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Lichter der Großstadt

24.06.2011 | 15:23 Uhr
Lichter der Großstadt
Am Mittwoch, 22. Juni 2011, wird das Theaterstück Lichter der Großstadt in der Gesamtschule Duisburg-Süd in Duisburg-Großenbaum aufgeführt. Foto: Andreas Eichhorn / WAZ FotoPool

Großenbaum.Voller Erwartung stehen Verwandte an der Treppe zum zweiten Stock der Gesamtschule Süd. Auf den Stufen sitzt eine Hand voll Schülerinnen, die ganz in Schwarz gekleidet sind.

Alle warten gespannt auf den Beginn der multimedialen Kunstausstellung. Plötzlich treten drei weiße Gestalten an den Treppenrand - die Show beginnt. Sie wiederholen durch ein Megafon Textstücke über das Leben in der Großstadt.

Die Großstadt war auch das Thema der multimedialen Ausstellung am Mittwoch. Genauer gesagt: „Lichter der Großstadt“, lautete der Titel. Rund 25 Schülerinnen des Wahlpflichtfachs Darstellen und Gestalten arbeiteten ein Jahr lang mit den Fachlehrern Dieter Schömann und Ulrich Bender, sowie den Künstlern Manuel Schroeder und Julie Stearns, an dem Projekt.

Nachdem die Ausrufe durchs Megafon verstummen, fordern die schwarz gekleideten Mädchen die Zuschauer stumm auf, ihnen zu folgen. Gespannt läuft das Publikum die Treppen hinauf. Aus der Mensa - Ort des Spektakels - dröhnen schon Fantasie-Melodien. Die Halle ist in Dunkelheit gehüllt. Lediglich Leinwände, auf denen glitzernde Bildchen im Schnelldurchlauf abgespielt werden, werfen etwas Licht ab. Die Zuschauer entdecken sich selbst: sie werden gefilmt und direkt an die Wand geworfen.

Etwas unheimlich ist die Atmosphäre, doch die Neugierde siegt über die Skepsis und schnell ist die Mensa gefüllt. Im ganzen Raum sind Stühle verstreut zu finden. Kreuz und Quer setzen sich die Zuschauer: „Jeder soll seinen Platz selbst suchen, genauso wie im Alltag. Da ist der Platz auch nicht hergerichtet“, erklärt Künstler Manuel Schroeder am Ende der Vorstellung. Genauso durcheinander sind auch kleine Bühnen angeordnet. Kaum hat jeder einen Platz gefunden, beginnen die Mädchen gleichzeitig zu spielen. Der Zuschauer ist etwas überfordert von all den Reizen für Auge und Ohr. Ganz so, wie im Großstadtgetümmel.

Doch später wird auch die Aufmerksamkeit auf einzelne Personen gelenkt. Szenen werden quer durch den Raum gespielt. Es wird per Handy telefoniert, nach dem Fahrplan gefragt und um „nen Euro“ gebettelt. Nun kommt auch noch Interaktivität hinzu: Einzelne Zuschauer werden direkt angesprochen und zum Mitmachen animiert. Inklusive Life-Übertragung per Kamera.

Am Ende befinden sich alle Mädchen auf der großen Bühne. Sie verdeutlichen die verschiedenen Wirkungen von Lichtern. Die Aufführung endet mit einem guten Gefühl für den Zuschauer. Die Wärme des Lichts ist angekommen.

Ein paar der Schülerinnen brechen sogar in Tränen aus. Es ist das Ende ihrer Schulzeit. In zwei Wochen werden sie nicht mehr hier sein. Die Traurigkeit zeigt, wie viel Spaß das Kunstprojekt den Zehntklässlerinnen gemacht hat: „Es war so spannend, denn es war mal was anderes im langweiligen Schulalltag“, erzählt Susann Ihlau. Ihre Schulkollegin Jacqueline Nißmann bestätigt das: „Anstrengend war es zwar, aber es hat sich gelohnt! Es hat uns sehr viel Spaß gemacht.“

Kursleiter Ulrich Bender ist auch mächtig stolz auf seine Mädels: „Die Schülerinnen haben super mitgearbeitet und sind auch ein Stück an dem Projekt gewachsen. Große Klasse!“

Carolin Nieder

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