Mehr Kreisverkehre müssen her
16.02.2010 | 16:57 Uhr 2010-02-16T16:57:00+0100
Bürgerforen dokumentierten ihre Vorstellungen zur weiteren Einwicklung im Duisburger Süden.
Er soll die Grundlage von Duisburgs künftiger Stadtentwicklung sein, der neue Flächennutzungsplan (FNP). Und weil die Bürgerschaft in seine Neuaufstellung so früh wie möglich eingebunden werden sollte, wurde das Projekt „Duisburg 2027” ins Leben gerufen. Anderthalb Jahre trugen auch im Stadtbezirk Süd vier Bürgerforen dazu Ideen zusammen.
Sie stellten ihre Ergebnisse jetzt im Bezirksamt Süd vor. Immerhin sechs von 19 Bezirksvertretern blieben bis zum Ende der zweistündigen Vortragsreihe.„Entenfang-Express” bisDüsseldorf verlängern Bis zu 14 Teilnehmer zählte die Arbeitsgruppe Verkehr, die sich einmal im Monat traf. Ihre wichtigsten Ergebnisse präsentierte Rainer Hoffmann.
Die Uerdinger Straße (L 59) müsse noch vor dem Ausbau der B 288 zur Autobahn über den sogenannten „Mannesmann-Acker” und eine neue gemeinsame Anschlussstelle für Serm und Mündelheim an die Bundesstraße angebunden werden, um Mündelheim speziell vom Lkw-Verkehr zu entlasten, erklärte er. Vom Kreisverkehr in Wanheim müsse ein barrierefreier Bahnübergang in Richtung Honnenpfad geplant und die Elektrifizierung der störenden Güterbahn angestoßen werden.
Und: Der „Entenfang-Express” müsse bis Düsseldorf verlängert und in S-Bahn-ähnlichem Fahrplan-Takt gefahren werden. Allen voran die Münchener Straße in Buchholz, aber auch die Mündelheimer Straße in Huckingen, die dortige Albertus-Magnus-Straße und das Wanheimer Dreieck müssten verkehrsberuhigt nach dem Prinzip der gemeinsamen Verkehrsfläche für alle Verkehrsteilnehmer („Shared Spaces”) ausgebaut werden.
Zur Ergänzung müsse das Dreieck aus Mündelheimer, Ehinger und Mannesmannstraße in Hüttenheim ebenso Kreisverkehre erhalten wie die Bereiche Neuenhofstraße/Düsseldorfer Landstraße/Wedauer Straße in Buchholz, der Sittardsberg, am Steinernen Kreuz in Huckingen, die dortige Kreuzung vor dem Steinhof, der Bereich Sittardsberger Allee/Großenbaumer Allee in Buchholz sowie die Verkehrsknoten Großenbaumer Allee/Wedauer Straße in Wedau und Keniastraße/Altenbrucher Damm in Buchholz. Hauptanliegen der Arbeitsgruppe Gewerbe, Nahversorgung, Soziale Infrastruktur und Sport (sechs Teilnehmer), so trug Heide Weinkauf vor, sei die Wiederbelebung der vorhandenen Ortszentren.
Das müsse, etwa in Bissingheim und Wedau, durch Umbau der vorhandenen Plätze zu neuen Begegnungs-Möglichkeiten geschehen. Der gewerblichen Wirtschaft müsse gezielt unter die Arme gegriffen werden, etwa durch das Angebot einer Markthalle als preiswerte Möglichkeit, Einzelhandel zu treiben, zum Beispiel an der Albert-Hahn-Straße in Großenbaum.Konkurrenz beleben Oder dadurch, dass branchenverwandte Betriebe künftig in Gewerbeparks konzentriert und dadurch Kundenwege verkürzt und die Konkurrenz belebt werden.
Durch Verlagerung der einzigen Insel an der Sechs-Seen-Platte in Wedau vom Wildförster- in den Haubachsee – eine weitere Idee des Arbeitskreises – könne die Wasserfläche für internationale Segelregatten attraktiv gemacht werden. In einem Punkt waren sich alle Bürgerforen einig: Auch an weiteren Schritten zur Stadtentwicklung sollten die Bürger beteiligt werden.
Beigeordneter Jürgen Dressler erklärte zum Abschluss, „Duisburg 2027” sei keine Alibi-Veranstaltung, sondern ein wichtiger Teil der heute nötigen gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung.
Schiffsanlagestelle für Wanheim
„Wir müssen mehr in Zusammenhängen denken und Effekte von Wirkungen unseres Handelns an einer Stelle auf andere Flächen einbeziehen”, forderte Peter Furthmann für die Arbeitsgruppe Freiraum und Umwelt (acht Teilnehmer) zu „Duisburg 2027”. Mehr als heute müsse freiflächensparend gebaut werden, müssten Brachen renaturiert, versiegelte Flächen rückgebaut und das Stadtklima durch den Erhalt von Ausgleichsflächen verbessert werden. Bei Gewerbe-Ansiedlungen müsse es einen Begrünungs-Zwang geben, von dem man sich auch nicht freikaufen dürfe.
Durch dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung müsse der Energieverbrauch reduziert, Gewerbeflächen stärker konzentriert und mehr Landschafts- und Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Wolfgang Gebhard trug die Anregungen der Arbeitsgruppe Wohnen und Leben (zehn Teilnehmer) vor. „Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen”, erklärte er, „das fängt schon mit Sitzbänken an.” Um das Kleinklima zu erhalten, dürfe es keine weitere Hinterlandbebauung mehr geben.
Notfalls müssten in Wohngebieten kleine Parkhäuser entstehen, um den Parkplatzmangel zu lindern. Autobahnen in der Stadt müssten ein Tempolimit erhalten und der Lkw-Verkehr mehr als heute aus Wohngebieten ferngehalten werden. Nicht mehr benötigter Wohnraum müsse abgerissen werden, alte Gewerbegebiete durch Verlagerung der Betriebe in neue Gewerbeparks aufgehoben werden, um Wohnen und Gewerbe dort zu trennen.
Buchholz könnte ein System von Einbahnstraßen bekommen, Wanheim auf dem Gelände der heutigen Feuerwache einen großen Freizeitpark. Das Bahn-Areal in Wedau müsse zu Wohngebiet werden – ohne die Aufgabe der dortigen Kleingärten. Der Süden brauche mehr altengerechte Wohnungen. Wanheim sollte eine Schiffsanlegestelle erhalten.
17:39
Kreisverkehre können nicht alle Verkehrsprobleme lösen. Sie sind aber an vielen Kreuzungen ein echter Gewinn, z.Bsp. Verkehrsknoten Wedauer Str./Großenbaumer Allee: die vorhandene Kontaktampel ist gemessen am Verkehrsaufkommen ein großes Ärgernis und total überfordert, lange Schlangen bei Rot, teils kurze Grünphase. Und das für so eine wichtige Straßenverknüpfung. Die Folge: unnötige Benzinverschwendung, Abgase und CO2-Belastungen, Zeitverluste und ärgerliche Steuerzahler.
16:13
@#6
Die einzige sinnvolle Lösung für Wanheim wäre eine Trennung von Eisenbahn und Ortsteil, damit wären auch die Verkehrsprobleme gelöst. Wenn jetzt von 80-100 Zügen pro Tag die Rede ist und man sieht wieviel Kapazität von Logport II noch brachliegt und bedenkt dass sich die deutsche Wirtschaft wohl irgendwann wieder erholt haben wird kann man jetzt schon erkennen dass dieser Engpass, wenn nicht jetzt dann bald, nicht mehr funktionieren wird. Ausserdem sind auch die Anlieger der Bahnstrecke nicht ohne Rechte, eine Elektrifizierung oder einen zweigleisigen Ausbau wird es ohne längeren Rechtsstreit nicht geben. Ich weiss auch nicht was Sie gegen den LKW-Verkehr haben, wenn statt einem Zug 100 LKW fahren sind dies ca. 95 zusätzliche Arbeitsplätze :-) ...
Die Lösung bestünde in einer Eisenbahnbrücke zwischen Logport I und II, alles andere ist Blödsinn. Und eventuelles Gejammer über die Kosten lasse ich nicht gelten, es wird gutes Geld mit Logistik und Stahl verdient, da kann auch etwas für die Bürger getan werden, zumal dies wieder neue Arbeitsplätze schafft bzw. alte sichert. Ich hoffe dass diese Forderung nicht kommunistisch klingt, ich meine irgendwo mal gelesen zu haben dass Eigentum verpflichtet ...
10:03
Zu #5: Wie soll denn eine Entlastung vom Güterverkehr aussehen, wenn die (wie von Ihnen geschrieben) Drecksbahn weg ist? Wie viele LKW sollen anstelle der vielen Züge noch fahren? Ich denke, dass die Elektrifizierung der Bahn die sauberere Lösung ist.
Im stimme allerdings zu, dass zusätzlich ein vernünftiges Verkehrskonzept erforderlich ist, welches jenseits von Kreisverkehren realistische, bürgernahe Lösungen bietet.
01:35
Mal wieder an Volkes Interesse vorbeiberichtet. Wanheim braucht keine Schiffsanlegestelle oder Kreisverkehre, Wanheim braucht ein VERKEHRSKONZEPT, eine ENTLASTUNG VOM GÜTERVERKEHR oder LÄRMSCHUTZ, und all dieses 2010 und nicht 2027. Warum kümmert sich keiner darum ?
Freiheit für Wanheim - weg mit der Drecksbahn !
13:55
Wow - klingt nach einer interessanten Idee, die Mündelheimer Straße in Huckingen nach dem Prinzip der Shared Spaces auszubauen. Sieht das dann so aus wie vor dem Stadttheater, wo 7 km/h gefahren werden dürfen und die Fußgänger quer über die Fahrbahn laufen? Wirklich interessant für eine Hauptverkehrsstraße im Duisburger Süden...
Kreisverkehre an sich finde ich nicht schlecht. Nur müssen sie ausreichend groß sein, damit sie ihren Zweck vernünftig erfüllen können, nämlich den Verkehr gleichmäßig zu verteilen. Kreisverkehre wie z.B. in Großenbaum zur Buscher Straße hin (Richtung real-Markt) sind einfach nur zu klein. In den Kreisverkehr passen gerade mal vier bis fünf Autos, was nicht wirklich optimal ist. Zumal muss man dort schon beim Hineinfahren blinken, wenn man rechtzeitig zum Hinausfahren den Blinker gesetzt haben will. Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass in Deutschland geschätzt noch nicht einmal die Hälfte der Autofahrer in der Lage ist, einen Kreisverkehr ordnungsgemäß zu befahren und zu verlassen. Von daher ist ein Kreisverkehr sicherlich nicht die Lösung aller Verkehrsprobleme.
12:44
Hauptsache nicht noch mehr Kreisverkehre wie im Duisburger Süden: Den Radfahrern die Vorfahrt im Kreis nehmen ist das eine, aber den Autofahren auch nicht geben, das andere.
Es kommt immer wieder zu Missverständnissen.
Kreisverkehre wie in Wittlaer, sind ok.
07:46
ich halte es in der tat auch für alibi veranstaltungen,wobei ich die menschen (sprich bürgerforen)welche sich wirklich für alles einsetzen nicht in frage stellen möchte,vielmehr herrn dressler.was dieser schon alles versprochen hat und welche visionen er bereits losgelassen hat.was ist letztendlich passiert?wenn ich erlebe wie seit unzähligen jahren darüber gestritten wird wie es am grossenbaumer bahnhof weiter gehen soll,zeigt dies doch die wahrheit auf.andere beispiele spare ich mir.
21:57
...und wie gut die Legende zu lesen ist...
man man man...