Neurochirurg unterrichtet Grundschüler in Duisburg

Der Chefarzt als Lehrer: Prof. Dr. Martin Scholz kam aus dem Klinikum Duisburg in die Grundschule am See, um den Zweitklässlern die Funktion des Gehirns zu erklären.
Der Chefarzt als Lehrer: Prof. Dr. Martin Scholz kam aus dem Klinikum Duisburg in die Grundschule am See, um den Zweitklässlern die Funktion des Gehirns zu erklären.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wie das Gehirn funktioniert, hat Prof. Dr. Martin Scholz in der Grundschule Am See in Wedau den Zweitklässlern erklärt. Die hatten ziemlich viele Fragen.

Wedau.. „Kann das Gehirn eigentlich explodieren?“, fragt ein wissbegieriger Schüler. „Nein, das passiert nur bei Tom und Jerry“, antwortet Professor Dr. Martin Scholz, Chefarzt der Abteilung Neurochirurgie im Klinikum Duisburg.

Am Dienstag tauschte Scholz den Operations-Saal gegen ein Klassenzimmer und unterrichtete die Zweitklässler der Gemeinschaftsgrundschule Am See. Sein Thema: Gehirnforschung.

„Das ist eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag“, findet Scholz, der zum ersten Mal an einer Grundschule unterrichtet. „Das Ding zwischen unseren Ohren“ nennt er seine Präsentation.

Bereits vor zwei Jahren waren die Klinik-Ärzte schon einmal Schule zu Besuch. Damals sollten die Kinder Bilder von Gehirnen malen, die später versteigert wurden. Der Erlös ging an einen guten Zweck. „Ein Schüler hat zum Beispiel gesagt, dass er sich das Gehirn wie einen Teller voller Spaghetti vorstellt“, erinnert sich Schulleiterin Heike Babiel-Grandke.

100 Milliarden Zellen im Gehirn

Am Dienstag konzentriert sich Scholz auf die Funktion des Gehirns. „Ihr habt 100 Milliarden Zellen im Gehirn und durch Verbindungen können die alle miteinander telefonieren“, erklärt der Arzt.

Zur Veranschaulichung reicht er eine Stofftier-Zelle herum. „Warum hat die denn Augen?“, fragt eine Schülerin kritisch nach. Scholz muss schmunzeln und erklärt, dass die Firma das nur gemacht habe, damit die Zelle niedlicher aussehe.

Die Kinder hören dem Arzt gespannt zu und fragen immer wieder nach: Warum sieht das Gehirn überhaupt so komisch aus und welche Farbe hat es eigentlich?

Martin Scholz passt seine Antworten an das Alter der Zuhörer an und muss schnell erkennen, dass die Kinder den Zeitplan manchmal gar nicht einhalten wollen. Als es um Verletztungen geht, möchte jeder schnell erzählen, wen er alles kennt, der schon einmal auf den Kopf gefallen ist. „Am Ende kommt immer etwas ganz anderes heraus, als man ursprünglich geplant hat“, sagt Babiel-Grandke.

Besonders beeindruckt sind die Schüler, als sie erfahren, dass der Delfin ein komplexes Gehirn hat, das mit dem des Menschen durchaus mithalten kann „Aber sonst könnte der ja auch bestimmt nicht so gute Saltos machen“, sagt ein Mädchen dazu. Scholz malt einen Menschen, einen Elefanten und einen Dinosaurier an die Tafel und zeichnet gemeinsam mit den Schülern deren Gehirne an. Die Schüler staunen über das kleine Dino-Gehirn. „Nur weil man einen kleinen Kopf hat, heißt das nicht, dass man dümmer ist“, erklärt der Arzt.