Pflegeheim in Bosnien fehlte das Nötigste

Verladeaktion am Sittardsberg mit (v.l.) Vidakovic Zoran, Andric Zoran, Florian Schäfer, Renata Hovorka und Sina Eckardt.
Verladeaktion am Sittardsberg mit (v.l.) Vidakovic Zoran, Andric Zoran, Florian Schäfer, Renata Hovorka und Sina Eckardt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Caritascentrum Süd in Buchholz organisierte zum dritten Mal einen Hilfsgüter-Transport

Buchholz..  Hilfe der Caritas für Bosnien-Herzegowina, das Armenhaus Europas, dafür stand bislang der Name Heribert Hölz. Das stimmt nur noch teilweise. Renata Hovorka leitet den Pflegedienst der Sozialstation Süd im Caritascentrum an der Sittardsberger Allee. Sie stammt aus Zenica, der viertgrößten Stadt in dem Balkanstaat. Und sie hat in ihrer Freizeit im September 2014 für ihren ersten Hilfstransport nach dort gesorgt. Zur Zeit ist der dritte Transport per Lkw unterwegs. Die 42-Jährige ist ihm nachgereist.

Renata Hovorka erlebte 1993/94 den Bürgerkrieg in ihrer Heimat mit. Ihr Vater wurde dabei als Zivilist erschossen. 1994 gelang ihr die Ausreise nach Deutschland. Hier absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester, arbeitete auch in dem Beruf. 2001 wechselte sie in die Altenpflege bei der Caritas. Seit 2010 organisiert sie am Sittardsberg die häusliche Pflege für 120 alte und kranke Menschen.

Ein Jahr Auszeit in der Heimat

2012 aber nahm die Bosnierin ein Jahr Auszeit und verbrachte sie in ihrer Heimat. Sie half dort in einem Altenheim aus und stellte fest, dass jede Menge Hilfsmittel, die bei uns selbstverständlich sind, fehlten. „Es gab kaum Rollatoren, Rollstühle, Toilettenstühle, Pflegebetten und Inkontinenzartikel“, sagt sie.

Im Sommer 2014 initiierte Renata Hovorka über ihren Caritas-Kollegen Horst Ambaum einen Aufruf an die katholischen Gemeinden im Duisburger Süden, solche Ge­gen­stände zu spenden. Die gingen reichlich ein und wurden im Caritascentrum deponiert. Das Reha-Team West, ein Sanitätshaus in Krefeld, stellte weiteres Material zur Verfügung. Im September 2014 gingen die ersten drei Tonnen an Hilfsgütern mit einer Spedition nach Zenica. Der Transport wurde aus Spenden finanziert.

23 Pflegebetten von der Arbeiterwohlfahrt

Auf Spendenaufrufe in der Öffentlichkeit kann Hovorka seitdem verzichten. „Im Dezember stellte die Arbeiterwohlfahrt uns 23 Pflegebetten zur Verfügung, die hier wegen neuer Sicherheitsvorschriften ausrangiert wurden“, erzählt sie. Und im März stattete die Caritasfrau mit ihrer Mülheimer Kollegin Violetta Kwapitz dem Altenheim in Zenica ei­nen erneuten Besuch ab. Mit von der Partie war auch Mehmet Horoz vom Reha-Team West. „Er machte sich vor Ort vor allem praktisch nützlich“, berichtet Hovorka, habe Dutzende von Haltegriffen angebracht, Badewannenlifter in­stalliert und im Umgang mit den verschiedenen Hilfsmitteln angeleitet.

Für den gegenwärtig laufenden dritten Hilfstransport nach Zenica bekam die Caritas erneut große Mengen an Material vom Reha-Team West in Krefeld. Die Mülheimer Caritas-Sozialstation stellte ebenfalls Hilfsmittel zur Verfügung.

Auch eine Behindertensportgruppe profitiert

Das Buchholzer Sanitätshaus Münch & Hahn lieferte Materialien für eine Behindertensportgruppe in Zenica, zu der Renata Horovak ebenfalls Kontakt hält. Und vier von fünf gebrauchten Pflegewagen, die die Arbeiterwohlfahrt spenden konnte, sie konnten aus Gewichtsgründen noch gar nicht mitgenommen werden, als an Christi Himmelfahrt weitere knapp drei Tonnen Hilfsgüter von einer Spedition im Caritascentrum Süd abgeholt wurden.

„Diese Pflegewagen werden genutzt, um auf den Stationen Bettwäsche auszutauschen“, berichtet Renata Horvorka. Die vier anderen Pflegewagen sollen im September abtransportiert werden.