Das aktuelle Wetter Duisburg 7°C
Großbrand

Nach Compo-Großbrand kommt Dünger-Müll ins Bergwerk

22.02.2013 | 07:00 Uhr
Das Foto vom 21. Februar 2013 zeigt die Aufräumarbeiten am Krefelder Hafen, direkt an der Duisburger Stadtgrenze. Brauchbare Düngerreste sind mit Planen abgedeckt.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.  Fünf Monate nach dem Großbrand im Düngemittelwerk von Compo am Krefelder Hafen laufen die Abrissarbeiten. Der Düngermüll kommt in Salzbergwerke nach Thüringen und Hessen. Staubbelästigungen für den Duisburger Süden soll es keine mehr geben. Weiter Ermittlungen gegen Compo

Ein Großteil der Stahlgerippe ist bereits verschwunden. Bagger verladen die Trümmer am Krefelder Hafen auf Lastwagen. Hier war am 25. September 2012 das Düngemittellager der Firma Compo in Flammen aufgegangen . Der Duisburger Süden verschwand unter einer Staub- und Aschewolke . Jetzt laufen die Abrissarbeiten.

Planen über Reste gelegt

Die Arbeiter zerlegen dabei die Halle und trennen die einzelnen Bestandteile. Teile des Materials könnten sogar als Dünger wiederverwendet werden und werden an andere Firmen weiterverkauft, sagt Compo-Sprecher Max Löbig. Über dem Gelände wurden große Planen ausgebreitet, damit die Salze nicht ausgewaschen werden. „Die Salze sind wasserlöslich.“

Rauchwolke über Duisburg

Wie viel Gefahr und Gift stecken noch in den nicht brauchbaren Resten? „Es ist kein Sondermüll im klassischen Sinne“, sagt Löbig. Auch die Bezirksregierung stuft die nicht brauchbaren Reste nicht als besonders gefährlich ein. Dennoch wird der Müll von zwei Spezialfirmen nach Thüringen und Hessen gebracht. Dort werde der Brandrest in leerstehende Salzbergwerke transportiert, erklärt Bezirksregierungssprecherin Marielle Erb. In den leeren Schächten erfülle der Müll sogar noch seinen Dienst als Füllmaterial. Es handele sich um größere Mengen von Blaukorn, die stak verunreinigt wurden.

Dünger-Produktion ruhr
68 Compo-Mitarbeiter zurück an Arbeit

Compo hat die Produktion am Standort Krefeld in Teilen wieder aufgenommen. Insgesamt kehrten 68 der bislang 108 von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter in die Vollzeitbeschäftigung zurück, unter ihnen viele Duisburger.

Der Großbrand am 25. September 2012 hatte die zentrale Lagerhalle im Werk, die als Rohstoff- und Fertiggutlager für die Produktionsanlage zur Herstellung von mineralischen Mehrnährstoffdüngern diente, komplett zerstört. Grund für den Brand war ein technischer Defekt. Auch die Förderanlagen für die Ver- und Entsorgung der Produktionsanlage wurde zerstört.

Der Abriss geschieht nun mit Genehmigung der Bezirksregierung. „Die Entsorgung läuft wohl ordnungsgemäß“, sagt Sprecherin Erb. Das Unternehmen habe mit Compo die Entsorgungswege abgestimmt. Nachdem es anfangs noch einige kleine Unstimmigkeiten bei Details gab, laufe jetzt alles rund. Der Müll werde vor dem Abtransport aufbereitet, mit anderen Stoffen verfestigt und dann in sogenannte Big-Packs verladen.

In den vergangenen Wochen zogen immer wieder streng nach Dünger riechende Wolken über den Duisburger Süden. Eine Staubbelastung wie während des Brandes und in den Wochen danach werde es aber durch den Abriss und die Entsorgung nicht mehr geben. Die Belastung gehe „nicht über das Üblich hinaus“, sagt Löbig.

Verstoß gegen Störfallverordnung?

Brandruine Compo in Krefeld

Ärger droht Compo wegen möglicher Verfehlungen beim Brandschutz. Es werde weiter wegen des Verstoßes gegen die Störfallverordnung gegen Compo ermittelt, sagt Marielle Erb. Zu Details wolle sie sich wegen des „laufenden und offenen Verfahrens“ nicht äußern.

Ein Brandsachverständiger hatte es im November gegenüber der WAZ als „absolut fahrlässig“ bezeichnet , dass Compo die gefährlichen Stoffe in einer Jahrzehnte alten Holzhalle gelagert hatte. Die Düngerberge seien viel zu eng nebeneinander gestapelt gewesen. Compo-Sprecher Löbig sagt, er wisse nichts von Ermittlungen.

Arne Poll



Kommentare
24.02.2013
14:16
Nach Compo-Großbrand kommt Dünger-Müll ins Bergwerk
von apfeltasche | #2

Ich wünsche den Ermittlern viel Geduld und Kraft ! Hoffentlich kann man gegen Compo vorgehen! Ich kenne Menschen die dort mal Reinigungsarbeiten als Leiharbeiter durchführen durften.Denen wurde nichts von Gefahren und von Arbeitssicherheit erklärt.
Atemschutz? Fehlanzeige! Zu trinken gabs nur nach androhung von Gewalt!

Compo ist das ALLERLETZE! Anzeige wurde erstattet und die BG war auch da an dem Tag!

Es grenzt an Kriminlallität,das Vorgehen der FIRMA COMPO!

1 Antwort
Nach Compo-Großbrand kommt Dünger-Müll ins Bergwerk
von Shy_Eye | #2-1

Hast du das der Polizei mitgeteilt? Ich mein, wenn du weißt, dass den Leiharbeitern keine Einführung gegeben wurde etc.pp dann ist die Vorgehensweise von COMPO fahrlässig!

24.02.2013
13:08
Nach Compo-Großbrand kommt Dünger-Müll ins Bergwerk
von Shy_Eye | #1

Kommt ins Bergwerk. Sehr schlau... Wie es es als Hauptgericht für die Geschäftsführer?

Aus dem Ressort
Bilderschatz im Nachlass des Onkels aus Huckingen
Heimatkunde
Mehrere Koffer mit alten Fotos aus dem Duisburger Süden fand Heinz Baltes aus Serm im Nachlass seines im Alter von 96 Jahren verstorbenen Onkels Theo Brockerhoff aus Huckingen. Zur Zeit ist er dabei, die Hinterlassenschaften zu ordnen. Sie sollen auf jeden Fall erhalten bleiben.
Wanderweg in Huckingen voller „Tretminen“
Hundekot
Der Remberger See ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger aus der Umgebung, mit und ohne Hunde. Aber nur ein einziger öffentlicher Müllbehälter bietet ihnen die Gelegenheit,die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auch richtig zu entsorgen. Deshalb bleibt der Kot meist liegen.
DPD-Betriebsrat für tapferen Kampf ausgezeichnet
Mitbestimmung
Wochenlang hielten Mitarbeiter von DPD in Hüttenheim 2009 eine Mahnwache ab. Sie protestierten damit gegen ihre Ausgliederung in ein Unternehmen, das nicht mehr Tariflohn zahlen musste. Diese Ausgliederung wurde schon ein Jahr später wieder rückgängig gemacht. Nicht nur dafür erhielt der Betriebsrat...
Ellerbrock: Weiterbauen bis Krefeld
Straßenbau
Um etwa zwei Jahre liegt das Projekt Fertigstellung der B 8n, Bau des Autobahnkreuzes Duisburg-Süd und Ausbau der B 288 zur Autobahn zwischen Rahm und Serm hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Die Redaktion bat die örtlichen Landtagsabgeordneten um eine Bewertung. Vor allem Holger Ellerbrock...
OVG-Richter begründen Beschluss
CO-Pipeline
Das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) hält das Rohrleitungsgesetz des NRW-Landtages, das Enteignungen zum Bau der CO-Pipeline von Bayer ermöglichte, für verfassungswidrig. Den mündlich verkündeten Beschluss vom 28. August (wir berichteten) hat der 20. OVG-Senat nun ausführlich schriftlich...
Mit dem Rad unterwegs in Duisburg
Macht Radfahren in Duisburg Spaß ? Das will der ADFC gerade in einer großen Online-Umfrage herausfinden. Wir fragen uns das natürlich auch:

Macht Radfahren in Duisburg Spaß ? Das will der ADFC gerade in einer großen Online-Umfrage herausfinden. Wir fragen uns das natürlich auch:

 
Fotos und Videos
So grün ist der Duisburger Süden
Bildgalerie
Luftbilder
So feierte Duisburg Halloween
Bildgalerie
Geisterspuk