Sechs Millionen Euro für neue Medizintechnologie

Etwa 60 Untersuchungen pro Tag werden am neuen Computertomographen durchgeführt.
Etwa 60 Untersuchungen pro Tag werden am neuen Computertomographen durchgeführt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Neue Untersuchungsgeräte im St.-Anna-Krankenhaus in Duisburg-Huckingen sollen die Belastung der Patienten verringern und die Früherkennung verbessern.

Huckingen..  Alte Untersuchungsgeräte raus, neue rein: Einer radikalen Technologie-Kur hat sich das Malteser-Krankenhaus St. Anna in den letzten Monaten unterzogen. Ein halbes dutzend alter Geräte ist durch neue ersetzt worden; für den Austausch des tonnenschweren Magnetresonanztomographen (MRT) wurde eigens eine Wand eingerissen. Sechs Millionen Euro hat die Malteser Deutschland GmbH für insgesamt zwölf neue Maschinen an ihren drei Rhein-Ruhr Standorten in Huckingen, Homberg und Krefeld-Uerdingen bezahlt. Damit habe man die Krankenhäuser „radiologisch auf den neuesten Stand der Medizin gebracht“, sagt Dr. Amin Laali, Chefarzt für Radiologie.

„Das ist nicht Technologie, weil Technologie so schön ist“, stellt Dr. Franz Graf von Harnoncourt klar, Malteser-Geschäftsführer. Profitieren sollen vor allem die Patienten. Der voll digitalisierte Breitband-MRT arbeitet ein Drittel schneller als bisherige Geräte, die Untersuchungszeit für den Patienten verkürzt sich auf acht bis zehn Minuten. „Lange in der Röhre kennen wir nicht mehr“, sagt Dr. Laali. Auch ein Kontrastmittel muss er nicht mehr verabreichen. Außerdem erreicht das neue Gerät eine bis zu 40 Prozent höhere Genauigkeit.

Kann der Arzt auf dem Bild mehr erkennen, ist das gut für die Gesundheit. „Je moderner die Technik ist, desto besser ist Früherkennung möglich“, fasst Mathias Weigel zusammen, Geschäftsführer von Philips Healthcare Deutschland – Philips hat die Geräte geliefert.

Nur noch die Hälfte Röntgenstrahlenbelastung

„State of the art und ein bisschen darüber hinaus“ ist nach den Worten von von Harnoncourt auch der Computertomograph (CT). Er durchleuchtet den Körper mit Hilfe von Röntgenstrahlung, daher „dreht sich alles um die Dosis“, so Weigel. Knapp der Hälfte der bisherigen Strahlenbelastung werden Patienten in der neuen Maschine ausgesetzt. Damit ist die Dosis auch für Kinder, Jugendliche und Frauen unproblematisch.

Umgestellt auf den neuesten Stand der Technik wurde übrigens bei laufendem Betrieb – mobile Un­tersuchungsgeräte machten es möglich. Von Harnoncourt vergleicht: „Das ist, als wenn Sie Ihre Küche kernsanieren und trotzdem jeden Tag ein Gericht auf den Teller bringen.“

Prostata-Zentrum geplant

Zwei der neuen Geräte sind noch nicht am St. Anna eingetroffen, doch die Malteser blicken schon in die Zukunft. Der MRT eröffne in Sachen Prostata „neue Diagnostik- und Therapiemethoden“, sagt Weigel. Eine wichtige Neuigkeit für alle Männer, denn: „Prostata ereilt jeden Mann irgendwann.“ In Huckingen wolle man ein Zentrum aufbauen, „das seinesgleichen sucht“.