Liebesleid für den guten Zweck

Hochfeld..  Ein allerletztes Mal servierten Melanie Zink, Dagmar Domeier und Andreas Boos ihr beliebtes Programm „Liebe, Leid und andere Köstlichkeiten“ in der Hochfelder Pauluskirche. Mit dem waren sie seit 2012 in Duisburg unterwegs. In den Genuss des Musik-Comedy-Abends mit skurrilen Texten und Liedern rund um die Liebe kamen zum guten Schluss die Gäste des Lions-Clubs Duisburg-Rheinhausen.

„Wie kommt man denn von Rheinhausen nach Hochfeld?“, fragt Clubpräsident Peter Schminke: „Ganz klar, über die Brücke der Solidarität!“ Die beiden Stadtteile haben ähnliche Probleme und die Lions stellen den kompletten Erlös des Abends, für den die Künstler auf ihre Gage verzichtet hatten, der Sprachförderung zur Verfügung. Eine Hälfte des Geldes geht an die beiden Kitas der ev. Gemeinde Hochfeld, die andere an entsprechende Einrichtungen in Rheinhausen.

Vor ausverkauften Reihen gab die Mezzosopranistin Zink noch einmal die zickige Diva, die sich nachts gelegentlich zum Trost einen „Klumpen Vanilleeis von der nächsten Tankstelle in die Figur schraubt“ und sich mit weichem, dunklem Timbre ernstlich fragt: „Kann denn Liebe Sünde sein?“ Natürlich nicht! Und auch etwas Eitelkeit muss unter Künstlern drin sein. Köstlich, wenn die aufgebrachte Stimmkünstlerin ihre verängstigte Akkordeonistin „Frau Domeier und ihr verdammtes Puschel“ in die Schranken weist. Auch „Herrn Boos“ dem am Piano die Nerven flattern, geht es nicht besser. Männer neigen halt zu fatalen Fehlern, „halten sich beim Spazierengehen an deinem Hüftspeck fest“ und rufen nie an, wenn sie sollen. Und doch haben die drei Musiker am Schluss, genau wie Edith Piaf nichts zu bereuen: „Non, je ne regrette rien“, sondern sagen „zum Abschied leise Servus“. Die begeisterten Zuhörer sammeln noch schnell für die Künstler. Es kommt ein ganzer Hut voller Scheine zusammen. Den kriegt aber auf keinen Fall der Pianist überreicht, da ist Frau Zink vor „weil Männer ja nicht mit Geld umgehen können“.