Projektwoche in Holland statt Arbeit im Stahlwerk

Wanheim/Nimwegen..  20 Azubis der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM) haben den Museumspark Orientalis in Nimwegen besucht. Schon seit 2008 fahren die Lehrlinge in die niederländische Grenzregion, um sich im Rahmen der Projektwoche „Zu Gast bei Freunden“ mit den Themen Frieden, Freiheit und Toleranz zu beschäftigen.

Im Museumspark, der sich den drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, widmet, haben sich die HKM-Azubis, die verschiedensten Konfessionen angehören, über die eigene Religion und Kultur ausgetauscht. Auch ein Imam war anwesend, der mit den jungen Leuten diskutierte. „Wir haben gemeinsam bestehende Vorurteile ausräumen können“, resümiert Marco, einer der Auszubildenden. „Der Islam zum Beispiel ist vielen von uns fremd. Heute haben wir gelernt, dass Vieles nicht so ist, wie es immer dargestellt wird.“

Auch die Bedeutung des Christen- und des Judentums wurde den jungen Leuten während des Workshops näher gebracht. Für den Atheisten Marco eine spannende Erfahrung. Der Tag im Museumspark habe ihm gezeigt, dass die großen Weltreligionen Vieles gemeinsam haben. Marco: „Ich finde diese Vielfalt bereichernd. Multikulti macht uns stark.“

Die Projektwoche geht auf eine Initiative von Peter Gasse, dem Ar­beitsdirektor der HKM, zurück. Begleitet wurde die Jugendgruppe vom Jugend- und Auszubildendenvertreter Kevin Schmitz und dem evangelischen Pfarrer Jürgen Widera. „In unserem Betrieb treffen verschiedenste Kulturen und Religionen jeden Tag aufeinander. Mit dem Projekt wollen wir die Azubis für die Lebenswelt des Anderen sensibilisieren“, so Schmitz.

Die Projektwoche sehen die Betreuer als eine Gelegenheit, um über den eigenen Glauben zu sprechen. „Das passiert hier oft zum ersten Mal, denn am Arbeitsplatz oder in den Pausen redet man nicht über solche Themen“, erklärt Widera.