Rettung aus eisigem Wasser
19.02.2010 | 10:19 Uhr 2010-02-19T10:19:00+0100Rahmer See: Unfallzeuge alarmierte sofort Feuerwehr und Polizei. "Das war goldrichtig". Nicht selbst aufs dünne Eis gehen
Glück im Unglück hatte ein 71-Jähriger, der am Dienstag auf dem Rahmer See ins Eis einbrach. Hauptkommissar Klaus Dahms von der Polizeiwache Buchholz holte den Mann aus dem eisigenWasser.
Wie kam es zum Unglück?
Dahms: Der Mann war auf dem Trampelpfad am Seeufer unterwegs. Dort befand sich unter einer dünnen Schneedecke sehr glitschiger Matsch. Der 71-Jährige rutschte aus und den Abhang zum See hinunter. Er brach ins Eis ein. Gott seiDanknoch imUferbereich, wo das Wasser nur 50 Zentimeter tief ist. Nur ein paar Schritte weiter ist es drei Meter tief, dort wäre derMann schnell ertrunken. So blieb er auf allen Vieren im Wasser hocken, konnte sich aus dem Schlick aber nicht befreien.
Wie lange hält es ein Mensch im eiskaltenWasser aus?
Dort, wo er nicht stehen kann, maximal zwei bis drei Minuten. In flachen Gewässern wie diesem etwas länger.
Wie konnte der 71-Jährige gerettet werden?
Ein Mitglied aus dem Windsurfingclub hat den Mann zufällig gesehen. Er ist hingelaufen, um ihn zu retten und hat gleichzeitig Feuerwehr und Polizei angerufen. Das war goldrichtig. Alleine konnte er den alten Herrn aber nicht rausholen. Wir sind vier bis fünf Minuten später eingetroffen, die Feuerwehr kurz nach uns. Ich bin den Abhang hinab in den See geschliddert, konnte den Mann am Gürtel rausziehen. Er war apathisch. Mein Kollege und der beherzte Zeugen haben ihn hoch auf den Damm gezogen.
Wie sollte sich ein Passant verhalten, der sieht, dass ein Mensch ins Eis einbricht?
Sofort Feuerwehr und Polizei benachrichtigen. Auf keinen Fall selbst aufs Eis gehen, denn sonst bricht man auch noch ein. Sich höchstens flach ans Ufer legen und die Hand hinhalten.Wenn möglich, sollte man dem Eingebrochenen einen massiven Ast oder etwas ähnliches hinhalten, andemer sich festhalten kann.
Wie sollte man mit dem Geretteten umgehen?
Schwere nasse Oberbekleidung ausziehen, die anderen Kleider aber nicht. Wenn möglich, den Geretteten in Decken einwickeln. Oder in die goldfarbene Rettungsdecke, die im Verbandskasten steckt. Auf den Rettungswagen warten.
War dieser Vorfall der einzige in diesem Winter im Duisburger Süden?
Vor einiger Zeit sind wir zum Bissingheimer See gerufen worden, weil Kinder aufs Eis gelaufen waren. Als sie den Streifenwagen sahen, sind sie weggelaufen. Es ist glücklicherweise nichts passiert.
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