Das aktuelle Wetter Duisburg 2°C
Brauchtum

Schützen servieren ihren Chef ab

21.01.2013 | 20:23 Uhr
Schützen servieren ihren Chef ab
Kein ganz freiwilliger Abgang: Heiner Lambertz (l.) übergibt die Amtskette des Ersten Brudermeisters an Michael Weicht.Foto: Foto: Frank Salamon

Mündelheim. Überraschender Führungswechsel bei der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Mündelheim/Ehingen von 1712: In einer Kampfabstimmung wählte die Bruderschaft vergangenen Sonntag nach 21 Jahren ihren Ersten Brudermeister Heiner Lambertz ab und ersetzte ihn durch Michael Weicht. Weicht schlug Lambertz in der Gaststätte Kreifelts in Mündelheim denkbar knapp mit 44 zu 42 Stimmen.

Kontroverse um Lagerbildung

Heiner Lambertz zeigte sich am Montag enttäuscht. Noch Ende vergangener Woche hatte er erklärt, er wolle gar nicht mehr antreten, suche nur ei­nen Nachfolger. Aber den habe er noch nicht gefunden. „Hätte ich von der Gegenkandidatur gewusst, ich wäre doch gar nicht mehr angetreten“, sagt er nach der Niederlage. „Jetzt ist die Bruderschaft zweigeteilt“, bedauert der 54-Jährige. Seit 21 Jahren hatte er die traditionsreiche Bruderschaft geführt. Lambertz gehört der Ehinger Kompanie an. Sie ist eine von zehn Kompanien der Schützen. Die zählen insgesamt 155 aktive Mitglieder. Michael Weicht gehört der Offizierskompanie an.

„Ich wollte mal frischen Wind reinbringen“, begründete Weicht am Montag seine Kandidatur. Bis Januar 2012 sei er Chef der Jungschützen gewesen. „Das kann man ja nicht ewig machen“, so Weicht mit Blick auf seine 47 Lebensjahre. Da habe er sich als nächsten Schritt schon die Wahl zum Ersten Brudermeister vorstellen können. Nach einem Jahr Pause sei es am Sonntag eben soweit gewesen.

Weicht glaubt nicht, dass die Bruderschaft fortan gespalten ist. „Es ist ja immer ein Team, das die Geschicke lenkt“, sagt er. Mit Ausnahme von seiner Position habe sich die Zusammensetzung des Vorstandes nicht geändert. „Wenn einer ausscheidet, ist ja nicht gleich die Bruderschaft gespalten“, so der neue Brudermeister. Es sei eine ganz normale Abstimmung mit zwei Kandidaten gewesen. Michael Weicht ist Technischer Angestellter bei Thyssen-Krupp-Süd, verheiratet und hat aus erster Ehe zwei Kinder.

„Jetzt hab’ ich mehr Zeit für den Vorsitz vom Bürgerverein Ehingen“, so Heiner Lambertz.

Martin Kleinwächter



Kommentare
21.01.2013
22:42
Schützen servieren ihren Chef ab
von Joe_Shortbone | #1

Wenn man antritt, nur weil kein(e) andere(r) zur Verfügung steht und dann doch ein Kandidat auftaucht könnte man doch ohne Probleme zurückziehen.
Was ein Kindergarten.

Aus dem Ressort
Hüttenheim lädt zum größten Gottesdienst in der Stadt
Kirchen
Zum zehnten Mal wird am 7. Dezember, dem Zweiten Advent, im Elektrobetrieb bei den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Gastprediger bei der Barbarafeier vor 1000 Gästen wird Thyssen-Krupp-Vorstandschef Heinrich Hiesinger sein.
Vom Elend der Prostituierten auf dem Straßenstrich
Prostitution
Die Sexarbeit auf der Duisburger Mannesmannstraße blüht. Vor allem Lkw-Fahrer scheinen die Dienste in Anspruch zu nehmen. Welches Elend auf Seiten der jungen Prostituierten oft dahinter steckt, davon vermittelt die Hilfsorganisation Solwodi einen Eindruck.
„Zwanghafte Umstände führen in die Prostitution“
Ehingen.
Der Einstieg in die Prostitution geschieht nach den Erfahrungen von Solwodi auf unterschiedlichen Wegen.
Grillmeister kommen nach Huckingen
Adventszeit
Bei der Deutschen Meisterschaft im August in Schweinfurt holten sie den Titel. Jetzt grillen Alfons Wienen aus Wanheimerort und sein Team „Barbecue Wiesel“ beim Verkaufsoffenen Sonntag auf dem Marktplatz.
Beistand in schwieriger Zeit
BG Unfallklinik
Mit dem Fahrrad braucht die evangelische Krankenhausseelsorgerin Karin Holdmann nur eine Viertelstunde, um vom Klinikum am Kalkweg in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik (BGU) zu kommen. Und doch bewegt sie sich auf dem kurzen Weg zwischen zwei verschiedenen medizinischen Welten.
Die Grundsteuer in Duisburg soll erhöht werden
Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

 
Fotos und Videos
So grün ist der Duisburger Süden
Bildgalerie
Luftbilder
So feierte Duisburg Halloween
Bildgalerie
Geisterspuk