Profit steht nicht an erster Stelle
10.07.2012 | 18:58 Uhr 2012-07-10T18:58:00+0200
Buchholz. Wo bis Ende 2010 die Heilig-Geist-Kirche aufragte, stehen nun die neuen Wohnhäuser. Drei Stelen, von Steinmetz Gerd Krapoth aus dem ehemaligen Altar geschnitten, erinnern an das Gotteshaus - sonst nichts. Was ist eigentlich aus dem Inventar der Kirche geworden, vor allem aus dem sakralen? Ursula Savarino, die Verwaltungsleiterin der Pfarrei St. Judas Thaddäus, gibt Auskunft.
Wurden die Heiligenfiguren, Gemälde und Kreuze auf Kunstauktionen versteigert und brachten bei dieser Gelegenheit einen warmen Geldsegen in die Kasse? „Uns ging es nicht darum, etwas zu Geld zu machen. Wir haben erst einmal geschaut, dass Einiges in der Pfarrei bleibt. Wenn man die Gelegenheit hat, manche Dinge weiterhin zu sehen, hat man das Gefühl, es ist noch etwas da“, sagt Ursula Savarino.
Keine beliebigen Gebrauchsgegenstände
Etliche Angehörige der Gemeinde haben immer wieder nachgefragt, was aus dem Altarkreuz oder dem Tabernakel geworden ist, schließlich handelt es nicht um x-beliebige Gebrauchsgegenstände. Wer will, kann in anderen Gemeinden der Pfarrei lang Vertrautes wiederentdecken. Das Meiste ist nach St. Suitbert in Wanheim umgezogen. Hier kann man inzwischen den Kreuzweg und die österliche Figur aus der Turmkapelle betrachten und ebenso die Apostelleuchter.
Was nicht in der Pfarrei verblieben ist, wurde über die Datenbank des Bistums Essen oder über persönliche Kontakte vermittelt. So ist auf Vermittlung von Weihbischof Ludger Schepers der Tabernakel an das katholische Stadthaus gegangen - und zwar, wie die meisten anderen Dinge von Wert, als Dauerleihgabe. Es werden zwar keine Leihgebühren erhoben, aber die Devotionalien müssen entsprechend versichert werden.
Die Abtei Mariendonk in Kempen am Niederrhein muss die Versicherungssumme für das entliehene Altarkreuz aus der Heilig-Geist-Kirche aufbringen, das katholische Gymnasium in Essen-Werden für die Marienfigur.
Die Kirchenbänke aus der 1959 geweihten Buchholzer Kirche leisten jetzt ihren Dienst in einer Gemeinde in Finsterau. „Die Bänke haben wir unentgeltlich überlassen. Sie waren schon sehr alt“, so Ursula Savarino. Die finanzschwache Gemeinde aus dem Bayerischen Wald hat sich gefreut und die Spende in Buchholz abgeholt.
Die Orgel konnte über „Instrumente Ladach“, einen Spezial-Anbieter von gebrauchten Orgeln und Klavieren in Wuppertal, für 10 000 € an eine norditalienische Gemeinde verkauft werden.
Die Glocken läuten jetzt in der Gemeinde St. Josef in Oberhausen-Styrum zum Gottesdienst. Und die Monstranz ist im Ruhrmuseum Essen zu bewundern - und zwar in der Dauer-Ausstellung mit Devotionalien aus den Kirchen im gesamten Ruhrbistum.
Ikonen, die Weihnachtskrippe und auch die liturgischen Gewänder sind in der Kirche St. Judas Thaddäus eingelagert und können bei Bedarf jederzeit wieder hervorgeholt werden.
Vom Altar sind nur drei Stelen übriggeblieben, die jetzt auf der gepflasterten Verkehrsinsel an der Ecke Semmeringstraße/Sittardsberger Allee stehen. Die Reliquien, die im Altar der Heilig-Geist-Kirche aufgehoben waren, sind entnommen worden und werden nun in einem Tresor der Judas-Thaddäus-Kirche aufbewahrt. Der Rest des Altars ist zertrümmert worden.
0mitdiskutieren