MGV „Frohsinn“ Wedau blickt zurück auf 70 Jahre

Die Stimme allein reicht nicht. Damit der Chor gut klingt, gehören auch Lockerungsübungen zur Probe beim  MGV Frohsinn.
Die Stimme allein reicht nicht. Damit der Chor gut klingt, gehören auch Lockerungsübungen zur Probe beim MGV Frohsinn.
Foto: Ute Gabriel
Was wir bereits wissen
Unmittelbar nach Kriegsende wurde der MGV Frohsinn Wedau gegründet. Am Sonntag, 28. Juni, lädt der Chor, der unter seinem ersten Leiter Quirin Rische zu großer Popularität gelangte, zum Konzert ein.

Wedau..  „Das Atmen nicht vergessen“, erinnert Gerhard Queens seine Sänger vor den ersten gesungenen Noten. Dann lässt der Chorleiter des „Männerchor Quartettverein Frohsinn 1945“ die Chorhymne „Frohsinn Wedau alle Zeit“ anstimmen. Die 28 Männer sind sofort Feuer und Flamme. Mit großen Schritten geht es auf den 70. Chorgeburtstag zu, das obligatorische Jubiläumskonzert will gut vorbereitet sein.

Legendärer Leiter Quirin Rische

Hochkonzentriert singen sich die Herren ein. Chorleiter Queens gibt Töne und Silben vor, die die Sänger dann möglichst lang halten müssen. Sogar eine eigene Kadenz hat der Chor, die letzte Übung bevor es an das erste Stück für da Jubiläumskonzert geht. „Klänge der Freude“, besser bekannt als „Land of Hope and Glory“, von Edward Elgar steht auf dem Programm, ohne BBC Symphony Orchestra, dafür mit viel Herzblut. Beim „Kontrolldurchgang“ funktionieren die Harmonien schon sehr gut, ein paar kleinere Timing- und Dynamikprobleme werden gleich ausgemerzt. „Nicht zu laut singen“, weißt Queens seine Mannen an, „auch beim forte muss es noch rund klingen“.

Weiter geht es mit „Somewhere“ aus Leonard Bernsteins Meisterwerk „West Side Story“. Musikalisch macht Gerhard Queens klare Ansagen: Die Tenöre sollen doch bitte fließender singen, ein größeres „A“ wäre schön, und bei den Triolen sollen die Sänge ans marcato denken. Die Sänger, der älteste unter ihnen übrigen 95, setzen die Tipps ihres Chorleiters sofort um. „Habt ihr sehr gut gemacht, super“, lobt Gerhard Queens und springt direkt in den „Gondelfahrer“ von Franz Schubert.

Hoch konzentriert wird für das Konzert, das der Chor mit zwei Solisten, dem Streicherensemble „Ristretto“ und dem Chor „Väter Holtens“ aus Oberhausen bestreitet. „Das müssen wir machen, um genug Publikum anzuziehen“, erklärt Günter Freisem, Vorsitzender von „Frohsinn Wedau“.

Überalterung und fehlender Nachwuchs setzen den Männerchören überall zu, deswegen sind die Wedauer auch eine Kooperation mit dem MGV aus Neudorf eingegangen. Dabei waren die Wedauer Sänger in früheren Jahren so etwas wie Stars, denen manchmal wortwörtlich der rote Teppich ausgerollt wurde.

Freisem, Sohn eines der Gründer, trat er schon 1962 in den Chor ein. Viele Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen wurden damals gemacht, mit Quirin Rische leitete eine echte Legende der deutschen Chorliteratur bis 1982 die Wedauer, die viele seiner Werke uraufführten. Modernere Nummern hat Gerhard Queens seit 1984 mit dem Chor erarbeitet. „Heute kann man keine reinen Chorkonzerte nur mit alten Liedern gestalten, schon weil kaum noch Kulturförderung gibt“, bedauert Freisem. „Deshalb pflegen wir altes Liedgut, sind aber offen für Modernes.“ Das Motto zum Jubiläum heißt deshalb: „Traditionelles, Bekanntes, Neues“.

Vorverkauf für das Konzert mit musikalischen Gästen

Das Jubiläumskonzert des MGV Frohsinn beginnt am Sonntag, 28. Juni, um 17 Uhr in der Kirche St. Joseph am Kalkweg 189 in Wedau. Karten im Vorverkauf (12 Euro, Jugendliche 5 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei) gibt es bei Schreibwaren Weirauch, Kalkweg 179b, bei den Sängern und an der Abendkasse.

Das Konzert bestreitet der MGV mit dem Streicherensemble „Ristretto“, der Sopranistin Elke Große Venhaus und Bass Stefan Drees. Am Klavier begleitet die Pianistin Gita Idkin den Chor und die Solisten, als Gastchor sind die „Väter Holtens“ aus Oberhausen dabei, die Gesamtleitung hat Gerhard Queens.