Museum muss die Schule am See verlassen

Zahlreiche ausgestopfte Tiere stehen, hocken, liegen auf Tischen, Stühlen, in Vitrinen.Fotos:Jörg Schimme
Zahlreiche ausgestopfte Tiere stehen, hocken, liegen auf Tischen, Stühlen, in Vitrinen.Fotos:Jörg Schimme
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Naturwissenschaftliche Museum muss die Schule in Wedau bis Ende 2015 räumen. Tausende Exponate müssen umziehen. Eines ist 30 Millionen Jahre alt.

Duisburg-Wedau.. Karl-Heinz Dietz muss ein ganzes Museum in Umzugskartons packen. Das Immobilien Management Duisburg (IMD) hat dem Leiter des Naturwissenschaftlichen Museums in der Schule am See eine Frist gesetzt: Bis Ende 2015 muss er das Gebäude verlassen haben. Das Problem: „Selbst wenn ich sofort anfangen würde, könnte ich das nicht schaffen.“ Schließlich müssen nicht Bücher und Bettwäsche eingepackt werden, sondern tausende Exponate, von Tierpräparaten über eine Pilzsammlung bis hin zu einem 30 Millionen Jahre alten Skelett.

Schmetterlinge, Muscheln, Schnecken, Vogel- und Tierpräparate, Mineralien, Hölzer – ein Ausschnitt aus der Sammlung des Museums, die zurzeit noch sieben Räume auf zwei Etagen in der Schule belegt. Allein 300 ausgestopfte Vögel breiten hier ihre Schwingen aus, dazu Nester, Schädel, Füße, Eier. Auch Teile eines Mammuts liegen in einer Vitrine: unter anderem ein Unterkiefer, gefunden an der Sechs-Seen-Platte. Der Star der Sammlung aber ist eine Seekuh: „Hier liegt die älteste Duisburgerin“, sagt Dietz und deutet auf ein sachgerecht präpariertes Skelett. Vor 30 Millionen Jahren schwamm das urzeitliche Tier durch das spätere Duisburg, 1934 fand man es beim Bau der Reichsautobahn am Schnabelhuck.

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„Das kann ich nicht einfach in Kisten schmeißen und rüberbringen“, sagt Dietz. Rüberbringen, das heißt: nach Wanheimerort. Im dortigen Haus der Naturfreunde bestand früher eine gemeinsame Sammlung, nach einem Streit zog 1980 ein Teil um. Seitdem ist das Museum in der Schule am See beheimatet, mit der Stadt besteht ein Mietvertrag. „35 Jahre, da können sie uns nicht einfach so rausschmeißen“, sagt Dietz. Gegen den Umzug an sich hat er gar nichts: Dietz ist Vorsitzender beider Vereine, „eigentlich möchten wir schon lange beide Museen zusammenlegen“. Allerdings nicht so schnell, wie das IMD es vorgibt. Im Dezember 2014 erfuhr Dietz, dass das Museum die Schule verlassen muss. Der Leiter betont: „Was ich brauche, ist Zeit. So viel wie möglich. Zwei, drei Jahre.“

Der Umzug sollte fachgerecht geplant werden

Was passiert, wenn der Umzug zu schnell vonstatten gehen muss, lässt ein Blick in die Vergangenheit erahnen: Vor ein paar Jahren musste das Museum einen Raum aufgeben, eine Sammlung aus Wachs geformter Pilze umziehen. Noch heute bedecken die Vitrinen die Stirnwand eines Klassenraums. Allerdings: Am neuen Standort verbogen sich die Modelle unter der Sonne. Geschätzte Reparaturkosten: 20.000 Euro.

Es war nicht der erste Teilumzug, den das Museum bewältigen musste. Dietz ist seit 1993 an Bord, „seitdem mussten wir acht Räume abgeben.“ Bis Januar musste der Keller geräumt werden, bis Ende des Jahres die letzten sieben Räume.

Früher staunten sich Schulklassen durch die Sammlung, seit einem halben Jahr ist sie für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. „Wir können die Arbeit hier nicht mehr so leisten, weil wir hier raus müssen“, erklärt der Museumsleiter. In Wanheimerort soll diese Arbeit weitergehen. Genügend Zeit für den Umzug vorausgesetzt.