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Denis Afraz

Mehr als nur Schnappschüsse

17.09.2011 | 13:00 Uhr
Mehr als nur Schnappschüsse
Hobby Fotograf Dennis Afraz aus Duisburg Huckingen mit seiner Kamera; Jugendserie für Duisburg süd Foto: Tanja Pickartz / WAZ FotoPool

Huckingen.„Kreativ sein ist für mich überhaupt nicht schwierig. Es gibt nichts, was mich nicht inspiriert“, erzählt der 19-Jährige Dennis Afraz. Auf dem Schreibtisch neben ihm liegt teures Fotoequipment. Daneben sein Portfolio, mit dem er sich an der Hochschule bewerben will.

Vor drei Jahren ließ er sich eine Kamera zum Geburtstag schenken. Ein Freund fertigte da gerade eine Modellage aus Farben und einem Lego-Autoreifen an, die Dennis für ein Kunstprojekt fotografieren sollte.

Mit dieser Makrofotografie nahmen die zwei Jungen an dem Künstler-Förderprojekt „Düsseldorf ist ARTig“ teil. Ausgewählte Jungkünstler bekommen dort einen Mentor zugewiesen, der Kontakte aufbaut und sich um das Management kümmert.

Unter 200 Projekten erzielten die Fotos der beiden die gewünschte Wirkung und machten den ersten Platz.

„Vodafone hat unsere Fotoserie gekauft. Unser Mentor schickte die Bilder an das Düsseldorfer Kulturamt. Ich bin der jüngste Künstler, dessen Werk es auf die art-card geschafft hat“, sagt er stolz. Die art-card berechtigt ihren Besitzer für ein Jahr zum kostenlosen Eintritt in Kultur- und Kunst-Events.

Seitdem haben die Fotos des Newcomer-Fotografen viel Erfolg gehabt. „In der Nacht der Museen, 2010 in Neuss, habe ich zum ersten Mal ausstellen dürfen. Im Rahmen der ArtfulSound-Partyreihe kam ich erneut zu der Gelegenheit. Das sind Events mit gemischter Kunst - unten Musik, oben Bilder. Auch für Wikipedia habe ich schon Bilder zur Verfügung gestellt.“

Der Nachwuchsfotograf hat heute über 200 Fotoshootings geschossen. Angefangen hat es mit Freunden, die schöne Bilder von sich haben wollten. Heute wird Dennis auch von vielen Unbekannten gebucht.

„Menschen sind für mich das interessanteste Motiv. Die kann man auf so viele Art und Weisen in Szene setzen. Ich fotografiere mit sehr viel Spaß und Passion. Die ganzen Termine in der Abiturphase waren zwar anstrengend, aber es hat scheinbar funktioniert.“

Shootings buchen und Bildbeispiele ansehen kann man unter der Internetpräsenz www.dennisafraz.net.

Im letzten Schuljahr hatte der Huckinger in einer 60-köpfigen Gruppe einen Kinofilm produziert und dessen Filmmusik am Klavier komponiert. Der Streifen „Alex“ wurde sogar im Kulturkino Filmforum präsentiert. Das Komponieren sei allerdings eine eher zweirangige Leidenschaft.

Ab dem nächsten Jahr will Dennis Kommunikationsdesign studieren. Dafür arbeitet er zur Zeit verstärkt an seiner Bewerbungsmappe. Die Fotografie wird während des Studiums erstmal zurückstecken müssen, auch wenn sein Wunschberuf hinter der Linse liegt. „Mein Traum ist es, für Zeitschriften wie den Stern oder die National Geografics zu arbeiten.“

Auf die Frage, ob er Vorbilder habe, antwortete er: „Ich bin fasziniert von Jaime Ibarra. Seine Aktfotografie ist besonders toll. Wenn ich könnte, würde ich den Leuten sagen, dass sie freier sein sollen. Es ist schwierig, als junger Fotograf Models für so etwas zu finden.“

Auch Annie Leibovitz, die bekannte Fotografin, die unter anderem durch einen Zufall das letzte Foto von John Lennon schoss, benennt er als sein Vorbild - zwei Weltklassefotografen. Dennis hat schon einige seiner Werke verkauft. Sein Panoramabild von New York ist bisher das erfolgreichste. Ansehen kann man die Kunst des Jungfotografen derzeit im Lokal „Rohbau“ in Düsseldorf Bilk auf der Burghofstraße 64. Seine Meinung: „Fotografieren ist mehr, als nur einen guten Schnappschuss zu machen“.

Anna Lena-Willems

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