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Nach einem Treffen

Schulterschluss in Wanheim

09.03.2010 | 17:32 Uhr
Schulterschluss in Wanheim

Wanheim. Zu einem ersten Schulterschluss ist es Anfang der Woche in der Gaststätte Jägerhof zwischen der Bürgerinitiative „Besser leben in Wanheim“ und dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gekommen.

Grund dafür sind die zu erwartenden Aktivitäten rund um die Wanheimer Zweigstelle der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) an der Richard-Seiffert-Straße, die, wie berichtet, demnächst verstärkt Atommüll­Transporte aus der Kernforschungsanlage in Jülich be­kommen und konditionieren wird. Für Samstag, 10. April, soll es eine weitere Demons­tration geben, die erste Kundgebung der Atomgegner im Januar wurde aus Sicht der Veranstalter ein Erfolg.

Heiner Möllers, Sprecher der Initiative „Kein Atommüll in Ahaus“, stellte nach dem Treffen fest: „Die Pläne der GNS – einer Tochter von EON, RWE, EnBW und Vattenfall – für die Atommülltransporte von der GNS-Atommüllkonditionierungsanlage Wanheim nach Ahaus werden immer konkreter: In den kommenden Jahren sollen jährlich 30 große Container mit je 26 Atommüllfässern per Bahn nach Ahaus rollen, um in Duisburg Platz für eine Er­weiterung der Atommüllkonditionierung zu schaffen und um politischen Druck für die Inbetriebnahme des geplanten Endlagers Konrad aufzubauen.“

Als gemeinsames Ziel formulierten die Wanheimer und die Münsterländer Initiativen eine Zusammenarbeit für die Schließung der Atommüllkonditionierungsanlage sowie ge­gen die geplanten Atommülltransporte von Duisburg nach Ahaus.

Henrike Meyboom von der Wanheimer Initiative: „Die Vorgänge rund um die GNS gehören für uns als Bürgerinitiative zur Verkehrsproblematik, an deren Verbesserung wir seit Jahren arbeiten. Deswegen ist eine Zusammenarbeit mit den Münsterländer Initiativen eine logische Folge. Wir treten deshalb vehement dafür ein, dass sich die GNS nicht weiter in Wanheim ausdehnt.“

Genau darum ging es, wie berichtet, in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung, in der eine baurechtliche Be­schlussvorlage der Verwaltung zur Erweiterung des GNS-Areals um eine weitere Halle zur generellen Diskussion um die Problematik der Atommüllanlage führte. Die Lage direkt neben Wohngebieten sowie der aus Sicht des grünen Ratsherrn Frank-Michael Rich mehr als problematische Antransport über nicht extra gesicherte Schienennetze führte zu einem dicken Fragenkatalog, den die Bezirksvertretung nun von der Verwaltung beantwortet haben will.

„Die GNS, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die NRW-Landesregierung wollen die Menschen in Duisburg, Ahaus und Salzgitter gegeneinander ausspielen. Doch es gibt keine sichere Endlagerung – weder in Duisburg noch in Ahaus oder im Schacht Konrad. Und die Situation in Duisburg-Wanheim ist untragbar: Die Atomanlage liegt am Rande eines Wohngebietes, die Atommüllzüge rollen direkt an einem Kindergarten vorbei, die Bahnstrecke ist ungesichert und schneidet Wanheim komplett von der Außenwelt ab,“ so Heiner Möllers .

Wie Henrike Meybohm setzt auch Heiner Möller da­rauf, dass der Protest vor Ort in Duisburg sich ausweitet: „Auch das Klimabündnis Niederrhein, der BUND, die Grünen und die Linken in Duisburg haben sich bereits gegen die GNS-Atomanlage und die geplanten Atommülltransporte ausgesprochen.“

Neben dem Protest am 20. April vor der NRW-Landtagswahl wurden bei dem Treffen in Wanheim, an dem rund 25 Bürger teilgenommen haben, bereits weitere Aktionen verabredet. Möllers: „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung aus Wanheim und Duisburg. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität für die Menschen in Ahaus, im Münsterland und am Schacht Konrad. Wenn die ersten Atommülltransporte von Duisburg nach Ahaus rollen sollten, werden wir auch in Wanheim gemeinsam demonstrieren.

Florian Müller

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