadtteile im Bezirk Süd. Keine Meldungen gab es lediglich für Ungelsheim und Serm. Beim Ordnungsamt aufgelaufen ist durch diese Meldungen eine Liste mit 51 Straßen. 27 davon hatten die Beamten allerdings vorher schon auf dem Radarschirm. „Zwölf sind neu dazugekommen und werden in Zukunft berücksichtigt“, kündigt Gabi Priem an, Sprecherin der Stadt. „Sieben Stellen sind noch in der Prüfungsphase.“

Technische Gründe

Bei fünf Stellen winkten die Kontrolleure ab: „Sie sind aus technischen Gründen nicht bemessbar.“ Damit beim Blitzen zumindest auf der Seite der Messung alles mit rechten Dingen zugeht, muss die Messstrecke zum Beispiel eine Mindestlänge erreichen. Eine Kurve ist kein Auskriterium, darf aber nicht zu stark sein. Und, ganz pragmatisch: „Man muss einen Platz haben, wo man sich aufstellen kann.“

Negativrekord hält die Angerhauser Straße

Unter den bisher eingegangen Hinweisen war die eingangs erwähnte Angerhauser Straße der Rekordhalter; nirgendwo anders überschritt ein Fahrer die zugelassene Höchstgeschwindigkeit noch deutlicher. Priem relativiert: „Im Vergleich zur Gesamtsituation ist der Süden moderat.“ Trotzdem: Wer glaubt, eine weitere Risikostelle ausgemacht zu haben, kann sie auch weiterhin der Stadt melden. Die Stadtsprecherin kündigt an: „Wir gehen unbefristet allen Hinweisen nach.“