Phantasievolle Proteste
06.07.2010 | 17:18 Uhr 2010-07-06T17:18:00+0200
Wanheim.Phantasievolle Protestaktionen kündigten die Teilnehmer der Landeskonferenz der nordrhein-westfälischen Anti-Atomkraft-Initiativen an, die als deutliches Zeichen gegen die Aktivitäten der Firma Gesellschaft für Nuklear Service (GNS) die Rheinterrassen in Wanheim als Tagungsort wählten. „Obwohl in Nordrhein-Westfalen kein kommerzielles Atomkraftwerk mehr in Betrieb ist, kann und muss der Atomausstieg in NRW forciert werden. Von der Urananreicherung bis hin zur Atommüll-Verarbeitung und Atommüll-Lagerung ist die Atomindustrie gerade in NRW maßgeblich vertreten. Dem muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden”, so die Bürgerinitiativen in einer Presseerklärung.
Beteiligt an dem Treffen waren Gruppen aus den Regionen Münsterland, Ruhrgebiet, Rheinland und Niederhein, so wie Mitglieder des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), des BBU, von Greenpeace, von Antikohlekraftinitiativen und von verschiedenen Parteien. Aus Niedersachsen nahm ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad teil.
Scharf kritisierten die Atomkraftgegner den „Ausbau der Atommüllanlage der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Wanheim und die Pläne, Atommüll von Duisburg in das sogenannte Zwischenlager nach Ahaus zu transportieren.“
Wenn dieTransporte von Duisburg nach Ahaus starten, wollen die Atomkraftgegner phantasievollen Widerstand längst der Transportstrecken durchführen. Die Gruppen aus dem Münsterland und Ahaus haben bereits mit Transporten aus Wanheim gerechnet.
Von der neuen rot-grünen Landesregierung forderte die Landeskonferenz klare Zeichen für den Ausstieg aus der Atomwirtschaft. „SPD und Grüne haben anläßlich des Tschernobyl-Jahrestages im April in Ahaus die große Demonstration der Anti-Atomkraft-Initiativen für den Sofortausstieg unterstützt, jetzt müssen SPD und Grüne im Koaltionsvertrag für jede Atomanlage zwischen Rhein und Weser einen Ausstiegs-fahrplan vorlegen”, so ein Sprecher der Bürgerinitiativen.
Neben der bundesweiten Großdemonstration am 18. September in Berlin hat die Landeskonferenz den Fahrplan für NRW festgelegt. Nächster Termin ist am Sonntag, 18. Juli, in Ahaus ein „Sonntagsspaziergang“ sowie ein Folgetreffen zu Wanheim am 29. August in Düsseldorf.
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An 12 Standorten produzieren in Deutschland noch immer Atomkraftwerke radioaktiven Müll, ohne dass dessen sichere Endlagerung für Jahrtausende geklärt wäre. Abgesehen davon kann es jederzeit in einem der 17 Reaktoren zu einem Störfall kommen, der ganze Landstriche unbewohnbar macht. Die einzig sichere Alternative: Abschalten!