Orchester vertont Ideen von Grundschülern

Der König (Mitte) wird erst wieder froh, als die Ohrwürmer ihn mit Musik aufmuntern.
Der König (Mitte) wird erst wieder froh, als die Ohrwürmer ihn mit Musik aufmuntern.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Philharmoniker und GGS Böhmerstraße beteiligen sich an den „Unglaublichen Entdeckungen der Musikonauten“. Zum Abschluss Konzert im Stadttheater.

Buchholz..  Wenn in unserem Kopf mal wieder ungefragt eine Melodie drauf los summt, sind Aliens schuld. Die hatten bei ihrer Reise durchs All nämlich den ganzen Kofferraum voller Ohrwürmer – und als sie die Erde entdeckten, beschlossen sie, den Planeten damit zu beschießen. Eine von vielen Geschichten, die sich Grundschüler ausgedacht haben als Antwort auf die Frage: Wo kommt eigentlich die Musik her? Ihre Antworten bringen die Schüler unter anderem zusammen mit den Duisburger Philharmonikern auf die Bühne des Stadttheaters. Die Gemeinschaftsgrundschule Böhmerstraße in Buchholz ist die einzige Duisburger Schule, die an dem Projekt beteiligt ist.

„Die unglaublichen Entdeckungen der Musikonauten“ heißt das einstündige Konzert aus Tönen und Phantasie. Begonnen hat alles mit einem Schreib-Workshop im Januar letzten Jahres. Unter Anleitung einer Kinderbuchautorin erfanden die – damals noch – Zweitklässler Geschichten rund um das Thema Musik, malten auch Bilder dazu. „Daraus haben wir das Konzertprogramm zusammengestellt“, erklärt Regisseurin Michaela Dicu.

Fünf Probetermine

An diesem Morgen ist sie zu einem der fünf Probetermine in die Schule gekommen. Die 26 Schüler der Klasse 3a sind vorbereitet: Auf den Tischen vor ihnen liegen Ohrwürmer aus Pappe, orange mit schwarzen Streifen. Die müssen aber erstmal geangelt werden, bevor sie ihr musikalisches Werk in den Ohren der Zuhörer verrichten können. Dicu lässt Musik laufen: „Also sprach Zarathustra“ schallt es aus den Lautsprechern. Als sie verstummen, ruft ein Schüler spontan: „Die Musik war voll geil!“

Damit hat Dicu zwei Ziele des Projekts schon erreicht: Dass die Kinder Spaß an Musik haben, und dass sie die Klänge mit Emotionen zu verbinden lernen. Als Musikonauten gehen sie selbst auf Entdeckungsreise in den unendlichen Weiten der Klänge; statt Frontalunterricht mit Zuhör-Zwang steht Mitmachen auf dem Stundenplan. Auf diese Weise „gehen sie unverkrampft heran“, nicht nur an Pop und Kinderlieder, sondern auch an Klassik. Den Mädchen und Jungen ist der Spaß anzumerken: „Musik ist schön, weil sie glücklich macht“, findet Sunna. Jasmin freut sich, „dass man mit den Tönen aus den Instrumenten auch eine Geschichte erzählen kann“. Und Nico gefällt der Klang des Klaviers so gut, dass er sich wünscht: „Ich würde auch gern Klavier spielen.“

Klassenlehrerin Kornelia Burs hat von ein paar Eltern aber auch kritische Stimmen zum Projekt gehört: Sie sorgten sich, dass vor lauter Musik der Lernstoff die zweite Geige spielt. Burs aber ist sicher: „Was die Kinder hier an Erfahrungen sammeln, ist mindestens so viel wert wie das, was sie sonst in Deutsch oder Mathe lernen.“ Und das Erlebnis, zusammen mit einem Orchester ein Konzert zu gestalten, steht erst noch an. Regisseurin Dicu knüpft daran vor allem eine Hoffnung: „Dass es nicht das letzte Mal ist, dass sie solche Musik hören.“