Plötzlich gibt’s an der Angerhauser Straße Knöllchen

Thomas Kaupa auf dem „Grünstreifen“ an der Angerhauser Straße.
Thomas Kaupa auf dem „Grünstreifen“ an der Angerhauser Straße.
Foto: Michael Dahlke
Jahrelang hat nicht nur Anwohner Thomas Kaupa neben einer Garagenzufahrt parken können. Neuerdings wird das als „Parken auf dem Grünstreifen“ geahndet.

Huckingen..  Thomas Kaupa von der Angerhauser Straße 30 ist sauer auf die Stadt. Seit vier Jahren wohnt er hier, hat meist auf einer schlecht befestigten Freifläche neben der Zufahrt zum dortigen Garagenhof geparkt, wie andere Nachbarn auch. Seit vergangenem Oktober wird das mit Verwarnungen als „Parken auf dem Grünstreifen“ geahndet.

Kaupa führt das auf neuerliche Sparzwänge der Stadt zurück. Aber er hat sich zweimal geweigert, die jeweils zehn Euro an die Stadt zu überweisen. Die beiden Fälle gehen jetzt vor Gericht. Denn er ist fest davon überzeugt, dass es sich nicht um eine öffentliche Fläche handelt.

Eigentümergemeinschaft übernimmt Grünschnitt

Dass es sich um einen öffentlichen Grünstreifen handelt, das habe die Stadt ihm gegenüber bislang auch nur mit einem Auszug aus „Google Earth“, einem farblich mit angeblichen Grenzlinien gekennzeichneten Luftbild aus dem Internet, belegt. „Das direkt angrenzende Buschwerk wird jedenfalls von den städtischen Wirtschaftsbetrieben nicht gepflegt. Dafür ist die Eigentümergemeinschaft des Garagenhofs zuständig“, sagt der Mieter.

Thomas Kaupa fügt noch zwei weitere Gründe an, die dagegen sprechen, dass es sich um eine öffentliche Fläche handelt: Ein Vermessungspunkt auf dem Pflaster des Geh- und Radwegs an der Anger­hauser Straße könnte anzeigen, bis wohin das Grundstück des Garagenhofs reicht. Und dann ist auch noch der Bordstein vor eben jenem „Grünstreifen“ abgesenkt. Laut Kaupa handelt es sich um einen früheren Pkw-Waschplatz. Bis in die 70er Jahre hinein sei die Fläche, vor allem samstags, genutzt worden, hat er gehört.

„Wäre der ,Grünstreifen’ ja mal bepflanzt worden, würde man sich da auch nicht hinstellen“, gibt Thomas Kaupa zu bedenken. Dem hätten Mitarbeiter der städtischen Wirtschaftsbetriebe aber entgegengehalten, weil ständig darauf geparkt werde, ginge das nicht. Das lässt der Huckinger nicht gelten: „Dazu gibt es doch Absperrungen.“ Die Stadt habe es organisieren können, wenn sie es gewollt hätte.

Katasterauszug liegt vor

Die Stadt selbst bleibt aber bei ihrer Ansicht: „Es ist definitiv öffentliche Fläche“, so ihr Sprecher Falko Firlus. Dem Ordnungsdienst liege mittlerweile auch ein Katasterauszug vor. Vielleicht lässt man den ja auch Thomas Kaupa mal zukommen. Sollten er und seine Nachbarn tatsächlich jahrelang einem Irrtum aufgesessen sein, sagt er, wäre es ja schön gewesen, von der Stadt darauf mal hingewiesen zu werden.