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Robin Hood der Steuerzahler

19.02.2013 | 19:25 Uhr
Robin Hood der Steuerzahler
Gast und Gastgeber im Landhaus-Treff: . v.l.: Antonio Pele, Manni Breuckmann, Norbert Walter- Borjans, Rene Steinberg und Rolf Milser.Foto: Tanja Pickartz

Huckingen. Vielleicht lag es am Thema, dass beim 24. Duisburger Landhaustreff im Hotel Milser weniger Gäste als üblich kamen: Finanzen, Verschuldung und Steuerhinterziehung sind nun mal keine Themen für einen amüsanten Abend. Dennoch sorgten Moderator „Manni“ Breuckmann und Norbert Walter-Borjans, Finanzminister von NRW, mit ihrem Gespräch für einen spannenden und kurzweiligen Abend.

Breuckmann befasste sich mehr mit der Person Walter Borjans als mit vielen wirtschaftspolitischen Details, denn: „Vieles in dieser Branche versteht doch ohnehin keine Sau“, sagte der Moderator frei raus.

Er rechnet nicht mit großenSympathiewellen

Walter-Borjans, ist ein echer Rheinländer, wenn auch keine typische Frohnatur. In Uerdingen geboren, als Student in Bonn, lebt der vierfache Vater jetzt in Köln. Den Einstieg in Politik fand er erst später.

Manni Breukmann hakte nach, als Walter-Borjans von seiner früheren Tätigkeit im Bereich Produktmanagement und Marketing erzählte: „Klappt es deshalb so gut mit der Selbstvermarktung? Schließlich gelten sie doch als eine Art Robin Hood“, sagte Breuckmann und spielte auf Walter-Borjans Engagement gegen Steuerbetrügereien an.

Der Finanzminister entgegnete, dass ihm nicht so viel an seinem Ruf gelegen sei, wie man vermuten könnte. Viel mehr gehe es ihm darum, seine Arbeit gut zu machen. Als Finanzminister dürfe man ohnehin nicht mit ständigen Sympathiewellen rechnen: „In meinem Job muss man eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringen. Viele Freunde macht man sich nicht. Das ist auch okay so und war mir immer klar“, sagte der SPD-Politiker.

Beim Thema Verschuldung NRWs waren sich Moderator und Experte dann uneinig. Breuckmann sprach die Schuldensumme an, die auf der Internetseite des Bundes der Steuerzahler aufgeführt ist: „Die Summe wird ununterbrochen größer. Sie lag heute bei rund 180 Milliarden Schulden, pro Kopf also etwa 10 000 Euro“. Walter-Borjans hält die Zahlen für falsch. „ Der Bund der Steuerzahler packt zu den Landesschulden auch Bestände, die bei der Abwicklung der WestLB auf die Abwicklungsanstalt übertragen wurden“. Die Gäste hatten dazu scheinbar ihre ganz persönliche Meinung, schließlich stieg der Geräuschpegel merklich beim Thema Verschuldung. Gut, dass auch noch anderes auf dem Programm stand: etwa der erheiternde Auftritt von Radiomoderator und Comedian René Steinberg.

Dennis Bechtel

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2013-02-19 19:25
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