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Kommunalpolitik

Ploum gibt jetzt den Ton an

12.06.2012 | 08:01 Uhr
Ploum gibt jetzt den Ton an
Hartmut Ploum, neuer SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung-Süd. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool

Hüttenheim. Überraschend hat die SPD-Bezirksfraktion zur Hälfte der Wahlperiode ihren Vorsitzenden gewechselt: Hartmut Ploum löste Volker Haasper ab. Er hatte sich zuvor schon engagiert in die Diskussionen eingebracht, steht für eine kritische Begleitung des Verwaltungshandelns.

Das war in der Vergangenheit nicht immer zur Zufriedenheit der SPD. So mussten die Bezirksvertreter zum zweiten Mal nach der überraschenden Schließung der Grundschule Ungelsheim 2010 diesmal in Hüttenheim eine Grundschul-Schließung hinnehmen, die (staatliche) Schulaufsicht und (kommunale) Schulverwaltung eingefädelt hatten (wir berichteten). „Wir werden daran arbeiten, dass die Verwaltung keine vollendeten Tatsachen mehr schafft“, sagt Ploum. Indessen sieht er in Sachen neue Sekundarschule, die auch im Süden die Nachfolge von Real- und Hauptschule antreten soll, keine Alternative, als die neue Schule geschlossen im Schulzentrum Biegerhof zu errichten. Das nagelneue Hauptschul-Mensa-Gebäude in Wanheim könnte eine Fachschule beziehen. In den neuen Privatschulen, der St.-George’s School in Ungelsheim und der Waldorfschule in Hüttenheim, sieht Ploum eine Herausforderung für das öffentliche Schulsystem.

Dass es mit der Papierflut bei den Bauvorlagen nicht mehr so weitergehen kann, sieht auch die SPD so. Regelmäßig würden sie so spät vorgelegt, dass unliebsame Projekte gar nicht mehr gestoppt werden könnten. Beides müsse geändert werden, so der neue SPD-Sprecher. Ziele dabei: die Transparenz der Entscheidungen erhalten und noch eingreifen können.

„Nur auf unseren Druck hin“, gibt er zu bedenken, habe es in Sachen Bodenverunreinigungen in Wanheim und Hüttenheim überhaupt allgemeine Info-Veranstaltungen gegeben. „Wir sind da ganz nah dran“, verspricht der „Wanheimer Jung“. Es müsse weiter in echtem Dialog mit den Kleingärtnern und später den privaten Gartennutzern nach Lösungen gesucht werden. „Eine Totalsanierung“, gibt er zu bedenken, „nimmt vielen älteren Kleingärtnern die Kraft.“ Sie müssten von vorne anfangen.

Zu den nötigen Einsparungen sagt Hartmut Ploum: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“ und signalisiert grundsätzliche Zustimmung. „Wir werden ein paar grobe Spitzen nehmen.“ Aber dafür benötige man immer andere Sparvorschläge. Leider sei erst heute das Bewusstsein dafür vorhanden, dass man für kommende Generationen die Weichen stelle.

In Sachen Bebauung des Wambachsee-Ufers weist er darauf hin, dass die SPD dafür gesorgt habe, dass die Sache noch mal beraten wird. Ihm schwebt ein Kompromiss vor.

Hartmut Ploum (48) ist studierter Jurist. Er ist in Wanheim aufgewachsen, verheiratet und lebt heute in Hüttenheim. Schon sein Vater war SPD-Bezirksvertreter. Der Junior ist Projektberater in der Baubranche.

Martin Kleinwächter



Kommentare
14.06.2012
18:13
Politiker als Dampfplauderer
von Jawattdenn | #1

Man ist ja schon einigen Unsinn gewohnt. Aber das sich dieselben Politiker darüber beschweren, dass Sie zuviel Papier bekommen, welches Sie selber vor einigen Jahren zum Beschließen eingefordert haben, grenzt schon an dementen Verhaltensmustern.
Das Eingeständnis :"Leider sei erst heute das Bewusstsein dafür vorhanden, dass man für kommende Generationen die Weichen stelle." sagt einiges über die Einsichtfähigkeit des SPD-Politik-Erben seines Vaters. Aber die Aussage, dass erst durch seine Intervention, Gespräche mit den Kleingärtnern stattfanden, ist schon eine Lüge der besonderen Art.

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