Raupe Nimmersatt frisst Hecken kahl

Raupe Nimmersatt: Der Buchsbaumzünsler nistet sich in Buchsbaumhecken und frisst sie kahl.
Raupe Nimmersatt: Der Buchsbaumzünsler nistet sich in Buchsbaumhecken und frisst sie kahl.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Buchsbaumzünsler ist unterwegs. Er nistet sich im Inneren von Hecken ein und kann ganze Bestände zerstören. Pflanzen-Experte rät, genau hinzuschauen

Huckingen.  So klein, aber sehr gefräßig. Ralf Keller traute seinen Augen nicht, als er sich seine Buchsbaumhecke aus der Nähe anschaute. Sie war in jämmerlichem Zustand, große Stellen waren mit Gespinsten überzogen und kahl geknabbert. Bei genauem Hinsehen entdeckte er eine Unmenge von Raupen. Und diese Vielfraße waren für den Kahlschlag verantwortlich. Die Buchsbaumzünsler stillten ihren Hunger nicht nur in seinem Garten der Kellers im Alten Bruch, sondern auch in der Nachbarschaft, zum Beispiel in der Cochemer Straße.

Der nimmersatte Schädling ist zugereist. 2007 wurde er hierzulande eingeschleppt, wahrscheinlich in einem Schiffscontainer aus Ostasien - aus China, Japan oder Korea. Die Larven des Schmetterlings, die bis zur Verpuppung von acht Millimetern auf rund fünf Zentimeter anwachsen, haben sich in einigen Gebieten in solchen Massen ausgebreitet, dass sie in kürzester Zeit große Buchsbaum-Bestände zerstören können.

Der Falter, der selbst nur wenige Tage lebt, legt die Eier in Buchbaumhecken ab. In der warmen Jahreszeit schlüpft alle zwei Monate eine neue Zünsler-Generation. Die Raupen halten sich im Innern der Hecke auf und beginnen von dort, sich durch zu knabbern. Oft werden sie erst dann entdeckt, wenn es schon fast zu spät ist.

„Da hilft leider nur die chemische Keule“, weiß Pflanzenexperte Heinz Kuhlen, der ansonsten eher zurückhalten mit dem Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln ist. Horst Keller besprühte seine Hecke mit einem solchen Mittel, das er in einem Pflanzenmarkt kaufte. Anschließend schnitt er den Buchsbaum radikal zurück. „Gut die Hälfte ist ab“, sagt der Huckinger.. Die Hecke reicht ihm gerade noch bis zu den Knien.

Die Radikalkur hat geholfen. Mittlerweile ist seine Hecke raupenfrei. Die Nachbarn hingegen finden immer noch welche.

Der Buchsbaum der Kleingärtner im Süden ist bisher wohl weitgehend verschont geblieben. „Ich habe zwar davon gehört. Aber bei uns ist das Problem bisher zum Glück nicht aufgetreten“, so Friedel Marten, der Vorsitzende der Kleingartenanlage am Heidberg. Auch in den Kleingärten an der Zimmerstraße sind die Buchsbaumzünsler noch nicht aufgetaucht. „Wir haben eher Probleme mit Gespinsten in den Obstbäumen“, sagt die Vorsitzende Elvira Thurau.

Heinz Kuhlen empfiehlt jedenfalls allen Hobby-Gärtnern, sich die Buchsbaumhecken mal genau anzuschauen. „Es ist wie bei jeder Krankheit. Wehret den Anfängen.“

Ganz wichtig: Man sollte das Schnittgut vollständig verbrennen oder gut verschlossen entsorgen.