Neue Rektorin setzt auf Teamarbeit

Anne Kahlert, neue Leiterin der Hauptschule Beim Knevelshof.
Anne Kahlert, neue Leiterin der Hauptschule Beim Knevelshof.
Foto: WAZ FotoPool

Wanheim.. Mit der Berufung von Anne Kahlert zur neuen Rektorin am 7. September ging für die Hauptschule Beim Knevelshof eine sechsjährige Übergangszeit zu Ende. So lange war die einzige Hauptschule im Bezirk Süd ohne etatmäßige Schulleitung gewesen. Konrektor Wolfgang Me­yer hatte sie geführt.

Jetzt steht die 57-jährige Lehrerin für Mathematik, Englisch und Musik an der Spitze von rund 260 Schülern und 27 Lehrern. Ihre Wahl war intern umstritten. In der Schulkonferenz, das war durchgesickert, hatte sie keine Mehrheit. Weil es keinen anderen Bewerber gab, sagt sie, habe sich die Bezirksregierung in Düsseldorf darüber hinweggesetzt. Von den Gründen für die Vorbehalte gegen sie wisse sie nichts, so Kahlert.

Seit 2010 ist sie Lehrerin an der Schule, wechselte mit ihrer zehnten Klasse damals von der aufgelösten Ungelsheimer „Schule im Angerbogen“ nach Wanheim. Damals hatte Kahlert schon die Fortbildung für Schulleiter mitgemacht und sich auf die Stelle beworben. Was ihr noch fehlte, war die abschließende Prüfung.

Zu ihren Zeiten in Ungelsheim hatte deren damaliger Rektor Klaus Friede sie zur kommissarischen Konrektorin ernannt. Und als Friede selbst Leiter der Realschule Süd wurde, leitete sie die Schule, die sich seit 2007 in Auflösung befand. „Ich habe dabei bemerkt“, sagt Kahlert, „dass mir die Aufgaben, die damit zusammenhängen, Freude ma­chen.“ Etwa wenn es darum geht, Strukturen zu schaffen, durch die Arbeitsabläufe sich verbessern, oder wenn es gilt, ein Schulprofil zu erarbeiten. „Ich denke, dass ich auch gut organisieren kann.“

Anne Kahlert setzt am Kevelshof auf Teamarbeit. „Befehl und Gehorsam, das funktioniert in einem Lehrerkollegium nicht“, sagt sie. Auch wenn dann und wann unangenehme Entscheidungen getroffen werden müssten. Sie will auf möglichst viel Kommunikation setzen. „Nur dann kann Schule funktionieren.“

Denn die Situation ihrer Schule, das ist ihr klar, ist nicht einfach. Genügend Schüler be­kommt die Hauptschule nur noch, weil es im Laufe der Jahre viele Rückläufer von Gesamtschule, Realschule und Gymnasium gibt. Diese Kinder sind aber durchaus schwierig, bringen jahrelangen Misserfolg und Schulfrust mit. „Daran arbeiten wir oft mehrere Jahre“, sagt die Rektorin.

Jedenfalls ist die Strategie gescheitert, durch Umwandlung in eine Ganztagsschule mehr Anmeldungen zu bekommen. Der Elternwille selbst reicht gerade mal zur Bildung einer Eingangsklasse pro Jahr. „Einmal“, sagt Kahlert dazu, „fehlt es an Mitteln, um unser Nachmittags-Angebot durch Zusatzangebote attraktiver zu machen.“ Dann aber werde immer noch von vielen Eltern verkannt, dass auch die Hauptschule den Realschulabschluss vergibt und damit die Chance zum Abitur wahrt. Die Schule muss zudem mit der Ungewissheit leben, eines Tages mit einer Nachbarschule zur Sekundarschule, der Oberschule neuen Typs, fusioniert zu werden. Ohne eine solche Veränderung sagt ihr der neue Schulentwicklungsplan bis 2016 stabile Zweizügigkeit voraus.

Ihr Ideal wäre eine wohnortnahe Sekundarstufe-I-Schule mit überschaubarer Größe, Wahlmöglichkeiten für die Schüler und der Möglichkeit, am Ort oder in der Nähe im Anschluss eine Oberstufe besuchen zu können. Welchen Namen diese Schule trägt, wäre Kahlert egal.