Das aktuelle Wetter Duisburg 19°C
Kirchenstreit

Pfarrer beklagt mangelndes Engagement

22.01.2013 | 12:00 Uhr
Pfarrer beklagt mangelndes Engagement
Eiszeit: In der Kirche ist die Stimmung abgekühlt.Foto: Hayrettin Özcan

Bissingheim/Wedau.   Im Kirchenstreit von Bissingheim geht es auch um die Misere der Katholischen Kirche. Wer trägt Schuld? Ist überhaupt jemand verantwortlich? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wer ist Schuld an der Misere der katholischen Kirche? Die Leute, die nicht in die Kirche kommen und nicht mitmachen? So sagt es der Kirchenvorstand von St. Judas-Thaddäus. Die Kirche, weil sie kein ausreichendes und attraktives Angebot schafft? So sagen es viele Gemeindemitglieder.

Nur acht von 18 Kindern seien zuletzt im Sonntagsgottesdienst gewesen, beklagte Gemeindereferentin Ingeborg Bongardt bei der Gemeindeversammlung in Wedau (wir berichteten ausführlich). Dabei sei Anwesenheit doch Pflicht in der Vorbereitung auf die Erstkommunion. Eltern hielten dagegen, dass viele Kinder die Lust verlieren, weil ihnen der Bezug zu ihrer Heimatkirche in Bissingheim fehle.

Noch ein Beispiel für die Distanz zwischen Gläubigen und Geistlichen: Cornelius Krekel, der seine Kommunion in einer anderen Gemeinde gefeiert hatte, versuchte den Pfarrer versöhnlich von der Bedeutung der Erstkommunion zu überzeugen. „Es geht doch darum, in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden.“ Da müsse doch zumindest für die Familien Platz in der Kirche sein und niemand draußen stehen müssen. Die Familien wolle er eigentlich gar nicht dort haben, entgegnete Pfarrer Roland Winkelmann. Für ihn sei die Erstkommunion ein Fest für die Gemeinde. Den normalen Gemeindemitgliedern müsse er aber sagen, dass sie an diesem Tag besser zu Hause bleiben.

Ganz anders sehe es an normalen Gottesdiensttagen aus. Da seien es manchmal nur 30 Gläubige in Bissingheim im Gottesdienst. (Gemeindemitglieder sprechen von bis zu 60.) Pfarrer Winkelmann wurde zornig. Er rief in den Raum: „Wo sind denn all diese Leute?“

Als Winkelmann und Bongardt nachfragten, wer denn bereit sei, ehrenamtlich mitzuarbeiten, meldete sich nur eine Frau. Sie würden ja mitmachen, sagten andere. Aber unter diesen Bedingungen wollen sie sich nicht freiwillig einbringen.

Arne Poll



Kommentare
23.01.2013
14:17
Pfarrer beklagt mangelndes Engagement
von marw1 | #2

Ich möchte den Menschen, die einen Gemeindekrieg anzetteln wollen einen Spruch
mit auf den Weg geben:

„Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.“
-Zitat Bertolt Brecht-


…und hoffe das unsere Gemeinde an dem sinnlosen Streit nicht zerbricht.

23.01.2013
11:34
Pfarrer beklagt mangelndes Engagement
von ottow | #1

Ich frage mich: Geht so Christsein? Wenn man als Bissingheimer noch nicht mal mit den Mitchristen in Wedau gemeinsam etwas tun will? Wenn es bei der Erstkommunion in erster Linie um die Familienparty geht? - Ich glaube, daran krankt die Kirche. Es fehlt ihr an Menschen, denen man abnimmt, dass sie nach dem Evangelium leben, sich für andere Menschen einsetzen, nicht nur an ihre eigenen Wünsche denken und für die die Kirche nicht nur ein Heimatverein ist. Pfarrer Winkelmann und Frau Bongardt kann ich nur zustimmen: Klagen, fordern und schimpfen kann jeder. Aber zum Mitmachen hat man dann keine Lust. Wie wäre es um das Christentum bestellt, wenn die 2000 Jahre bis heute die Christinnen und Christen so gehandelt hätten? Dann gäbe es das Christentum gar nicht mehr. Ich rate denen, die hier den Streit schüren, zur Gewissenserforschung! Friede, Gerechtigkeit und Nächstenliebe sind die Charakteristika eines Christen, nicht Motzen!

Aus dem Ressort
Tour de Natur: Radeln für Natur und Umwelt
Umweltschutz
Auf ihrem Weg von Bonn nach Dortmund machten rund 130 Naturfreunde und Umweltschützer am Freitag im Duisburger Süden Station. Ihr Interesse galt besonderen Problemen wie der CO-Pipeline, der Bundesstraße 288 in Mündelheim und der Gesellschaft für Nuklear-Service in Wanheim.
Mit dem Floß über den Wolfssee
WAZ-Aktion „Sommer am...
Was wäre ein Sommer am See ohne eine schöne Rundfahrt auf dem See. Die Redaktion und der Freibadbetreiber DJK SV Poseidon laden im Rahmen der Aktion „Unser Sommer am See“ aus diesem Grund zur Floßfahrt ins Freibad Wolfssee ein.
Flut in Bosnien: Caritas hat spontan geholten
Hilfsaktion
Ausgerechnet das Armenhaus Europas, Bosnien-Herzegowina, wurde im Mai von einer Flutkatastrophe heimgesucht. Grund genug für die Bosnienhilfe der Caritas, umzusteuern und statt der laufenden Hilfsprojekte Mittel für die Opfer zur Verfügung zu stellen. Heribert Hölz zieht Bilanz.
Deichbau in Mündelheim: Drei Kilometer Baustraße
Hochwasserschutz
Einmal mehr kündigt die Stadt den Beginn der Bauarbeiten an. Bis Ende August sollen die Baustraßen und Lagerplätze angelegt sein. Bis Ende Oktober soll dann schon mit ersten Erdarbeiten für den neuen Deich begonnen werden. Dann setzt die Hochwasserperiode ein. Nach früheren Plänen müsste der erste...
Wanheimer Kanu-Gilde lädt zum Sommerfest ein
Unterhaltung
Für diejenigen, die bereits aus den Ferien zurück sind, und jene, die im Sommer lieber in Duisburg bleiben, ist das Sommerfest der Kanu-Gilde gedacht. Auftakt ist am Samstag um 18 Uhr auf dem Gelände des Vereins am Honnenpfad. Mit dabei ist Sänger und Komödiant Dagmar Albert Horn.
Duisburg und die A59-Sperrung
Fast drei Monate ist die A59 nun schon gesperrt, noch einmal drei Monate werden sehr wahrscheinlich folgen. Wie hat sich die Sperrung der Nord-Süd-Achse auf Sie persönlich ausgewirkt?

Fast drei Monate ist die A59 nun schon gesperrt, noch einmal drei Monate werden sehr wahrscheinlich folgen. Wie hat sich die Sperrung der Nord-Süd-Achse auf Sie persönlich ausgewirkt?

So haben unsere Leser abgestimmt

Die Sperrung kostet mich täglich bis zu 30 Minuten.
27%
Seit Anfang Mai brauche ich für die Strecke nun bis zu 60 Minuten oder sogar länger.
18%
Das ist das reinste Chaos, ich komm jetzt gar nicht mehr an mein Ziel.
14%
Bevor ich im Stau stehe, da fange ich einfach früher an zu arbeiten.
10%
Ich hab eine Prima-Ausweichstrecke gefunden - verrate die aber nicht.
17%
Ich bin umgestiegen auf's Rad und/oder Nahverkehr.
15%
1681 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
WAZ Sommer am See
Bildgalerie
Fotostrecke
So feierte Duisburg den WM-Sieg
Bildgalerie
Jubel und Autokorsos
Die besten Orte am Niederrhein
Bildgalerie
Ferien
Beach-Soccer
Bildgalerie
Fotostrecke