Shoppen per Mausklick in der eigenen Stadt

Jennifer Pomberger hat für ihren Online-Auftritt jeden Wollknäuel fotografiert und die Bilder anschließend bearbeitet.
Jennifer Pomberger hat für ihren Online-Auftritt jeden Wollknäuel fotografiert und die Bilder anschließend bearbeitet.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Duisburger Süden geht online. Immer mehr Einzelhändler reagieren auf das veränderte Kaufverhalten der Kunden und bieten Internet-Shops an. Andere wiederum machen genau das Gegenteil: Sie haben den Online-Verkauf aufgelöst.

Süd..  Mittagspause und Ladenschluss? Das war gestern. Das Internet macht es möglich: Shoppen ohne Grenzen. Ob Regenwetter oder Zeitmangel, der Klick mit der Maus ist schneller und gemütlicher als der Weg zum nahegelegenem Geschäft. Viele Einzelhändler im Duisburger Süden haben deshalb ihr Geschäftsmodell überdacht und sich dem Internetzeitalter angepasst. Die Stadtteil-Redaktion hat sich im Duisburger Süden umgeschaut: Welche Geschäfte machen Shopping nach Ladenschluss möglich?

Per Mausklick zum Bücherwurm

Die Buchhandlung „Was ihr wollt“ auf der Münchener Straße hat seit acht Jahren einen Online-Shop. Die Kunden nehmen das Angebot der kleinen Bücherstube an und bestellen täglich. Gabi Scheibe, Inhaberin des Geschäfts, fasst die Vorteile ortsansässiger Online-Shops zusammen: „Es ist die bequeme Art und Weise, beim Laden um die Ecke einzukaufen, ohne die Wohnung verlassen zu müssen.“ Die Bestellungen nimmt die Inhaberin vor Ort entgegen. Steht das gewünschte Buch nicht im Regal, wird der Großhändler kontaktiert. Für die Zukunft plant Scheibe, auch E-Books im Internet anzubieten. Für sie sei es wichtig, mit dem Trend zu gehen, sonst verliere man Kunden.

Komme was „Wolle“

Direkt gegenüber ist der Laden „Fadenzauber“. Vor wenigen Wochen ging Inhaberin Jennifer Pomberger online. Sie gründete den Internet-Shop, um die Kunden nicht vor verschlossenen Ladentüren stehen zu lassen. Die Realisierung dauerte ein halbes Jahr. Jedes einzelne Wollknäuel hat die 28-Jährige zum Fotografieren mit nach Hause genommen. „Das war eine Mordsarbeit“ schildert Pomberger. Den Internetauftritt hat sie zusammen mit ihrem Mann gestaltet und programmiert. Die Mühe wurde belohnt. „Die ersten Bestellungen sind schon eingetrudelt“, freut sich die 27-Jährige. Die Wollknäuel wurden bereits aus dem bunten Woll- und Stoffparadies verschickt.

Scharf sehen leicht gemacht

Einen Mausklick oder einen Katzensprung entfernt liegt der Brillenmacher. „Ein Online-Shop ist heutzutage ein Muss“, betont Augenoptikermeisterin Mariem Bekri. Das Geschäft möchte den Kunden ein Bonbon bieten und außerhalb der Öffnungszeiten erreichbar sein. Die Möglichkeit, online einzukaufen, wird aber nicht häufig genutzt. „Unser Internetshop läuft gegen Null. Im Jahr bestellen rund eine handvoll Menschen auf unserer Homepage“, resümiert Bekri. Für die 37-Jährige hat der Online-Verkauf keine große Bedeutung. Ihr ist es wichtiger, dass die Kunden vor Ort betreut werden. Nur so kann sie erkennen, ob sich etwas an der Sehstärke verändert hat. Das Internet mache zwar fast alles möglich, die Sehstärke bestimmen kann es aber nicht – noch nicht.

Zurück in die Zukunft

Der Spiel- und Schreibwaren-Laden „Buntstift“ auf der Düsseldorfer Landstraße hat den eigenen Onlineshop inzwischen zurückgezogen. Denn die Resonanz fiel bescheiden aus: Der Umsatz belief sich auf einen Tornister in einem Jahr. Susanne Brücker, Ansprechpartnerin für die Kunden, erklärt die Entscheidung: „Es hat sich schlichtweg nicht gelohnt. Durch Internetshops gehen die kleinen Läden kaputt. Das ist sehr schade.“ Außerdem biete das Internet nicht die Möglichkeit für ausreichende Beratungsgespräche und optimale Kundenbetreuung. „Welcher Online-Shop kann Geschenke hübsch verpacken? Ich kenne keinen“, betont Brücker und damit einen Nachteil des Online-Kaufs. Für sie ist der direkte Kontakt zum Kunden unersetzlich.

Auch der Spielwaren-Laden „Podpi Spielwelten“ auf der Münchener Straße hat den eigenen Online-Shop aufgegeben. Dennoch verkaufen die Inhaberinnen Aylin Korkankorkmaz und Heike Grau Ware über das Internet.

Vom Internet zur App

Bei der Verkaufsplattform Amazon haben sie ein Verkaufskonto eingerichtet. „Etwa 30 Prozent unseres Umsatzes stammen von den Online-Käufen“, erzählt Grau. Die bestellte Ware wird direkt aus dem kunterbunten Laden verschickt.

Die Geschäftsführerinnen tüfteln zur Zeit an einem neuen Zukunftsmodell: „Wir könnten uns vorstellen, eine App zu entwickeln, die den Kunden ein virtuelles Schaufenster zeigt. Vom Sofa oder vom Zug aus kann dann jederzeit geschaut werden ob das gewünschte Spielzeug vorrätig ist.“