Schafe als Rasenmäher - Duisburger macht Bock zum Gärtner

Der Duisburger Klaus Karrasch mit seinen beiden Zwergschafen Jean und Garfield. Sie gehören zur kleinsten Schafrasse der Welt, den Quessant-Schafen.
Der Duisburger Klaus Karrasch mit seinen beiden Zwergschafen Jean und Garfield. Sie gehören zur kleinsten Schafrasse der Welt, den Quessant-Schafen.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
Klaus Karrasch hatte keine Lust mehr, den Rasen zu mähen. Seine Lösung: zwei Schafe. Die führt der Duisburger auch an der Leine durch die Siedlung.

Duisburg.. „Och, das sind ja gar keine Hunde.“ Diesen Satz hat Klaus Karrasch schon oft gehört, wenn er mit seinen beiden Quessant-Schafen an der Leine durch die Siedlung geht. Seit Oktober 2011 leben Garfield und Jean im Garten des Rentners, und zwar aus einem ganz speziellen Grund: „Ich bin zu faul, den Rasen zu mähen.“

Zuerst hatte Karrasch sich nur Schafe ausgeliehen, später mussten eigene Schafe her. Der tierische Rasenmäher ist im Vergleich zur Maschine recht preiswert: 15 Euro zahlte Karrasch für den einen der beiden Böcke, 50 Euro für den anderen. Den Billigeren bewahrte der Kauf vor dem Schlachter: Seine Hörner wachsen für die Zwecke des Züchters zu nah am Gesicht. Als wolliger Grüntrimmer spielt das keine Rolle.

Dank Zweifelderwirtschaft erholt sich der Rasen

Nach dem Kauf begann die Arbeit; ein Stall musste her, der Garten eingezäunt werden. Seinen Garten hat Karrasch zur Zweifelderwirtschaft gemacht, sodass sich der Rasen erholen kann, wenn die Schafe ihn abgefressen haben. Sobald aber alles weg ist und der Rasen noch nicht wieder richtig erholt, muss eine andere Lösung her.

„Früher habe ich die beiden in mein Auto getan und bin zum Rhein gefahren“, erzählt Karrasch. Dort pflockte er die Tiere an und ließ sie grasen. Heute mähen die Tiere nicht nur den eigenen Garten, sondern machen sich auch mal bei den Nachbarn nützlich. Aufpassen müssen die menschlichen Arbeit- und Grasgeber nur mit den Blumen: Besonders die Blüten knabbern Jean und Garfield gerne mal an. Im Winter bekommen die Schafe Heu, bleiben aber bei jedem Wetter draußen.

Schafe sehen Klaus Karrasch als Leittier an

Auch hatte der schwarze Garfield schon öfter Spaß daran, mal in den Nachbargarten auszubüxen. „Der ist zwar kuschelig, aber ein bisschen doof“, sagt Karrasch liebvoll über Jean, den kleineren der Beiden. Liebevoll ist auch das Verhältnis zwischen Mensch und Tier, die zusammen älter werden. „Ich werde ruhiger, sitze mit ihnen zusammen auf der Wiese“, erzählt Karrasch, den die Böcke als Leittier der kleinen Herde ansehen.

Wer allerdings denkt, Schafe machten keine Arbeit, liegt falsch. Einmal im Jahr müssen sie geschoren werden, außerdem werden die Hufe beschnitten. Anfangs wollte Karrasch das Scheren noch selbst übernehmen und hatte sich dafür sogar eine Schermaschine zugelegt. Nach einer halben Stunde merkte er jedoch, dass die Wolle auf dem Rücken des Schafs nicht weniger wurde, das Tier dafür immer unruhiger. „Irgendwas muss ich falsch gemacht haben.“ Seitdem lässt der Besitzer scheren. Drei Kilogramm Wolle fallen dabei an, die er verschenkt.

Schafe sind auch als Düngergeber geeignet

Nicht nur als Rasenmäher eignen sich die Schafe, sondern auch als Düngergeber: Karrasch sammelt die Hinterlassenschaften der Schafe mit Handschuhen von der Wiese. Die Nachbarn und seine Frau freuen sich. „Der Dung ist zwar sehr scharf, aber auch sehr gut als Dünger.“

In der Siedlung sind die Schafe beliebt. Oft kommen Nachbarskinder und fragen, ob sie sich mal die Schafe angucken können. Auch der Hund der Nachbarin versteht sich mit den beiden. Karrasch selbst sowieso: „Ich glaube, sie mögen mich.“ So sieht es auch aus, wenn er zu ihnen auf die Weide geht und mit ihnen kuschelt. Zwar sind Garfield und Jean keine Zeitersparnis, sondern eher mehr Aufwand, als einmal den Rasen selbst zu mähen. Das kümmert Karrasch nicht.. „Das ist zu meinem Hobby geworden.“

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