Ozzy Ostermann macht in Huckingen Urlaub vom „Affentheater“

Ozzy Ostermann bot den Besuchern im Steinhof eine wunderbare Show.
Ozzy Ostermann bot den Besuchern im Steinhof eine wunderbare Show.
Foto: Funke Foto Services
Knebel-Gitarrist Ozzy Ostermann spielt als Georg Göbel-Jakobimit seiner Band Jazz und Blues im Huckinger Steinhof.

Huckingen..  Eigentlich kennt man ihn nur als Comedy-Clown mit Perücke und breitem Scheitel. Mit bürgerlichem Namen heißt der aus Herbert Knebels „Affentheater“ berühmte „Ozzy Ostermann“ aber ganz schlicht Georg Göbel-Jakobi, der sich als erstklassiger Rock- und Jazz-Gitarrist hinter dem hintergründigen Spaßmacher Ozzy immer ein wenig versteckt. Gemeinsam mit seinen Freunden präsentierte der vielseitige Künstler jetzt Kompositionen seiner neuen CD und viele Lieblingssongs im sehr gut besuchten Konzert des Steinhofes.

Peter Deinum am Bass, Lothar van Staa am Saxofon und der aus der Allstar-Band von Peter Bursch bekannte famose Schlagzeuger Jan Rolfing garantierten ein vergnügliches Konzert-Erlebnis auf hohem musikalischen Niveau, das hier mal wieder Veranstalter Eckart Pressler möglich machte.

Der 1964 in Ostfriesland geborene Ozzy, der seit 1984 im Ruhrgebiet und derzeit in Duisburg-Neudorf lebt, wo er trotz seiner großen Präsenz auf deutschen Bühnen weitgehend unerkannt in Ruhe gelassen wird, kann den humorbegabten Schelm nicht ganz verbergen. Aber hier im Steinhof gab Göbel-Jakobi keineswegs die selbstdarstellerische Rampensau, sondern ließ die musikalischen Argumente sprechen. Er eröffnete den Abend mit eigenen Songs wie „Stairs up“ („Da hatte ich noch mein Arbeitszimmer unter dem Dach“) und „Black Jack“, mit denen er sich spontan als beachtlicher Gitarren-Virtuose vorstellte. Mit feinem Finger-Picking und bestechender Akkord-Technik erinnerte der gut gelaunte Moderator an Stars wie Pat Metheny oder Bill Frisell und spielte souveräne Blue-Notes mit Ragtime-Feeling. Zu seinen stärksten Szenen gehörten hier die Südstaaten-Blues-Stücke auf der selten zu hörenden Lap­Steel-Gitarre, einer „Flachgitarre“ auf dem Schoß.

Packende Grooves

Vor der Pause sang noch das A-Cappella-Quintett „Die vierte Frau“, und nach der Pause dominierte hier dann knackiger Funk-Jazz der 70er Jahre mit dem „Red Baron“ von Billy Cobham und dem „Freedom Jazzdance“ von Eddie Harris, in denen Bassist und Schlagzeuger für packende Grooves sorgten.

Zuletzt durften noch die Stargäste Kim Merz und der Affentheater-Kollege Uwe Lyko alias Herbert Knebel auf die Bühne, der ganz in Zivil und ohne Mütze zwei schöne Songs von Tom Waits sang. Und damit eine Sache klar war: „Ich mache hier jetzt nicht den Knebel.“ Das begeisterte Publikum dankte mit viel Beifall für eine wunderbare Show.