Rolf Milser wirbt für Muckibude statt Seniorengymnastik

Krafttraining hält fit: Um diese These zu unterstreichen, luden die beiden Autoren Rolf Milser (l.) und Ralf Meier (r.) Ralf Möller (56), Ex-Mister Universum, zur Vorstellung ihres Buches „Geräte-Training 50plus“ ein.
Krafttraining hält fit: Um diese These zu unterstreichen, luden die beiden Autoren Rolf Milser (l.) und Ralf Meier (r.) Ralf Möller (56), Ex-Mister Universum, zur Vorstellung ihres Buches „Geräte-Training 50plus“ ein.
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Ex-Olympiasieger Rolf Milser wirbt für Krafttraining im fortgeschrittenen Alter. Muskelaufbau entlastet die Knochen und soll bei Demenz helfen.

Duisburg.. Runter von der Couch, ran an die Geräte – damit Sie auch mit 80 noch die Einkaufstüten in den zweiten Stock schleppen können. Rolf Milser, der ehemalige Olympiasieger im Gewichtheben, stellte am Dienstag in seinem Hotel an der Düsseldorfer Landstraße das Buch zum Thema vor: „Geräte-Training 50plus“. Gemeinsam mit Co-Autor Ralf Meier wirbt er für den Besuch des Fitnessstudios statt der Seniorengymnastik. Sein Credo: Wer Muskulatur aufbaut, entlastet das Skelett. Der Effekt: Rücken und Knie werden geschont, vorhandene Schmerzen gelindert.

Milser ist kein bloßer Theoretiker. Er hat nicht nur zwölf Jahre als Bundestrainer gearbeitet, sondern ackert selbst regelmäßig in dem kleinen Geräteraum im Hotel. Dort stehen die Geräte aus seiner aktiven Zeit als Spitzensportler. Von nichts kommt nichts. Zweimal die Woche eine Stunde sollte man sich schon aufraffen, so der Meister, selbst Jahrgang 1951.

Muskelabbau ab dem 30. Lebensjahr

Die Muskulatur nimmt bereits ab dem 30. Lebensjahr ab, wenn sie nicht entsprechend gefordert wird. Doch dieses Versäumnis ist nach Auffassung der beiden Autoren nahezu jederzeit wett zu machen. „Muskulatur ist in jedem Alter trainierbar.“

Vor allem Älteren empfiehlt Milser, bei der Auswahl eines Sportstudios genau hinzuschauen und nicht sofort einen Vertrag zu unterschreiben. Ein großer Gerätepark allein bringt es nicht. „Wer sich schon beim ersten Kontakt keine Zeit für Sie nimmt, hat Ihr Geld nicht verdient.“ Schließlich geht es der Generation 50plus zu allererst um gesundheitliche Aspekte und nicht um Äußerlichkeiten wie einen gestählten Oberkörper, den man am Strand vorführen kann.

In der Regel brauchen Ältere mehr Zeit und die individuelle Anleitung durch einen Trainer, um einen Bewegungsablauf zu erlernen. Klar, dass eine solche Betreuung bezahlt werden muss. Billigstudios können dies in der Regel nicht leisten, man sollte sich auf einem Monatsbeitrag von 70, 80 Euro einstellen.

Sport wirkt sich mental positiv aus

Nach Auffassung von Ralf Meier, jahrelang Chefredakteur eines Fitnessmagazins, lohnt sich die Investition. Nicht nur der Körper bleibt beweglich, auch mental wirkt sich der Sport positiv aus. Sogar bei Demenz soll ein gezieltes Krafttraining die Motorik fördern.

Ein Tipp für den Anfang: „Viele fangen zu forsch an. Lieber mit geringen Gewichten beginnen und acht bis zwölf Wiederholungen einplanen“, empfiehlt Milser. Und nicht wieder gleich hinschmeißen, die ersten sechs Wochen sollte man auf jeden Fall durchhalten.

Das Buch (16,95 €) ist im Meyer&Meyer Verlag erschienen.