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Mängel ohne Ende

14.02.2012 | 17:55 Uhr
Mängel ohne Ende
Enttäuschte Mieter im Haus Im Bonnefeld 1 in Mündelheim. Foto: Udo Milbret/WAZ-FotoPool

Mündelheim.In der Bonnefeld-Siedlung brodelt es mal wieder. Diesmal waren es vor allem Bewohner des Hauses Im Bonnefeld 1, die ihrem Ärger über die Missstände dort Luft machten und ein Treffen im Eingangsbereich abhielten.

Mieterinitiative und Caritas hatten sie dazu ermutigt. „Hier wohnen besonders viele Zuwanderer“, sagt Marc Schmidtlein, der Sprecher der Mieterinitiative, die sich im vergangenen Jahr gebildet hat (wir berichteten). Nur wenige Bewohner des Hauses aber waren zu ihren Treffen gekommen. Viele sprechen nur gebrochen Deutsch. Dabei ist ihr Leidensdruck groß.

„Man muss zehn Minuten vor dem Duschen das Wasser laufen lassen, ehe es warm ist“, klagt ein Mann aus der sechsten Etage. „Manchmal aber klappt es drei Tage nicht“, ergänzt eine junge Frau.

Auffallend viele Mieter wohnen hier noch nicht lange. Sie sind auf den Makler sauer, der es ihnen schmackhaft gemacht hat. „Ein Lügner“, schimpft Agnieszka Pissarski, eine junge Mutter, die mit Mann und drei Kindern im Erdgeschoss eingezogen ist. „Er hat uns neue Briefkästen versprochen.“ Fehlanzeige. „Es wird alles gemacht“, habe er vor dem Einzug im Mai 2011 zugesagt. Schlimmer als Missstände wie das nicht mehr abschließbare Flurfenster aus Aluminium oder die nicht verschlossene Steigleitung für die Feuerwehr ist aber der Schimmelbefall, über den viele Mieter klagen. Agnieszka Pissarski hat das Kinderzimmer leer geräumt. Wenige Monate nach dem Einzug kommt der Schimmel durch die Tapete. Ihre Miete hat sie nicht gemindert, zahlt 743 € warm für die 98 Quadratmeter. „Die Wand war feucht“, erzählt sie. Drei Monate lang habe der Trockner im Zimmer gestanden. „Wir sollen die Stromrechnung einreichen.“ 3000 € hat sich die Familie die Herrichtung ihrer Wohnung kosten lassen. Im Bad musste neu gefliest werden. Immerhin bekam man vom Vermieter, der Gagfah, eine Gutschrift über 800 € dafür.

Aber für die Pissarskis gehen die Probleme erst los. Unter ihrer Wohnung, im Keller mit den Stromzählern, steht zentimeterhoch das Wasser. Mit einem Trick, der Androhung, sonst die Feuerwehr zu rufen, war es Schmidtlein am Montag gelungen, den Notdienst der Gagfah rauszuholen. „Er hat bei Pissarskis die Wasserleitung für Gäste-WC und Küche gesperrt“, berichtet er. Fließendes Wasser gibt es bis auf Weiteres nur noch im Bad. Wände müssten aufgebrochen werden. Jetzt fürchte die fünfköpfige Familie, dass weitere ihrer vier Zimmer unbewohnbar werden.

Gleich in drei Zimmern ist Beate Metzner von der vierten Etage vom Schimmel betroffen. Sie wohnt seit Juni 2011 mit Ehemann und drei Kindern im Haus. „Beim Einzug hat man nichts bemerkt“, sagt sie. Sie müsse alles selbst renovieren, klagt sie. Tuncay Yildiz, der im Juni 2010 in der ersten Etage mit Frau und drei Kindern einzog, klagt auch über Schimmel in mehreren Räumen. „Die Fenster sind von innen feucht“, so der 35-Jährige. „Wir haben es mehrfach gemeldet.“ Die Schimmelflecken würden aber immer nur überstrichen.

Vom Hausmeister fühlen sie sich nicht ernst genommen. „Hier wohnen nur Penner“, habe der gesagt.

Der Gagfah in Essen wusste von dem Mietertreffen, konnte aber kurzfristig nicht daran teilnehmen.

Martin Kleinwächter

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