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Schornsteinfeger geht optimistisch ins neue Jahr

31.12.2012 | 04:30 Uhr
Schornsteinfeger geht optimistisch ins neue Jahr
Manfred Lennartz aus ist Bezirksschornsteinfegermeister in den Stadtteilen Rahm, Wedau und Buchholz. Er freut sich auf das kommende Jahr 2013.Foto: Stephan Eickershoff

Süd.   Ein alter Bekannter kehrt wieder in Rahm, Wedau und Buchholz. Manfred Lennartz hat diesen Kehrbezirk übernommen. Nächstes Jahr wird sich hier einiges verändern. Das stört den Mündelheimer jedoch kaum.

Vielen Menschen im Süden ist er bereits begegnet. Wieder einmal. Denn für einige seiner Kunden ist Manfred Lennartz kein Unbekannter. Der Schornsteinfegermeister aus Mündelheim hat schon während seiner Ausbildung beim damaligen Kehrbezirksmeister Hans Nieskens gelernt. Jetzt kehrt Lennartz zurück in den Bezirk, wo alles seinen Anfang für ihn nahm.

Sein angestammtes Revier hat Manfred Lennartz 27 Jahre nach seiner Ausbildung nie ganz aus dem Blick verloren. „Es gibt einige schöne Ecken dort. Ein paar Kunden kennt man noch von früher“, sagt der 48-jährige Kaminkehrer. Viele Menschen in Rahm, Buchholz und Wedau haben sich über die Rückkehr gefreut. Lennartz ist nicht nur wegen seines häufig mit dem Glück verbundenen Beruf des Schornsteinfegers ein gern gesehener Zeitgenosse. Sein sonniges Gemüt dringt selbst bei fiesem Nieselregenwetter aus ihm heraus.

Veränderungen zum 1. Januar

Auch die Aussicht auf ein für seinen Beruf umwälzendes Jahr 2013 bereitet dem vierfachen Familienvater kaum Sorgen. Mit dem Stichtag 1. Januar dürfen sich Hauseigentümer nämlich für manche Kehrarbeiten ihren Schornsteinfeger selbst aussuchen . Eine europäische Richtlinie will das so. Die Zeiten eines Kehrmonopols für einen Bezirk sind somit Vergangenheit. Als dies vor vier Jahren beschlossen wurde, ertönte ein Aufschrei unter den Lennartz Kollegen.

Von Berufswegen ist es Manfred Lennartz jedoch gewohnt, dass sich etwas verändert. „Während meiner Lehre habe ich meine überwiegende Arbeitszeit auf dem Dach verbracht“, erklärt der Mündelheimer. Heutzutage geht es in mehrfacher Hinsicht in die Tiefe. Denn der bevorzugte Arbeitsplatz findet sich zumeist in den Kellerräumen des Südens. Und dort ist Hightech-Wissen gefragt. „Der Beruf ist technisch anspruchsvoller geworden“, sagt der 48-Jährige. Anstatt die Schächte zu kehren, misst und prüft ein Schornsteinfeger etwa ganze Heizungsanlagen. Auch ein Endoskop befindet sich in seinem Werkzeugkoffer. Von Kaminschächten ist Manfred Lennartz häufig weiter entfernt, als ihm das lieb ist. „Ich hab´ nichts dagegen mir die Finger schmutzig zu machen“, meint der Mündelheimer. Nur seine Frau freue sich darüber, nicht mehr so häufig rußige Kleidung vom Schmutz zu befreien. „Sie sieht es immer, wenn ich gearbeitet habe“, sagt Lennartz scherzend. Als Betriebsinhaber ist nimmt die Verwaltung viel Arbeitszeit ein.

Fürs neue Jahr rechnet der Mündelheimer kaum mit Komplikationen für seinen Betrieb, in dem er zwei weitere Schornsteinfeger beschäftigt. „Auch wenn es die Wahlfreiheit gibt — ich denke, viele werden ihrem angestammten Schornsteinfeger die Treue halten“, meint der Mündelheimer. Und selbst wenn einige ihm den Rücken kehrten. „Wer sagt denn, dass nicht auch ein paar neue Kunden bei uns anklopfen?“ Da ist wieder dieser Optimismus, den Lennartz ganz natürlich ausstrahlt.

Wünsche fürs nächste Jahr

Den Jahreswechsel möchte der ehemalige freiwillige Feuerwehrmann ganz gemütlich mit seiner Liebsten verbringen. Manfred Lennartz freut sich schon auf die Kochkünste seiner Frau zu Silvester. Vielleicht kommen auch Freunde. Fürs neue Jahr wünscht sich der 48-Jährige vor allem Gesundheit und Glück für seine Familie – zwei Enkel gehören inzwischen auch dazu. Für seinen Ortsteil hofft er darauf, dass nicht mehr so hässliche Brände wie bei Compo in Krefeld passieren. „Wird schon werden“, sagt der Optimist.

Stefan Rebein



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