Nur noch fünf Telefonzellen im Duisburger Süden

Ein Foto mit Symbolcharakter: Eine  Frau mit Handy am Ohr lässt die öffentliche Telefonzelle an der U-Bahn-Station Münchener Straße links liegen.
Ein Foto mit Symbolcharakter: Eine Frau mit Handy am Ohr lässt die öffentliche Telefonzelle an der U-Bahn-Station Münchener Straße links liegen.
Foto: Funke Foto Services
Telekom ist zur Grundversorgung verpflichtet. Sinkt der Umsatz unter 50 Euro im Monat, möchte das Unternehmen die Telefonzellen aufgeben

Duisburg Süd.. Früher gab es sie überall. Leuchtend gelb und nicht zu übersehen standen sie vor jedem öffentlichen Gebäude, auf jedem Marktplatz – Telefonzellen. Heute gibt es im Duisburger Süden noch ganze fünf Telefonzellen – allerdings nicht mehr die gelben Exemplare der Bundespost, sondern die grauen Telefonsäulen der Telekom. Man fragt sich, wie lange noch. Denn wer nutzt schon noch eine Telefonzelle? Auch die Generation 70plus ist mittlerweile mit dem Handy unterwegs.

Das Foto spricht Bände: Auf der Münchener Straße geht eine junge Frau, das Handy am Ohr, an einem öffentlichen Fernsprecher vorbei – natürlich, ohne das Ding überhaupt zu beachten. Hier, unterhalb der U-Bahn-Station, steht noch eine Telefonsäule, ebenso an der Kreuzung Sittardsberger Allee, am der Kaiserswerther Straße in der Nähe des Recyclingshofs, an der Gustavsburger Straße in Wanheim und am Walderbenweg in Großenbaum. Das war’s.

Schlange stehen vor der Telefonzelle ist definitiv vorbei. Mangels Nachfrage sind deshalb auch vor nicht allzu langer Zeit die Telefonzellen Im Wittfeld und an der Wanheimer Straße/Ecke Knevelpfädchen abgebaut worden.

Telefonzellen zu kaufen

„Die Telekom darf Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn auf deren Gebiet extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 Euro pro Monat stehen“, erklärt Unternehmenssprecher Andre Hofmann auf Nachfrage der Südredaktion. „Der Umsatz ist ein Indiz dafür, dass der Wunsch nach einer Grundversorgung durch die Bevölkerung an dieser Stelle offensichtlich nicht mehr besteht“, schiebt Hofmann nach.

Klar, dass die Telekom nicht daran interessiert ist, Telefonzellen weiter zu unterhalten, wenn die Kasse nicht mehr stimmt. Schließlich verursacht jeder Standort Kosten für Strom, Miete und Wartung. Hinzu kommt die Beseitigung von Schäden, die durch Vandalismus verursacht werden.

Wer’s mag, kann sich eine Telefonzelle in den Garten stellen. Ab 450 Euro bietet die Telekom ihre alten Telefonhäuschen zum Kauf an. Nostalgiker müssen allerdings noch zusätzliche Kosten für Lieferung und Montage einplanen. Die gelben Häuschen sind bereits ausverkauft. Zu haben sind lediglich die neueren Zellen in der Farbkombination Magenta-Grau.

Bundesweit gibt’s zur Zeit noch knapp 30 000 öffentliche Fernsprecher, vor allem an Flughäfen oder Bahnhöfen. Früher waren es mal mehr als 160 000 Stück.

Die Deutsche Telekom ist allerdings dazu verpflichtet, weiter öffentlich zugängliche Telefondienste anzubieten. Das gelte aber nur für den Fall, dass auch wirklich öffentliches Interesse an der Nutzung von Telefonzellen besteht, sagt Katja Werz von der Telekom: „Denn wenn die öffentlichen Telefone nicht genutzt werden, tragen sie auch nicht zur Grundversorgung bei.“ Siehe Im Wittfeld oder an der Wanheimer Straße.

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