Mit Bus und Fahrrad quer durch Duisburgs Süden – ein Test

Am Freitag, den 3.7.2015 teste die Volontärin Jennifer Kalischewski die Fahrstrecken zwischen Mündelheim und Bissingen mit dem Fahrrad und dem Bus. Start war die Redaktion-Süd, Mündelheimer Straße. Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
Am Freitag, den 3.7.2015 teste die Volontärin Jennifer Kalischewski die Fahrstrecken zwischen Mündelheim und Bissingen mit dem Fahrrad und dem Bus. Start war die Redaktion-Süd, Mündelheimer Straße. Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Etwa elf Kilometer Luftlinie trennen Mündelheim von Bissingheim. Wir haben ausprobiert, wie man ohne Auto am besten von Ost nach West kommt.

Süd..  Zwölf Kilometer von West nach Ost, genauer: mit dem Auto von Mündelheim nach Bissingheim. 18 Minuten dauert die Fahrt, zumindest sagt das der Routenplaner im Internet voraus.

Doch was, wenn kein Auto verfügbar ist? Wie gut funktioniert der öffentliche Personennahverkehr im Duisburger Süden? Oder ist die Fahrt mit dem Rad die bessere Alternative? Die WAZ hat beide Möglichkeiten getestet.

Die Busfahrt beginnt

Die Wahl fällt auf Mündelheim als Start sowie Bissingheim als Ziel der Teststrecke. Denn diese Orte bilden die Grenzen im Westen und im Osten des Duisburger Südens. Los geht es an der Haltestelle „Am Hasselberg“, schräg gegenüber vom Mündelheimer Friedhof. Der Blick auf den Fahrplan verrät: 15 Minuten warten. Pünktlich taucht in der Ferne ein Bus der Linie 946 auf. Es ist 15.13 Uhr. Los geht’s.

Der Bus passiert noch ein, zwei Häuser. Hinter dem Ortsausgangsschild geht es weiter auf der Landstraße. Busfahrer Jürgen Scholl kommt ins Plaudern. Seit 1997 fährt er für die DVG unter anderem die Linie 946. Die Strecke von Mündelheim über Serm mag er. „Das ist richtig beeindruckend, wenn am Horizont die Sonne aufgeht oder eine Gewitterfront heraufzieht.“

Rauf auf den Sattel

Nächster Tag, 12.40 Uhr: gleicher Start, gleiches Ziel, anderes Fortbewegungsmittel. Mit dem Rad variiert die Strecke. Statt auf direktem Wege über die Landstraße Richtung Serm zu fahren, geht es im Schlenker über kleinere Feldwege gen Osten – anfangs durch die pralle Sommersonne. Der Weg führt vorbei an Kornfeldern, Zucchini, Kohl, Salat und Kartoffeln. Schnell durch Serm durch, an Pferdeweiden vorbei, ein Stückchen parallel zur B288 – und endlich in den Schatten!

Der ist nach knapp 30 Minuten Fahrradfahrt auch bitter nötig. Eine Dusche wäre noch besser. Nach ein paar hundert Metern schattigen Waldrands zeigt ein rot-weißer Fahrradwegweiser: 4,7 Kilometer bis zum S-Bahnhof Großenbaum. Wunderbar, der liegt auf dem Weg. Also immer der Beschilderung nach. Hinter der U-Bahn-Haltestelle „Kesselsberg“ verläuft der Fahrradweg parallel zum Alten Angerbach. Ein Mann liegt im Schatten und schläft. Die Versuchung, eine Pause einzulegen, ist groß. Nein, noch ein kräftiger Tritt in die Pedale – und weiter geht’s.

Streit im Bus verzögert Abfahrt

Derweil ist die erste Busfahrt am Tag zuvor gerade beendet. Von der Haltestelle Kesselsberg setzt die Linie U79 die Fahrt fort. Umsteigezeit laut Plan: sieben Minuten. Die Realität sieht anders aus: Treppe zum Bahnsteig 1 raufgespurtet, da kommt die U79 angefahren: reingehopst und weiter über Schienen zum nächsten Zwischenstopp Münchener Straße. Dort gestaltet sich das Umsteigen weniger hektisch. Auch wer nicht gut zu Fuß ist, hat genug Zeit. Vor allem, weil der Bus 942 nicht pünktlich losfährt. Eine Frau bricht lautstark einen Streit mit dem Busfahrer vom Zaun. Ein Ticketproblem erhitzt die Gemüter im sowieso stickig-warmen Bus. Fünf Minuten zu spät setzt sich der 942er in Bewegung. Glücklich ist, wer keinen Anschluss erreichen muss ...

Endspurt zum Ziel

Auf der Fahrradtour fängt der Hintern langsam an zu schmerzen. Neidisch schweift der Blick an der Sechs-Seen-Platte zum Wasserspaß im Freibad Wolfssee. Da fällt das Weiterfahren immer schwerer. Aber nun ist es ja nicht mehr weit. Einmal um den alten Bahnhof Wedau herum. Endspurt zum Ziel. Geschafft! Am Dorfplatz Bissingheim angekommen, verrät die Uhr: Es ist 14.15 Uhr. Auch die letzte Bus-Etappe neigt sich dem Ende zu. Die letzte Kurve am kleinen Kreisverkehr in der Straße Am Brunnen nimmt der Bus nur mit Mühe. Einfahrt auf dem Dorfplatz: 16.07 Uhr.