Pfarrer Brand meldet sich zur Wunschliste

Wanheim..  Friedrich Brand ist evangelischer Pfarrer. Er meldet sich selten zur Kom­munalpolitik zu Wort. So war er ab 1999 einer der Sprecher der Bürgerinitiative gegen Dioxinverseuchung. Aber jetzt treibt ihn das Förderpaket des Bundes für finanzschwache Kommunen um. 3,5 Milliarden Euro sollen dafür bereitgestellt werden. Die Bezirkspolitiker im Süden haben schon eine Wunschliste zusammengetragen, wofür die Millionen verwendet werden sollen, die hier zu erwarten sind. Und darin taucht auch die alte Wanheimer Straße auf, die im nördlichsten Abschnitt noch Kopfsteinpflaster hat. Sie soll dort asphaltiert werden.

Friedrich Brand meint: „Dies ist rausgeschmissenes Geld.“ Denn wenn weiterhin schwere Lkw dort fahren würden, werde der Asphalt nicht lange halten. Dass jedoch relativ viele Lkw dort fahren, bringt er mit der Sona-Präzisionsschmiede in Verbindung.

Deshalb lautet der Vorschlag des Pfarrers: „Sorgt endlich dafür, dass die Einfahrt zum Sona-Werk über die Richard-Seiffert-Straße geführt wird.“ Das ist die Zufahrt zum Logport-Gelände. Dazu müssten die Lkw-Waage und das Pförtnerhäuschen verlegt werden. Sona selbst kann das nicht bezahlen. Die dort Beschäftigten nehmen seit langem Lohneinbußen hin, damit das Werk überhaupt über die Runden kommt. Für vergleichsweise wenig Geld, argumentiert Friedrich Brand, sei das zu machen. Die Gefährdung durch Lärm und Staub der Lkw sei größer als durch die vergifteten Böden. Leider komme Carsten Tum, der zuständige Dezernent, in der Sache seit drei Jahren nicht voran.

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